Sind scheinbar mehrheitlich rechtsradikal, wenn man die Kommentatoren für repräsentativ nimmt. Die Saat geht auf. Bloß nicht drüber nachdenken!
2010
Springers intellektuelle Leser
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04. Mrz 2010 11:38
Schwarzgelb: Ist Westerwelle BVB-Mitglied?
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04. Mrz 2010 11:26
Für diejenigen, die sich im Fußball nicht so auskennen: Der “BVB” ist Borussia Dortmund, dessen Farben Schwarz/Gelb sind. Borussia Dortmund ist der Erz-und Erbfeind des Gelsenkirchener Nachbarn Schalke 04. Dessen Trainer Felix Magath wiederum wurde von Westerwelle in sein Dienstschloß eingeladen. Eine diplomatische Mission mit einer vermeintlich fremden Macht?
Den ebenfalls eingeladenen Thomas Gottschalk kann man durchaus für einen von ganz weit draußen halten, Vertreter einer Spezies, deren Wohlwollen der deutsche Außenminister gewinnen will. Bei den Herren Milliardären, die auf Staatskosten zur Party kommen, wird es allerdings eng mit der Begründung. Die sind nämlich eindeutig keine Fremden, weder für die Regierung im allgemeinen noch für Westerwelle im besonderen.
Das wird doch nicht am Ende ein dekadenter Umtrunk auf Kosten des Steuerzahlers gewesen sein? Wo die FDP doch ehern für den schlanken Staat steht?
Die Bruttoverdienste sinken. Das war doch das Ziel der FDP, daß es weniger brutto gibt? Davon dann weniger netto, was insgesamt mehr ergibt.
Das ist nicht wirklich witzig, der Spaß hört aber ganz auf, wenn man bedenkt, woran das liegt. Die Kurzarbeit, die zum Teil nur aufgeschobene Arbeitslosigkeit ist, verdankt sich dem zwischen-Crash deregulierter Märkte, wie die FDP sie seit Jahrzehnten proklamiert.
Und selbst ohne die zweifelhafte “Kreditklemme” sähe es nicht gut aus um Produktion und Dienstleistungen. Nach wie vor wird nicht investiert, weil an den Börsen schon wieder und immer noch schnelleres Geld verdient wird. Ohne die entsprechende Basis realer Geschäfte bedeutet dies, daß weitere Blasen gebildet werden, deren baldiges Platzen die Krise verschärfen werden.
Die Erbonkel von der FDP haben davon nichts begriffen, schmeißen jede Droge ein, die über den nächsten Tag hilft und scheren sich nicht um den Gesamtzustand. Alles, was sie umtreibt, ist wie sie ihre bald womöglich wertlosen Scheine in ihren Dynastien horten können.
Wie eine Epidemie setzen sich diese zu allem entschlossenen Marodeure derzeit in den Institutionen fest. Die Bundesbank soll aktuell von einem weiteren debiliberalen Keingärtner heimgesucht werden, dessen Qualifikation in seinem Parteibuch besteht. Hätte man mir vor zwanzig Jahren einen Roman unter die Nase gehalten, in denen diese Zeiten so beschrieben worden wären, wie sie sind, ich hätte ihn für linken Politkitsch abgetan. Inzwischen weiß man: Es könnte zwar kaum schlimmer kommen, aber es wird.
Hubert Ulrich steht vor KIK und schreit: “Ich bin billiger!” Er hat sich gar nicht vom saarländischen FDP-Paten kaufen lassen und seine Partei im Gegenzug vor Jamaica versenkt. Er hat vielmehr gleich die Partei kaufen lassen. Für unerhört günstige 38.000 Euro, wie die RP meldet.
Sarrazin findet, Westerwelle hat recht. Clement findet, Sarrazin hat recht. Westerwelle meint, Clement hat recht. Hundert mal abschreiben und einmal die Woche zitieren, fertig ist die publizistische Strafarbeit. Kein Leser ist unschudlig!
Allerdings ist selbt Viertelrassist und Armengegner Buschkowsky der Ansicht, Sarrazin sei wohl irgendwie fast, also im Grunde, ein Vollrassist und Armenhasser. Das ist nicht einmal mehr in der SPD “Mitte”, das ist “raus”. Hoffentlich.
Die FR ist nicht damit zufrieden, daß die Pädophilen- und Terrorfreunde vom Bundesverfassungsgericht wie erwartet die Vorratsdatenspeicherung gekippt hat [btw: Feynsinn gehört zu den erfolgreichen Klägern].
Daß es generell möglich sein soll, eine solche einzurichten, wenn man sich an entsprechend strenge Auflagen hält, regt Steffen Hebestreit auf. Da ist er in guter Gesellschaft, den die Rechten haben auch keinen Spaß mehr an einem Fahndungsmittel, das tatsächlich nur gegen schwerste Verbrechen eingesetzt werden darf. Wenn’s also keiner will, dann …
Es ist aber eh alles zu spät. Die Erde bricht. Wir fliegen alle runter. Dann kann der Rest ja aufatmen und in Ruhe ohne uns weitermachen.
Nichtstun muß sich wieder lohnen
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01. Mrz 2010 23:10
Wer nicht arbeitet, sollte mit Kürzungen des Existenzmaximums zu rechnen haben. Dies ist wäre eine Forderung, der das Volk uneingeschränkt zustimmen könnte, leider schlägt niemand dergleichen vor. Die Weigerung der Bundeskanzlerin, jedwede Richtlinien zu skizzieren, setzt sich konsequent fort in der Truppe der Bezieher leistungsloser Einkommen, die als “Bundesminister” firmieren, zumal bei denen, die der FDP angehören.
Einen skurrilen Artikel zur Arbeitsverweigerung des Impfjunkies Rösler hat Antje Höning für die RP vom Stapel gelassen, in dem die Kopfpauschale als der letzte Schrei angepriesen wird, der sich aber leider nicht verkaufen lasse. Weil es einen Wahlkampf hat. Rösler wird darin angekreidet, daß alle über Gesundheitspolitik reden, nur der zuständige Minister nicht. Immerhin eine Feststellung, die auf die traurigen Zustände im Horrorkabinett der Agenda Merkel hinweist.
Die tolle Kopfpauschale, die die armen Arbeitgeber entlaste und stattdessen den Herrn “Generaldirektor” ins solidarische System einzahlen lasse, sei “gerecht”, meint die RP – wenn es einen steuerlichen Ausgleich gebe.
Das ist, wenn nicht einfach dumm und falsch, zumindest naiv. Denn am großen Entwurf ist beinahe alles konkret, bis eben auf den steuerlichen Ausgleich. Bei näherer Betrachtung ist dieser nämlich teuer und bürokratisch. Wer die Pappenheimer der FDP kennt, wird wissen, daß ein echter Ausgleich gar nicht gewollt ist. Der ganze Spuk ist allenfalls dazu gedacht, die zu erwartende Pleite der privaten KV abzuwenden.
Noch lustiger wird die Eloge auf den “klugen” Minister, wenn es um die Kosten für Pillen geht. Rösler wird dargestellt, als sei er Opfer einer fremden Macht, die die Pharmaindustrie begünstigen wolle. Die Erklärung: Er sei vielleicht “zu nett“.
Ein gewagtes Stück heilloser Propaganda, die zu Tränen rührt. Mitleid ist das vorherrschende Lesegefühl. Mitleid mit dem netten Minister, dessen Klugheit und Herzlichkeit nicht wahlkampftauglich ist. Mitleid für die Qualitätsjournalistin, der nichts Besseres als das einfällt, um ihre Leser für doof zu verkaufen.
Immerhin in dem einen Punkt herrscht Einigkeit: Was immer die Berliner Gurkentruppe veranstaltet, mit Regieren hat es nichts zu tun. Wenn das so weitergeht, wird man Mutti bald “Hertha” nennen und strafversetzen – in die Fußball-Bundesliga.
Schöner Leben mit der Agentur
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01. Mrz 2010 12:05
Ein Kommentator erhoffte sich Berichte über meine Erfahrung mit der großen Agentur. Wohlan!
Ich hatte schon einmal mit dem Agentenamt zu tun, vor einigen Jahren. Bis zum “Jobcenter” habe ich es nicht geschafft, da ich vor Ablauf der 12 Monate, in denen ALG I gezahlt wird, wieder eine Stelle hatte. Ich erinnere mich noch gut, daß ich anfangs dachte, ich würde lieber auf die Versicherungsleistung verzichten, als mir dauerhaft die Behandlung als Exemplar gefallen zu lassen, das offenbar pflichtgemäß unfreundlich zu behandeln war.
Es blieb allerdings bei zwei Besuchen dieser Art. Als ich die entscheidende Frage bejahte, änderte sich schlagartig die Situation. Daß ich nicht nur zu den besseren Arbeitslosen gehörte, die eingezalht hatten, sondern auch einen “akademischen Abschluß” habe, öfffnete mir die Tür zu den beinahe leeren Fluren und den Büros, in denen Termine ausnahmslos auf die Minute eingehalten wurden.
Heute habe ich mir den Spaß gegönnt, die Hotline anzurufen, um zu sichern, daß ich keine Frist versäume in bezug auf meine Meldung. Die Dame am anderen Ende klang von vornherein nicht frühlingshaft gestimmt, als ich ihr aber abverlangte, meinen Anruf als Fristwahrung anzuerkennen oder mir Alternativen zu nennen, wurde sie zunehmend grantig.
Dreimal machte ich sie darauf aufmerksam, daß ich während der Öffnungszeiten der Agentur etwas Wichtigeres zu tun habe, mämlich meine restlichen Beiträge zu erwirtschaften. Sie war strikt der Meinung, ich müsse “ohne Termin”, wie sie betonte, in der Agentur vorsprechen und sei “verpflichtet”, mich binnen drei Tagen dort persönlich zu melden. Als sei ich nicht fertig eingerichtet im Oberstübchen, wiederholte sie dabei stetig “Personalausweis und Rentenversicherungsnummer mitbringen”. Ich schloß das Gespräch damit ab, daß ich Ihr erklärte, ich sei von ihrer Hilfe begeistert.
Was rede ich mit Robotern, wenn ich gleich selbst die Maschine bedienen kann? Ich hatte gehofft, daß man werktätige Menschen zuvorkommender behandelt. Im Gegenteil verschweigen diese Hotline-Genies nicht nur, daß es durchaus die Möglichkeit geben sollte, duch eine telefonische Meldung die Frist einzuhalten, sondern sogar die Möglich besteht, sich online arbeitssuchend zu melden. Ein Termin wird daraufhin (so wird dort jedenfalls angekündigt) telefonisch vereinbart.
Das weiß Frau Ixypsilon von der Hotline nicht. Ich werde bei meinem ersten Termin einmal danach fragen, ob sie das nicht wissen soll oder einfach nur Preßspahn unter der Fontanelle sammelt.
Bislang fehlte mir noch das Quentchen Kompetenz, das weniger gutmeinende Kommentatoren mir gelegentlich unterstellten, aber das wird sich bald einstellen. Ich werde ab April arbeitslos sein. Da fährt mir eine Westerwelle durch Mark und Bein, ich werde faul und unnütz sein.
Zwar darf ich mich noch darauf berufen, als zukünftig ehemaliger Spaghettiträger entlohnter Leistung von meinen Versicherungsbeiträgen zu leben, aber das kann sich bekanntlich ändern. Als jemand, der ohnehin nicht glaubt, daß mein Erwerb und mein kaum vorhandenes “Eigentum” in irgend einer Dimension “verdient” ist, war ich auch als Lohnvieh schon unmoralisch im Sinne der “Freien”, die sich mit dem identifizieren, was sie sich angeeignet haben.
Gar nicht so schlecht finde ich das sogar. Die Jahre waren ohnehin gezählt, die ich noch ausgehalten hätte. Im ausgetrockneten Reparaturbetrieb der von den Kommunen zu finanzierenden sozialen Verwerfungen, die als “Kinder- und Jugendhilfe” firmieren, ist mancher Job auf Dauer unerträglich. Wenn 80 Prozent der Energie in die mühsame Aufrechterhaltung der professionellen Distanz fließen, wo andere längst aufgegeben haben oder wieder andere glauben, sie könnten endlos fordern, weil sie “ihr Recht” über das aller anderen setzen, ist eine Atempause mehr als willkommen.
Noch habe ich keine Angst. Noch kann ich etwas Neues anfangen. Ich habe tausend Ideen, von denen allerdings keine so ausgereift ist, daß ich zuversichtlich wäre, sie erfolgreich umsetzen zu können.
Vielleicht braucht ja jemand einen Redenschreiber? Oder noch ein paar griffige Überschriften? Die könnt ihr ja gern auch weiterhin gratis abgreifen, wenn ihr mich dafür nicht drangsaliert. Das Leben könnte einfach sein.
Sigmar Gabriel abmahnen
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27. Feb 2010 19:28
Unverschämt, wer sich so alles bei mir bedient. Ich werde das Tor zur Hölle aufstoßen. Und dann den Hund rauslassen. Und meine Mutter!
Die FDP will dem 41-Jährigen Andreas Paulus das Ende seiner Karriere bereiten und das Parteimitglied zum Bundesverfassungsrichter machen. Der Mann ist zu jung für dieses Amt. Man hätte darüber diskutieren können, ob er dennoch eine gute Wahl wäre, wäre er nicht einer von vielen, die völlig unabhängig von ihrer Qualifikation in Posten und Pöstchen gebracht werden.
Die unerträgliche Begünstigung von Parteimitgliedern und der betuchten Klientel ist aber gerade dann eine Ohrfeige für die Demokratie, wenn es sich erweisen sollte, daß Paulus ein guter Richter an der wichtigsten Institution der Judikative wird. Die ganz übliche Besetzung von Richterposten nach Parteilichkeit wird überstrapaziert, wenn einmal mehr grundlegende Kriterien zurückgestellt werden. Die Lobbyralen hätten auch ein Pferd nominiert, wenn es nur den rechten Stallgeruch ausdünstete. Es ist purer Zufall, daß sich einer fand, der vielleicht können kann. Es ist kein Richtiges im Falschen.
SpOn erläutert, wofür der Völkerrechtler (!) demnächst zuständig sein soll und nennt u.a.:
“öffentliches Grundstücksrecht, geistiges Eigentum und Erbrecht.”
Erbrecht, es läßt nichts Gutes ahnen!
Das hier ist doch wohl frech geklaut, oder? Da schick ich jetzt mal meinen Anwalt los. Was sage ich, meine Mutter! Und meinen Hund!
