
Sie ziehen lange keine Loren mehr, die Pferde an der Ruhr. Ausgemustert wie die anderen Traditionen, die Kumpel und der Norbert, fristen sie ihr tristes Altenteil auf einer abgelegenen Wiese, verlassen und vergessen. Ab und an verirrt sich ein Spaziergänger in der Gegend, auf der Suche nach Arbeit und Brot. So mancher wird sich umschauen und einen kurzen Gedanken wagen an rheinischen Sauerbraten. Wenn der Zossen nicht schon zu zäh ist und eh vom Staub ganz trocken.

Grünrote Landschaft: Die Zäune stehen noch, rund ums Brachland, wo früher Weiden im Saft standen und Äcker von fleißiger Hand durchfurcht wurden. Es lohnt sich nicht mehr. Aus Stadt und Land fliehen die Jungen, die Alten können nicht mehr als ihre Schrebergärtchen bewirtschaften. Wäre der Boden nicht belastet mit Schwermetall und Industriestaub, man könnte Gefallen finden an der Landschaft. Doch das scheinbare Idyll trügt.

Was auch immer hier wächst, die Leute aus dem Kohlenpott haben wenig davon. Hieß es früher “Willste übern Rasen laufen, musste dir ein Grundstück kaufen”, so singt der Volksmund heute: “Egal wohin ihr lauft, ist alles schon verkauft”. Selbst die letzte Brache, die hinterste von Bergschaden vernarbte Parzelle, gehört unbekannten Grundbesitzern. Was ehedem die Lehen derer von Bohlen und Halbach waren, gehört heute der Bank. Die Schilder erinnern an längst vergessene Phänomene. “Kinder”, so hießen früher die jüngsten Menschen hier. “Eltern” waren ihre biologischen Vorfahren. Aus Haftungsgründen verzichtet man heute auf solche “Elternschaft”.

Daher ziehen sie sich zurück, machen sogenannte “runde Tische” und fressen ihren Pferden das Futter weg. In den Abendstunden sitzen sie gern beim Schein von Öl- und Wachslampen vor dem Haus. In diesen Tagen, da der Frost auch Ende Mai durch die Nächte kriecht, müssen sie sich warm anziehen. Mehr als die Kaltmiete ist nicht drin, und offenes Feuer hat die Landesregierung verboten. Diese Region hat mehr verdient als unser Mitgefühl. Fördern Sie die Künstler des Ruhrtals, schreiben Sie den Urhebern des Elends!

Ich nehme an, man erwartet von einem politischen Blogger eine Stellungnahme zum Wahlausgang? Es ist nicht statthaft, sich angewidert und leicht deprimiert zu verkriechen? Nein?
Früher waren Aufrufe vom Künstlern und Schriftstellern ein Korrektiv der Politik. Sie standen meist links vom Mainstream, waren besser informiert als die meisten Bürger, ihre Motive Solidarität und eine demokratische Gesinnung.
Im Januar 


Lässt man sich mürbe machen oder wirft man dauernd die Leier wieder an? Google sagt, unter feynsinn.org finden sich 605 Treffer zu “verfassungswidrig”. Quasi wöchentlich zeihe ich Merkels furchtlose Juristen des Verfassungsbruchs, und wann immer das überprüft wurde, habe ich damit Recht behalten.
