Hintergrund


Unter dem Titel “Glück rauf, Angst runter” wird der “Hirnforscher” Manfred Spitzer von der FR interviewt, um einiges zur Wirkung von Musik auf das menschliche Gehirn und die Befindlichkeit seines Eigentümers zu Protokoll zu geben. Wem fiele da nicht das Motto der FDP ein: “Steuern runter, Arbeit rauf”?
Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien, aber da die Überschrift ein Zitat von Herrn Spitzer aus dem besagtem Interview ist, befragte ich die große böse Suchmaschine und fand dies hier. Herr Spitzer hält also Vorträge für die FDP zum Thema “Frühkindliche Bildung in Kindergarten und Grundschule”. Ganz zufällig natürlich rutscht ihm da dieses Motto über die Zunge.
Was dürfen wir demnächst von ihm erwarten? “Die Ode an die Freiheit des Marktes als frühkindliches Musikerlebnis”? Ich frag ja nur…
Die Angst vor den Steuern trübt aber auch verdammich das Glück bei der Arbeit. Da ist es doch gut, wenn möglichst viele Arbeitsplätze nicht mit Steuern belastet werden. Am besten natürlich durch Löhne, von denen man gar keine Steuern bezahlen kann. Und durch solche, von denen man zwar gut könnte, aber trotzdem nicht muß.
Ich mach ja nur Spaß. So ein blöder Freudscher kann doch jedem mal passieren, sicher!

Wenn mir nichts einfällt, schreibe ich inzwischen auch schon mal nichts. Das kann man sich zwar kaum leisten, weil einem die Leserschaft wegbricht und man nicht weiß, wer einem noch Kredit gibt, um sie wiederzugewinnen, aber wir haben hier einen Qualitätsanspruch, nicht wahr. Ich muß mir gar nachsagen lassen, mein ganz privater Blues der letzten Monate wirke sich aus. Ja leck mich fett!
In diesen Zeiten sind andere besser, das ist mir schon klar. Zum Beispiel solche, die es einfach mit den Fakten haben, solche, die noch viel Welt zu erklären haben und solche, die sich wirklich auskennen. Ich mach ja nur Spaß, und der vergeht mir immer wieder. Was soll man zum Beispiel noch zur Krise der Krisen sagen, der der sich selbst fressenden Heuschrecken und ihrer gentechnologisch engagierten Ackermänner? Ich könnte ja jeden Tag weissgarnix verlinken, aber deshalb steht der doch auf der Blogroll, Herrgottnochmal!
Nee, das ist nicht einfach in diesen Tagen. Eine spannende Sache ist die mit dem Freigeld, auf die ich zunächst durch den Kontakt mit “Humane Wirtschaft” gestoßen bin und die auch weissgarnix anspricht, wenngleich durchaus spöttisch. Ich bin kein Ökonom (und das ist auch gut so), darum halte ich mich auch mit Referaten zum Thema hier zurück. Nur so viel sei gesagt: Wenn man sich auf eine Art Vermögenssteuer einigen könnte, die dem versammelten FDP-Präsidium den Herzkasper besorgt und überhaupt Kapital staatsmächtig (oder auch zentralbankmächtig) dort abschöpft, wo es sich nutzlos sammelt, wäre doch etwas getan. Nicht? Wer erklärt mir, was daran so verkehrt ist – und hat womöglich eine bessere Idee?
Wie dem auch sei, es ist die Ruhe vor den Sturm. Ein bißchen Dekadenz hier, ein wenig Depression dort – der Grauschleier der Krise liegt bleiern über allem anderen, und was uns gestern noch groß und wichtig erschien, ist plötzlich nichtig und hin. Daß wir gerade in einer solchen Phase keine Regierung haben, lädt die ohnehin gespannte Atmosphäre weiter auf. Da muß man halt warten, daß was passiert. Wer will schon jeden Tag etwas über den nahenden Sturm lesen, wenn alle am Strand liegen und die Sonne genießen?

Was den Kapitalisten recht gibt, zumal den Neoliberalen, ist die einfache Weisheit der Tüchtigen: “Mach ich’s nicht, macht’s ein anderer”. Die universelle Gültigkeit dieser Tatsache kennt jeder, der sich schon einmal in einem Erschießungskommando ein paar Reichsmark zusätzlich verdient oder ein legales Geschäft mit anderen unangenehmen Kollateralschäden abgeschlossen hat.
Wenn man nun global denkt und sein Geld mit Geld verdienen verdient, weiß man daher: Was ich heute nicht reinhole, ist morgen weg, also her damit!
Dies verstehen alle die Schläules nicht, die sich angesichts der bedauerlichen Krise dazu berufen fühlen, uns zu erklären, warum der Kapitalismus zwangsläufig in einem Desaster endet. Sie haben, oberflächlich betrachtet, gute Argumente.
Zum Beispiel, daß eine Wirtschaft, die auf Zins und Zinseszins beruht, zwangsläufig den Ast absägt, auf dem sie sitzt. Das Horten von Kapital und die zerstörerische Spekulation werden belohnt, obwohl jedes Kind wissen könnte, daß irgendwann niemand mehr da ist, der diese Zinsen bedient. Selbst die einträglichste Warenproduktion muß daran scheitern, wenn das Geld denen fehlt, die es ausgeben müßten. Na und?
Was ändert das daran, daß Geld verdienen generell eine gute Vorsorge ist? Bis die Krise eintritt, ist das nützlich, und wenn die Krise eintritt, erst recht, denn was man hat, das hat man. Hat man nichts, ist man in der Krise erst recht der Doofe. Wer jetzt nach dem Staat ruft, der die letzten guten Geschäfte verbieten soll, hat es einfach nicht drauf. Richtig ist es, darauf zu warten, daß die anderen diesen Fehler machen, selbst noch einzufahren, was draußen rumliegt und sich dann mit gut gefüllten Taschen auf den neuen, regulierten Märkten wohl gestärkt weiter zu tummeln.
Es kann nicht der Lebenssinn eines Exportweltmeisters sein, den Konsum zu stimulieren oder sich unter die Knute bürokratischer Gängelung zu begeben. Unter diesem wissenschaftlich fundierten Gesichtspunkt sollte man die Lage noch einmal in Ruhe betrachten und ein weiteres Mal über die Worte eines der größten Ökonomen aller Zeiten sinnieren:

Konsum ist schädlich für das wirtschaftliche Wachstum und unnötig für die Konjunktur. Der derzeitige Boom der deutschen Wirtschaft ist der beste Beweis dafür, dass es für eine gute Konjunktur auf eine sofortige Erhöhung der Konsumgüternachfrage gar nicht ankommt.”

Einen interessanten Kommentar zu einem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Regelung der Deals zwischen Angeklagten, Verteidigung und Gericht schreibt Wolfgang Neskovic in der TAZ. Ein Hinweis darauf, von welchen Gesetzentwurf er da redet, wäre allerdings recht hilfreich gewesen.
Neskovic beschwert sich darüber, daß reiche Betrüger und ihre juristisch gestählten Helferlein die Gerichte potentiell überlasten und dann mit Milde belohnt werden, wenn sie es nicht damit übertreiben. Daß Betrug in Steuer- und Finanzsachen komplexer ist als ein Banküberfall, mag in der Regel stimmen. Aber muß das sein? Man muß den besser Betuchten doch eingestehen, daß sie sich um das von ihnen unterschlagene, abgezockte und um die Ecke geklaute Geld wirklich einen Kopp machen. Wenn Herr Zumwinkel in seiner Steuererklärung einen Anfahrtsweg zu seinem PC von 40000 km angegeben hätte, wäre das nix geworden mit der Pendlerpauschale. Er ist halt komplexer vorgegangen. Bevor man also etwa im Supermarkt klaut, sollte man einige ganz legale Vorbereitungen treffen. Zum Beispiel im Auge der Kamera fein Sachen in die Tasche stecken, die man nachher wieder rausholt. Das wiederholt man 30 bis 40 mal und klaut nix, dann ist der Laden derart auf Trab, daß ein geschickter Diebstahl im Anschluß daran viel schwieriger nachzuweisen ist. Es gibt sicher noch bessere Ideen, aber ich möchte weder unterbezahlter Kaufhausschnüffler sein, noch Polizist oder Richter, der so etwas aufklärt.
Wolfgang Neskovic stellt auch ganz richtig fest:

Die Zumwinkels dieser Welt leisten sich hochintelligente und bestbezahlte Meister der Strafverteidigung. Sie sind intellektuelle Kampfsportler in der Disziplin der Konfliktverteidigung. Diese Anwälte tragen den höchsten juristischen Dan, und sie signalisieren Verhandlungsbereitschaft. Sie wissen genau, dass man sich lieber vor ihnen verneigt, als mit ihnen zu kämpfen.”

Das kann sich das diebische Proletariat natürlich nicht leisten. Aber ist es deshalb wehrlos? Weit gefehlt!
Wenn die Verhandlung durch geschickten Einsatz von Krankmeldungen, undeutliche Aussprache und eine Reihe besoffener Kumpels beeinflußt wird, die in der hergestellten Öffentlichkeit den Gerichtssaal vollstinken, womöglich gar unpäßlicherweise den Kasten Bier und die Pommes spontan ausspucken müssen, ist das ein echter Machtfaktor. Man wird sich vor ihnen zwar nicht verneigen, aber auf andere Art fürchten. Mit ein wenig Mühe und Phantasie kann so auch der kleine Mann vom neuen Gesetz profitieren.
Wenn man nur ordentlich in die kriminelle Logistik investiert, dann klappt’s auch mit dem Deal. Sicher wird die “sozialdemokratische” Justizministerin diese Möglichkeit soziale Gerechtigkeit herzustellen, in ihrem Gesetzentwurf bereits berücksichtigt haben.

Man kann die leute ja alles mögliche fragen, am besten gleich ein Ranking daraus machen und so tun, als seien daraus relevante Schlüsse zu ziehen. Sogenannte Demoskopen tun dies täglich, um uns ein Stimmungsbild zu kleistern oder furchtbar überzeugt so tun, als sei etwas die Kanzlerin irsinnig beliebt.
Die “Welt” hat einmal mehr den Vogel abgeschossen und nicht nur das höchst nutzlose Resultat eine sehr schwachsinnigen Umfrage veröffentlicht, sondern diesen Müll mit der Aussage verbunden, sie wisse jetzt, wer “die 20 wichtigsten Deutschen” seien. Dieser Superlativ ist selbstverständlich mit einer formidablen Klicktrecke verbunden. Jäh werden wir allerdings enttäuscht und mit der Einschränkung konfrontiert, daß es nur die aus “den Bereichen Kunst, Kultur und Sport” sind, die gewählt werden durften.

Wen würden wir nun erwarten in der Rangliste der Wichtigsten der Wichtigen? Günter Grass oder Heinrich Böll? Herbert Marcuse oder Jürgen Habermaß? Karlheinz Stockhausen oder Pina Bausch? Nein. Auch die schlechtgelauntesten Pförtner deutscher Museen und der Stadionsprecher von Schalke 04 waren leider nicht im Angebot. Der Deutsche hält vielmerh diese hier für wichtig, weiß die “Welt”:
Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) nannte demnach [Heinz] Rühmann als bedeutendste Persönlichkeit seit Gründung der Bundesrepublik. Für Loriot und Beckenbauer entschieden sich je 51 Prozent, danach folgen der mehrfache Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher (46 Prozent) und die ehemaligen Tennisprofis Steffi Graf (44) und Boris Becker (38).” Grass und Böll haben es übrigens immerhin auf einen Platz im Mittelfeld gebracht.
Was ist also “wichtig”? Weltmeister sein ist wichtig. Gewinnen ist wichtig. Vor allem aber ist Fernsehen wichtig, das erklärt auch, wie Thomas Gottschalk oder Hans-Joachim Kuhlenkampff in die Top 20 gekommen sind. Begleitende Interviews hätten die Umfrage noch seriöser gemacht und die Möglichkeit ergeben, die wichtigsten Kulturgüter zu benennen. Es hätte sich dann gezeigt, daß uns noch einige wichtige Persönlichkeiten fehlen, die sehr vernachlässigte Bereiche der Kultur repräsentieren könnten, welche dem Volk sehr am herzen liegen. Titten und Bier etwa sind doch wesentlich wichtiger, als die “Welt” uns hier weißmachen will.

Wir müssen aufpassen, dass wir nicht einen Tag nach der Konjunktureuphorie die nächste
Rezession herbeireden.

Wir sind nicht in einer Rezession.

Es ist komplett verantwortungslos von einigen Pessimisten zu behaupten, dass das Schreckgespenst der
Rezession umhergeht.

Wir sind nicht in einer Rezession.

Einige Herren haben mit ihren Einlassungen jedes Augenmaß verloren und arbeiten aktiv an einer kollektiven
Pessimismusfalle mit.

Wir sind nicht in einer Rezession.

Wer 25 Milliarden Euro Steuersenkung fordert, hat so wenig Augenmaß wie der, der ein
50-Milliarden-Investitionsprogramm fordert.

Wir sind nicht in einer Rezession.

Wir haben alle in einen Abgrund geblickt.

Deutschland ist in einer Rezession.

Wir haben noch nie in einen so tiefen Abgrund geschaut.

Deutschland ist in einer Rezession.

Deutschland ist in einer Rezession.

[Anmerkung: Dieser Text erschien erstmalig am 11.02.2009 in der Community des Freitag. Bislang poste ich einige Artikel doppelt, es wird aber dauerhaft eine Trennung der beim “Freitag” geposteten Inhalte von denen hier geben. Selbstverständlich bleibt Feynsinn mein Blog, der Rest ist Nebensache.]

Der NRW-Verkehrsminister hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und tritt als Schirmherr der Aktion “Runter vom Gas” zurück, bloß, weil er innerorts mit 109 kmh/h geblitzt worden ist. Welch ein Weichei! Daß man die Qualität deutscher Autos nicht im Leerlauf unter Beweis stellen kann, ist ihm doch ebenso klar wie die Tatsache, daß man vom Gas nur runter kommt, wenn man vorher ordentlich drauf war. Wer, wenn nicht Wittke, hat sich als wahrhaft kompetent in Sachen “Gummi geben, gefährlich leben” erwiesen? Der Mann weiß, wovon er spricht.
Parteikollege Althaus, die Pistensau aus Thüringen, ist von ähnlichem Schrot und Korn und hat seine Schnellebigkeit konsequent bis ins Koma unter Beweis gestellt. Was Wittke zum echten Vorbild fehlt, ist der fotoreife Kollateralschaden, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Nein, es ist immer wieder ergreifend, wie die hiesigen Eliten Pflichtbewußtsein und Spaßgesellschaft ineins nachgerade verkörpern. Es muß kein Widerspruch sein, Wasser zu predigen und eimerweise Wein zu saufen. Macht nicht gerade das den volkstümlichen Politiker aus, daß er das lebt, was sich der brave Bürger aus gutem Grund nie trauen würde? Sind nicht die wahren Helden der freiheitlichen Demokratie die, die es einfach tun und dennoch in Freiheit bleiben? Ist nicht gerade der ein guter Herrscher, der die ihm gegebene Macht auch ausübt?
Wir brauchen mehr solcher Männer, die für uns alle tun, was wir alle gern täten. Glaubt ihnen, man muß dazu geboren sein, derart asozial durchs Leben zu rasen. Es ist kein Leben für jeden, es ist eines für die Leistungsträger der Freiheit, die bar jeder kleingeistigen Tugend die wichtigste Idee der Bundesbundesrepublik verwirklichen: Freie Fahrt für freie Bürger. Und frei ist schließlich der, der ungestraft davonkommt.

Forza. Feynsinn ist das beliebteste Blog der Welt. In einer Umfrage unter drei Bundesbürgern, die bereits mehrere Länder bereist haben, wurde Feynsinn mit großer Mehrheit gewählt. Ich bin stolz auf mich und werde in Zukunft regelmäßig dergleichen Weihrauch herbeigüllnern.
Völlig ernst meint die “Welt”, Deutschland sei “das beliebteste Land der Welt”, weil irgendwelche Spacken in England irgendwelche anderen befragt haben. Zur Wahl standen ganze 15 Länder, gefragt wurden in 21 Ländern durchschnittlich nicht einmal 650 Leute. Was solche “Umfragen” wert sind, weiß jeder, der einmal kein Klopapier im Haus hatte und auch sonst nichts aus Zellstoff. Ich werde als nächstes eine Umfrage starten, welche der oben genannten Umfragen seriöser war, und hier kommen auch schon die Ergebnisse: Aha. Wir schalten um nach Deppendorf.
Eigentlich wollte ich mich zu einem Artikel von Thorsten Denkler in der Süddeutschen äußern, aber der Oeffinger Freidenker ist so nach dran, daß ich einfach ein Schild aufhänge. Da lang! ->
Ach, und eins noch: Gravenreuth muß endlich in den Knast. Schön. Noch schöner wäre allerdings, man würde ein gewisses Landgericht direkt hinterher schicken.

Ich mache meinen Job auch deshalb unverändert gern, weil ich weiß, welch engagierte Mitarbeiterschaft die DB hat. Ich bin stolz auf diese Frauen und Männer – sei es in unseren Führerständen, in unseren Zügen, auf unseren Bahnhöfen, in unseren Speditionen, in unseren Werkstätten, in unseren Verwaltungen oder wo auch immer. Ich bin stets aufs Neue beeindruckt nicht nur vom Einsatz aller DB-Mitarbeiter, sondern vor allem auch davon, in welch hohem Maß Sie sich mit unserem Unternehmen identifizieren.
ausbeutbahn
Sie identifizieren sich so mit diesem Unternehmen, daß Sie gar nicht merken, wie ich mit Ihnen Schlitten fahre. Ich lasse Sie Sonderschichten kloppen, streiche Ihnen die Wochenenden und zahle nur das Nötigste. Ich spare an Ihnen wie ein guter Manager und privatisiere anschließend den ganzen Laden. Die Kohlen, die ich an Ihnen einspare, streichen das Management und die Aktionäre ein. Ich behandle Sie fast so abschätzig wie einen Kunden auf dem Land.
Überhaupt – Sie und die Kunden! Das wäre ja eine Mischpoke, würden wir nicht dafür sorgen, daß Sie sich gegenseitig an den Karren fahren. Wir hetzen unsere Bluthunde auf die Schaffner, die Schaffner auf die Kunden und schließlich die Kunden wieder auf die Bahnmitarbeiter. Funktioniert genial, sonst hätten Sie sich längst zusammengerauft und dagegen protestiert, daß selbst unsere teuersten Züge lebensgefährliche Sparbüchsen sind. Ich bin sehr stolz auf Sie!
Allein, was Ihre Organisiationen für uns leisten! Erst lassen Sie sich von unserem blindesten Maulwurf führen, der die größte Gewerkschaft gegen die einzig entschlossene in Stellung bringt. Diese GdL nehme ich von meinem Lob übrigens ausdrücklich aus. Diese stasigestählten Arbeiter und Bauern gehören verboten, aber vor Gericht konnte ich mich leider nicht damit durchsetzen. Nun ja, aber die Transnet hat mir schon Freude gemacht. Inzwischen lasse ich den Hansen Personalmanager spielen und lasse ihn in Tarifverhandlungen auf die ehemaligen Kollegen los. Da kann er ganz lässig von oben herab zeigen, wo der Bartel den Most holt – wenn er ein guter Bartel ist. Wie liebe ich doch eine Arbeitnehmerschaft, die sich das bieten läßt! Anstatt den Hansen an seiner Krawatte aufzuknüpfen, verhandeln Sie mit ihm und nennen ihn “Partner”. Großartig!
Nicht zuletzt ist da Ihre Geduld zu nennen, Ihre bewundernswerte Bescheidenheit! Hansen erzählt Ihnen, zwölf freie Wochenenden im Jahr seien völlig inankzeptabel, und Sie feiern es als Riesenerfolg, wenn sie dann doch ab und an frei haben. Da draußen sind zweiundfünfzig Wochenenden üblich, ohne Kompromisse. Dafür haben echte Gewerkschaften schon in den Siebzigern erfolgreich gekämpft.
Was bin ich stolz auf solche Mitarbeiter! Selbstverständlich werden Sie nicht bespitzelt, wozu auch? Wir sorgen nur dafür, daß Sie auch gute Mitarbeiter bleiben. Damit wir auch morgen noch stolz auf Sie sein können – auf diejenigen von Ihnen, die dann noch für uns buckeln dürfen.
Ich danke Ihnen. Ich liebe Sie!

Sozial ist, was Arbeit schafft.
Eine unabdingbare Voraussetzung der Freiheit
ist das Vorhandensein von persönlichem Eigentum.
Wir müssen Eigenverantwortung fördern.

Wir müssen persönliches Eigentum schaffen.
Sozial ist, was unabdingbare Voraussetzung der Freiheit,
Eigenverantwortung fördert,
das Vorhandensein von Arbeit.

Eine unabdingbare Voraussetzung der Eigenverantwortung
ist das Vorhandensein von Arbeit.
Sozial ist, was persönliches Eigentum schafft.
Wir müssen Freiheit fördern.

Eine Freiheit der Eigenverantwortung
ist unabdingbare Voraussetzung von Arbeit.
Das Vorhandensein von Voraussetzung ist sozial
von persönlichem Eigentum.

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