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2009


Jetzt hängen sie an den Laternen: “Politiker”, vielmehr ihre Konterfeis, tun kund und zu wissen, daß man sie wählen kann. Unter all den Scheußlicheiten von Mafiagesichtern und Trinkervisagen befindet sich hier in der großen Stadt ein junges, unverbrauchtes Antlitz. Ein gewisser Andreas Hellmann ist dort zu sehen, Sakko und Krawatte, dort hinein gesteckt ein Gesichtchen wie aus einem Flakhelferfilm.

Der Junge ist 19 und verkleidet sich schon so, wie er für den Rest seines Lebens dahinvegetieren wird. Er ist wohl einer von denen, die mich in der Schule immer geängstigt haben. Zwar wurde ich respektiert, gerade von meinen Feinden unter den Mitschülern und Lehrern, und es gab auch keine nennenswerte Gewalt an unserer Schule. Mir konnte also eigentlich nichts passieren. Aber den Aktenkofferträgern mit den Seitenscheiteln und den Tuchhosen habe ich mich nie recht nähern wollen. Eine diffuse Furcht vor dem Kältetod oder einer sich öffnenden Erdspalte mit Direktzugang zur Hölle hielt mich davon ab.

Andreas Hellmann also, unser Kandidat für Adaptia totalis praecox. Der Knüller ist, was die Julis ihm andichten: Er kämpfe “gegen das Establishment” an. Strahlt da nicht der Geist von Woodstock aus der Krawatte? Ist der Scheitel nicht irgendwie Punk? Erklingt da nicht spontan im Unterstbewußsein die Hymne “I wanna Highway to Hellmann” ?
Wir haben fürwahr schon besser gelacht. “Gegen das Establishment” heißt ganz einfach: “Da gibt es Posten, und einen davon will ich haben.”

Was man dafür mitbringen muß, weiß der Andreas. Geputzte Schuhe, adrette Frisur, Markenzwirn. Persönlichkeit, Reife, Stil oder Standpunkt? Wozu, das haben die Etablierten doch auch nicht. Die letzte Idee, die ein sogennanter “Liberaler” hatte, war die von Otto Graf, und der hat auch nur den Tietmeyer schreiben lassen. Das war 1982.
Und weil das so ist mit den Inhalten der jungen Garde der liberalen Erneuerer, sieht das bei denen so aus:

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Der Konsens der Bücklinge, deren Lebensleistung sich gemeinhin in der Anpassung an den Mainstream, Common Sense oder einfach dem bescheidet, was sie in tiefstem Sinne für die herrschende Meinung halten, ist die Plage der Zeit. Sie wirken wie Schuljungen, die unsicher nach rechts und links linsen, immer auf der Suche nach einem Signal zum Mitmachen. Sie sind der dritte, der aufsteht. Der Erste hat Charakter und bleibt meist allein. Der Zweite ist der erste Mitläufer, immerhin aber der erste, den dem Ersten beisteht. Der Dritte ist der Anfang der Masse, er weiß, daß nach ihm weitere folgen werden. Er hat den Trend erkannt, steht bei den Starken und ist der erste der Schwachen.

Was der Emporkömmling Schröder als “Neue Mitte” angelegt hat, war von Anfang an der Neue Durchschnitt. Um ihn und die Agenda 2010, ein zutiefst schwarzgelbes Programm, sammelten sich die nützlichen Zuträger einer Melange aus Funktionsträgern und Medienmächtigen. Diese Zuträger handelten stets im Interesse einer Schicht, der sie nicht angehörten, zum Nachteil nicht nur eines Klientels, das einmal ihres war, sondern zugleich zum eigenen Nachteil. Einzig ihre Nützlichkeit, das Lob ihrer Oberen und das Echo der selbst verbreiteten Ideologie ließ und läßt sie glauben, daß sie es recht machen.

Das Ziel des Einzelnen in dieser Gesellschaft der privilegierten Wasserträger ist die Akzeptanz derer, die dazugehören. Alle Anderen gelten als aussätzig, als Neider, Faulpelze, Extremisten oder Demagogen. Der Neue Durchschnitt grenzt sich von solchen ab. Auf der anderen Seite, vertikal betrachtet, stehen die Unerreichbaren, von deren Gnade sie abhängen. Das ist ihnen oft gar nicht gewahr, muß es auch nicht, denn in ihren Kreisen gelten die “oben” qua Stand als “Leistungsträger”, das ist der Common Sense. Hier kommt dem Durchschnitt zugute, was ihn als funktionstragender Stand so auszeichnet: Er zweifelt nicht. Jedenfalls nicht grundsätzlich. Natürlich zweifelt er an allem, das seine Weltsicht infrage stellt. Er zweifelt aber nie an ebendieser.

Deshalb bringt der Neue Durchschnitt die tüchtigsten Vertreter hervor. Journalisten zum Beispiel, die Nachrichten und Berichte so aufbereiten und gestalten, daß ihren Rezipienten die richtige Welt präsentiert wird, so wie der Durchschnitt sie zu sehen hat.
Und so kommt es zum Beispiel, daß das Magazin für richtige Nachrichten Menschen wie Oskar Lafontaine und Peter Gauweiler “Populisten” nennt. Es gibt für beide hunderte Begriffe, mit denen man sie beschreiben, charakterisieren, kritisieren oder schlechtmachen kann. Der Durchschnitt und seine vielen Institutionen haben sich aber in bezug auf den gefährlichen Linken auf den Begriff “Populist” festgelegt. Es hat sich einfach so eingespielt, der Begriff schien bei den Leuten gut anzukommen und tat seine Wirkung. Was er bedeutet, spielt dabei nicht die geringste Rolle.

Daß es auch Gauweiler trifft, ist nur folgerichtig. Nicht nur, daß er sich mit dem Populisten umgibt und nicht mitmacht bei der Abgrenzung des Durchschnitts von dem Anderen. Er ist auch deshalb verdächtig, weil er ebenfalls über ein Talent verfügt, das ihn abhebt -und daß er davon Gebrauch macht auf eine höchst individualistische Weise. Natürlich kann man auch und gerade diese beschreiben, präzise oder polemisch, ablehnend oder – als Extremist – lobend. Dies aber ist nicht die Aufgabe des Neuen Durchschnitts, jedenfalls solange sich kein dem entsprechender Trend ergeben hat. Ein Trend aus der Einsicht eines Instituts, der Meinung von Experten oder einer breiteren publizistischen Bewegung. Mit “Populist” ist alles gesagt und der Rezipient weiß bescheid.

Noch immer hat sich kein neuer Trend ergeben, trotz der Wirtschaftskrise, die zunächst für einige Verwirrung gesorgt hat. Derzeit muß der Durchschnitt aber davon ausgehen, daß es schon wieder wird und alles beim Alten bleibt. Daher werden wir auch weiterhin lesen, daß die Krise nicht so schlimm ist. Und damit sie auch nicht schlimm wird, müssen wir unsere Ansprüche zurückschrauben. Lohnzurückhaltung, niedrige Steuern für Leistungsträger, für den Standort Deutschland ist das sozial und schafft Arbeit. Im Durchschnitt wird es uns damit allen besser gehen. Denn eine hat der Neue Durchschnitt gelernt: Es geht uns vor allem dann besser, wenn wir am Ende weniger davon haben.

Lafontaine ist ein Populist.
Lafontaine ist ein Populist.
Lafontaine ist ein Populist.
Lafontaine ist ein Populist.
Lafontaine ist ein Populist.
Lafontaine ist ein Populist.
Lafontaine ist ein Populist.
Lafontaine ist ein Populist.
Lafontaine ist ein Populist.
Lafontaine ist ein Populist.

Mehr davon am Montag am Kiosk.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Gibt es einen anderen Slogan, der so leer, ermüdend und doch entlarvend ist wie diese Phrase? Immerhin weiß man, was dann so ungefähr kommt, und es kommt heute einmal mehr von der CDU, die über “Internet-Ausweise” fabuliert. Das wird zwar erst einmal wieder dementiert, wie es bei unseren Echternachern so üblich ist, aber die Gesinnung is scho recht.

Sie haben immer noch nicht im mindesten begriffen, was das Internet, zumal technisch, ist, aber Überwachen ist irgendwie hip und Anarchismus bäh, darum machen wir da mal was. Das kommt vor allem bei scheintoten Wählern und sonstigen Jawoll-Brüllern prima an.
Übertragen auf das echte Leben sähe der Ansatz so aus, daß jeder, der vor die Tür geht, sich erst einmal bei den immer zuständigen Behörden meldet oder ein sichtbares Erkennungszeichen trägt, das ihn eindeutig identifiziert. Richtig, das hatten wir schon, aber diesmal wäre es demokratisch, weil ja alle mitmachen müssen.

Derweil zeigt sich, daß unsere Sicherheit vor der sprichwörtlich eigenen Haustür von Leuten verteidigt wird, die schon mit Waschen und Zähneputzen logistisch überfordert sind. Das BKA mag die Telefonnummer vom Anwalt eines Observierten nicht haben. Die als Geheimagenten getarnten bunten Clowns mit Dauerparkausweis im Vorgarten des abwesenden mutmaßlichen Kriminellen haben schließlich ihren Stolz. Ich hätte andere Antworten erwartet, etwa:

- “Ihre Handynummer? Haben wir längst, sprechen Sie bitte nicht so laut, hören Sie denn nicht die Rückkopplung?”
- “Wir ermitteln seit Wochen vergeblich, und jetzt rufen Sie uns einfach an? Sagen Sie bloß nicht Ihren Namen, den kriegen wir noch selber raus. Lalaalalaalaa” (der Beamte steckt sich den Finger ins Ohr)
- “Ach, Sie haben uns enttarnt? Haben Sie Familie? Stehen Sie auf Schmerzen? Wissen Sie, wie viele Leute täglich spurlos verschwinden?”

Aber so etwas? Was verdient eigentlich so ein BKA-Beamter? Außer Prügel, meine ich. Ich möchte mich eh gern beruflich verändern.

Eine verfassungsfeindliche Gesinnung kann ja viele Formen annehmen. Was als “extremistisch” gilt, wird von diversen Sicherheitsorganen überwacht und regelmäßig mit Sanktionen bis hin zu langen Haftstrafen belegt. Seit langem aber, insbesondere seit die Große Koalition den Braunkohlebagger in der politischen Landschaft wüten läßt, legen diejenigen die Lunte ans Grundgesetz, die sich zugleich in einer neuen Dimension der Lächerlichkeit als deren Hüter gerieren.

Einmal mehr ist es Weltverteidigungminister Jung, dem alles ein Dorn im Auge ist, was die Bundeswehr noch von der Wehrmacht unterscheidet. Es reicht ihm nicht, daß Steuermillionen verschleudert werden, um Schiffe zu eskortieren, die weitaus preiswerter und effektiver gegen Überfälle geschützt werden könnten. Das müßten freilich die Reedereien und Gesellschaften selbst bezahlen und einrichten. Bekanntermaßen sparen die aber lieber noch an dem Personal, das die Pötte durch die Wellen manövriert. Sicherheitspersonal? Technische Einrichtungen zur Abwehr von Eindringlingen? Wozu? Schließlich ist es in offensichtlichem Interesse der Regierung so zu tun, als müsse die Bundesmarine auf allen Weltmeeren präsent sein.

Und wenn dann vor Somalia ein Kutter geentert wird, ist das natürlich auch ein Grund, Soldaten im Inneren einzusetzen. Wäre ja ein Aufwasch quasi. Warum nicht gleich die ganze Erde zu deutschem Territorium erklären? Die Sicherheit ist schließlich überall gefährdert, vom Hindukusch bis an die Memel, von der Arktis bis zum Belt. Landesverteidigung ist Sache des Weltordnungsamtes. Es kann nicht lange dauern, bis der Parlamentsvorbehalt auch zur Disposition steht. “Wir brauchen mehr Kompetenzen im Kanzleramt”, so wird es heißen, “Sicherheit braucht kurze Reaktionswege”.

Durch Sachsen marodiert derweil ein Verfassungsfeind, dessen Anmaßungen immer skurriler werden, während er “seine” SPD bei den Landtagswahlen in den einstelligen Bereich geführt hat. Niemand will ihn und seine Gurkentruppe an der Macht sehen, er hat sich trotzdem einen Ministerposten gesichert. Ein Mensch mit einem Funken Anstand hätte sich eher das Leben genommen oder wenigstens für immer die Klappe gehalten. Aber nein, solche Clowns sind in diesen Zeiten genau die Richtigen:

Thomas Jurk: Hallo lieber “Pirat”. Wenn wir gegen das Grundgesetz verstossen, weil wir Pädophilen unmöglich machen kinderpornografische Bilder aus dem Internet herunterzuladen, dann nehme ich das in Kauf. Ich persönlich hoffe darauf, dass wir das Problem lindern, wenn wir den Kunden von Kinderpornografie das Leben schwerer machen. Wenn deshalb irgendwo auf der Welt nur ein Kind nicht zu pornografischen Bildern mißbraucht wird, hat sich das gelohnt.

So sieht es aus. Wir verstoßen gegen das Grundgesetz, wenn es uns einfällt. Das Grundgesetz ist diesem Hanswurst nicht einmal Dispositionsmasse, er nimmt es sich schlicht heraus, selber darüber zu befinden, wann es gilt und wann nicht. Wenn ein Kind theoretisch eventuell gerettet, ein Terrorist gefasst, ein Verbrechen verhindert, ein Grünstreifen erneuert werden kann, dann verstoßen wir halt dagegen. Solange freilich nur, bis wir es ändern, um erneut dagegen zu verstoßen.
Solche Leute gehören nicht in Ämter, nicht in Parlamente und nicht einmal in einen Gemeinderat. Und wer so etwas wählt, bettelt förmlich um die Aberkennung seiner Bürgerrechte.

is back in Town. Warum eigentlich? Gibt es in der SPD niemand Anderen, der nuschelt, keine Ahnung von Gesundheit hat und ständig so klingt, als hätte er sich die aktuelle Grippe eingefangen? Oder jemanden, der eine originellere Krankheit mitbringt? Oder womöglich jemanden, der nicht bei allen verhasst ist, die mit seinem Ressort zu tun haben?
Vermutlich ist es ja einfach so, daß Steinmeier ein Simpel ist, der glaubt, Bekanntheit allein brächte Zustimmung. Vielleicht denkt er aber auch ein ganz klein wenig daran, mit Pauken und Trompeten unterzugehen und will diejenigen in die Hölle mitnehmen, von denen er sich hat nach vorn schubsen lassen.
Auf eines kann man sich in der Partei jedenfalls verlassen. Sie ist nach wie vor die Partei der Solidarität. Es ist zwar vorrangig die Solidarität mit überbezahlten Versagern, aber so ist eben die “Neue Mitte”. Also, ihr Zwanzigprozentigen: Kurs halten, weiter so, Glück auf!

Bald wählen wir wieder unseren Bundestag. Der Bundestag wählt dann eine Kanzlerin, und die bildet eine Regierung. Der Bundestag verabschiedet Gesetze, die die Regierung eingekauft hat.
Nicht nur die Bertelsmann-Stiftung schreibt ganze Gesetze, die ein willfähriger Minister dann enem ebensolchen Parlament zum Abnicken vorlegt. Immer öfter sind es Anwaltskanzleien, die die Texte ausarbeiten, auf deren Basis wir dann regiert und behördlich verwaltet werden.

Die Supernova am Regierungsimmel, der allseits feinentstaubte und glatt gewienerte Bundesallerleiminister zu Guttenberg, hat in dieser Tradition einen Gesetzentwurf abschreiben lassen, der zwar denkwürdig überflüssig ist, immerhin aber die Jura-Wirtschaft ankurbelt. Hätte der Mann ein bißchen mehr drauf als wirre Reden und sein Talent für virtuoses Fettnäpchen-Twister, würde er vielleicht eine Abwrackprämie für Staatssekretäre und sonstige Ministerialbürokraten einrichten. Würde ihn auch nur der Hauch einer Ahnung sanft umwehen, wofür er zuständig ist und wofür nicht, er könnte endlich seine Arbeit aufnehmen.

Der “KaTe” setzt aber andere Prioritäten, meist an der Frage orientiert, was ihm die meisten Sendeminuten in der Tagesschau einbringt. Mal sehen, ob er noch rechtzeitig als Verschwender von Steuergeldern von sich reden macht oder gar als Vetternwirtschaftsminister. Schlimm genug, daß Gesetze von Jura-Firmen und Interessensverbänden gemacht werden. Guttenberg kann es aber noch dümmer: Er ist gar nicht zuständig für solche Gesetzentwürfe, und der Inhalt seines großen Wurfs ist nicht nur alt, sondern auch bereits als unerwünscht abgelehnt worden, von der eigenen Fraktion.

Dreifach Pech gehabt. Aber das konnte er sicherlich nicht wissen. Dazu hätte er sich nämlich in die Niederungen eines ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens begeben oder sich mit der Arbeit des Parlaments und der Ministerien beschäftigen müssen. Vielleich wäre ihm dann auch aufgefallen, daß die Gesetzes-Experten von “Linklaters” ihm olle Kamellen serviert haben. Vielleicht ist es ihm aber auch wurscht, denn er hat sich einmal mehr als Politiker auf der Höhe der Zeit erwiesen – und Steuergelder in die freie Wirtschaft entlassen.

Die Welt, wie sie wirklich ist: Michael Pilz erklärt derselben in derselben, was seine knallharte Recherche über das Hippie-Gewese ergeben hat: Das war Gewalt, Kommerz, Irrelevanz und das Ende von allem, was nie begonnen hatte. Von wegen “Peace”! Pete Townshend hat jemanden mit seiner Stromgitarre gehauen. Der Mann war also gar nicht gegen den Vietnamkrieg, er war vielmehr ein Chaot, der alle Länder kapput machen wollte. Spritze er nicht sogar Haschgift?

Der journalistische Aufklärer bedient sich der präzisen Sprache behördlicher Objektivität:

Das gewaltbereite Verhalten der Band The Who steht dafür beispielhaft. Von Idealen war schon lange keine Rede mehr.

Die Einschätzung der Band als “gewaltbereit” ist einzigartig in ihrer analytischen Schärfe. Schließlich hat ein Mitglied sich als gewalttätig erwiesen. Das BKA und der Pilz schließen daraus, daß alle auf weitere Gewalttaten vorbereitet waren. Schon Stunden vorher sprach auch die Crew nur noch vom Wetter, dem Catering und dem möglichst zeitnahen Abschleppen williger Schlampen. Ideale? Keine Rede davon.

Machen wir es kurz, ehe jeder verdrehte Satz, die Sammlung der ausgewählten Fakten und deren scharfsinnige Interpretation uns in den Nachtschlaf treibt: Krieg ist oft alternativlos, es war nie wirklich wer dagegen, die illusionäre Vorstellung von einer friedlichen Welt hat nie existiert, selbst Woodstock war eine Veranstaltung, die sich einzig der Marktwirtschaft verdankt, wer Frieden fordert, ist gewalttätig, und alle, die von einer besseren Welt schwärmen, sind im besten Fall uninformierte Spinner. Die treibende Kraft, die solche Spinnereien ermöglicht, sind kommunistische Krieger, die im Schulterschluß mit anderen Fanatikern das Böse mit flinker Schippe durchs Tor der Hölle schaufeln.

Weitere harte Fakten, die bald endlich für Ruhe und Ordnung sorgen werden:
- Die Wehrmacht war geschlossen im Widerstand, aber von einzelnen Stalinisten erfolgreich unterwandert.
- Herbert Frahm (“Willy Brandt”) war ein Ostspion.
- Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke, der Negerführer Martin Luther King und John F. Kennedy sind Opfer von Stasi und KGB – um nur einige zu nennen.
- Die Friedensbewegung der 70er und 80er Jahre war eine Erfindung der oben genannten Käfte; Pete Townshend und die Hell’s Angels waren maßgebliche Initiatoren.
- Horst Mahler war der heimliche Kopf der “RAF”.
- Die Weltverschwörer haben erst zuerst die Stadtbibliotheken erobert, jetzt beherrschen sie das Internet.
- Die Piratenpartei ist ein Zusammenschluß aus der Kommunistischen Plattform, Neonazis, Pädophilen und Andrea Ypsilanti.
- um nur einige zu nennen (Fortsetzung folgt).

Es war ein langer heißer Tag. Manche mögen da einfach im Liegestuhl ruhen. Es sei ihnen gegönnt, denn andere sind allzeit hellwach und halten ihre schützende Hand über uns alle. Wir können uns darauf verlassen: Der Qualitätsjournalismus schläft nie.

Wie viele andere Erzeugnisse des qualitativ höchst ehrenhaften Journalismus sprüht die Sueddeutsche heute die neueste Güllner übers Land. Sie betrifft die SPD und ist so abenteuerlich zusammengelogen, wie es nur dem Forsa-Chef selbst gelingt. Eine sogenannte “Umfrage” habe ergeben, daß das Tief der SPD in unmittelbarem Zusammenhnag stehe mit Ullas Dienstwagen und dem nach ihm benannten Affärchen. Es liege nicht an Steinmeier und seinem Versprecher eines Arbeitsplatzwunders. Tatsächlich fehlt auch nicht der Hinweis darauf, daß Kurt Beck eigentlich für jede Misere der SPD verantwortlich ist, einschließlich der Lüge, Beck habe bislang den Tiefstand der SPD herbeigeführt. Dabei liegen die Sozen seit Monaten auf einem Niveau, auf das sie unter Beck nie gefallen sind. Hätte Beck sie auf 20% heruntergewirtschaftet, Güllner hätte dessen öffentliche Folterung und anschließende Exekution gefordert.

Dieser ganze Mist ist das, was wir von Güllner kennen. Die Reinwaschung der Agenda-Fraktion und noch immer Kurt Beck in der Rolle des schlechthin Bösen. Der Forsa-Fidel hält das für seinen “Job on Earth”, soll er halt machen.
Daß aber die versammelte deutsche Presse diesen unsäglichen Stuss noch immer unkritisch nachkaut, ist nur noch traurig. Da stellt sich der Verbandspate und Internethasser Konken neulich auf die Bühne und geifert gegen Googles Nachrichtenagggregator, und seine Truppen bedienen sich schamlos beim denkbar billigsten Nachrichten-Generator, von dem jeder interessierte Sextaner wissen kann, nicht nur daß, sondern längst auch was er lügt. Und dafür sollen wir also unser Geld ausgeben.

Eine Bürde und eine Ehre. Ich werde von meinen Mitarbeitern respektiert, weil sie meine Führungsqualitäten täglich erleben. Es gibt keine Diskussionen, wenn ich Anweisungen gebe. Alle meine Untrergebenen bemühen sich immer sofort, meine Aufträge auszuführen und lassen sich auch gern zurechtweisen, wenn ich nicht ganz zufrieden bin mit ihnen. Ich mache ihnen deutlich, daß meine Autorität Hand und Fuß hat und daß sie sich glücklich schätzen können, einen so toleranten Chef zu haben. Einige Beispiele dafür:

Nach meinem Arbeitsvertrag darf ich mich unentgeltlich in der Kantine verpflegen. Regelmäßig biete ich neuen Mitarbetern meinen Teller an, auf dem noch einige Krümel liegen. Ich argumentiere, daß man ja die Energie nicht verschwenden muß, um zwei Teller zu spülen. Wer sich weigert, kann sicher sein, daß ich ihn im Auge behalte. Wer mein Angebot annimmt, hat freilich das Problem, daß er die Krümel annimmt, die sich auf dem Teller befinden. Ein klarer Fall von Untreue, denn diese sind Betriebseigentum.

Es ist oft notwendig, Anweisungen in Schritftorm zu erteilen, um sich zu versichern, daß die Zuarbeiter exakt wissen, was von ihnen verlangt wird. Selbstverständlich belaste ich weder mich noch meine Sekretärin mit dem Verfassen solcher Schriftstücke. Das können die Untergebenen selbst. Ich lasse also immer mindestens einen mitschreiben. Häufig kommt es vor, daß der betreffende Mitarbeiter seine Mitschrift dann für die Kollegen kopiert. Ich habe nicht erst einem wegen solcher Urheberrechtsverletzung gekündigt.

Es gab bei uns im Betrieb Leute, die glaubten, sie seien zu hause. Der eine kommt mit einer Kaffeemaschine an, der andere bringt ein Radio mit, und was sich sonst noch für dreiste Ideen finden, auf meine Kosten die Arbeitsstätte in einen Vergnügungspark umzuwandeln. Das macht längst keiner mehr, meine Leute kennen mich und wissen, daß sie ihr Gehalt fürs Arbeiten bekommen. Das macht schon einer dem anderen klar, dafür muß ich gar nichts mehr tun. Das letzte Mal, daß ich durchgreifen mußte, war der Fall eines Mitarbeiters, der sich auf der Betriebstoilette die Zähne geputzt hat, weil er anschließend einen Zahnarzttermin hatte. Nun kann ich ja leider schon nicht unterbinden, daß unser teures Wasser für die Beseitung von Fäkalien und oft übertriebenes Händewaschen verschwendet wird. Bei jenem war der Fall aber klar. Seine Zähne, unser Wasser – das ist Diebstahl.

Meine Unterarbeiter wissen also, daß ich aufpasse. Und ich weiß, daß sie es wissen. Häufig gebe ich ihnen zu verstehen, daß ich wohl weiß, welcher Vergehen sie sich schuldig gemacht haben. Es geht doch nichts über dankbare reuige Seelen in der Brigade, die sich meine Gnade verdienen müssen. Selbstverständlich wird nicht jeder Delinquent sofort entlassen. Und alle, die bleiben dürfen, sind dankbar und vorauseilend. Das Resultat: Klare Führung, geschmeidiges Folgen.
Es gibt natürlich immer welche, deren Frechheit keine Grenzen kennt. Einer zum Beispiel lädt sein Handy mit meinem Strom auf. Unfassbar! Solche Schmarotzer kann natürlich auch der gnädigste Chef nicht mehr dulden, und kommen Sie mir jetzt nicht mit “Bagatelle”! Man verliert seine Autorität nur einmal, und mir wird das garantiert nicht passieren.

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