2007
Yearly Archive
Posted by flatter under
HintergrundKommentare deaktiviert 03. Sep 2007 23:17
Heute mache ich mal einen auf Wepp zweinull, ganz kuschelig kommunikativ in der irrwitzigen Hoffnung auf rege Anregungen. Fragen über Fragen:
- Braucht Feynsinn eine Blogumschau? Kann ja recht nett sein, auf Artikel in anderen Blogs hinzuweisen. Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich derartiges für Linkhurerei halten soll oder einen Dienst am Leser. Gelegentlich folge ich ja selbst solchen Empfehlungen, andererseits gibt es kaum etwas zu verlinken, das man nicht eh findet, wenn man es lesen will. Überdies stehen auf meiner Blogroll eine Menge Blogs, die vorzüglich durch die Sphäre leiten.
- Feynsinn-Umschau:Was haltet ihr von Links zu bestimmten Stichworten in diesem Blog (z.B. “Schäuble”/”Terrorismus”/Radsport” o.ä.) Wäre das inspirierend oder überflüssig? (Kann ja jeder auch selbst im Archiv suchen)
- Sind Illustrationen wichtig? Ich bemühe mich, gelegentlich das Bild durch Bildkes aufzulockern, was mehr Arbeit ist als mancher meint. Sind sie verzichtbar? Braucht es mehr davon?
Fehlt hier eine Kategorie? Sollten die Artikel allgemein differenzierter sortiert werden?
Schließlich noch eine technische Frage an Auskenner:
- Gibt es so etwas wie eine Firewall für Blogs? Ich kann zwar bestimmte IPs für die Kommentare sperren, aber ich würde gern auch einige fleißige Sauger ganz vom Inhalt fernhalten.
- Kann ich sonst noch etwas für Sie tun? ;-)
Posted by flatter under
HintergrundKommentare deaktiviert 03. Sep 2007 23:04
Montag ist Spiegel-Tag, und heute bringt SpOn die Frage zum Tage:
Hat Wolfgang Schäuble den politischen Instinkt verloren?
Posted by flatter under
Kultur[23] Comments 02. Sep 2007 0:13
Alle Netzwelt redet von Datenschutz. Alle Welt? Nein. Hinter den Bergen der Vernunft liegt ein großes unbelecktes Datendorf, das immerhin die öffentliche Intimsphäre unserer Kinder schützt. Vor ihren Eltern! Der “Schutz” wird groß geschrieben, nicht zuletzt der des Betreibers vor seinen Kinderkunden. Ob sie wirklich schon 12 sind, weiß SchülerVZ nicht, aber wenn sie denn 12 sind, was sie online unterschreiben, haften sie selbst für alles. Ob sie überhaupt wissen, was sie da tun, ist den Webkindergärtnern nicht gleichgültig. Nein, sie lassen die Kinder einen Vertrag abschließen, in dem diese erklären müssen, daß sie den Durchblick haben:
“Wenn Du also jünger als zwölf (12) Jahre, kein Schüler bzw. keine Schülerin, oder wenn Du mit den Allgemeinen Nutzungsbedingungen nicht einverstanden bist, mußt Du von einer Anmeldung absehen. Das gleiche gilt für den Fall, daß Du die Bedeutung der Erhebung, Verarbeitung und Speicherung der von Dir angegebenen persönlichen Daten nicht in vollem Umfang verstehst.”
Damit ist der Fall erledigt. Wer sich einloggt, versteht alles. In vollem Umfang.
Eltern (und Lehrer), die sich ein Bild vom vollen Umfang machen wollen oder weningstens eine vage Vorstellung entwickeln möchten, was dort geschieht, werden vertröstet, beschwichtigt und diskret außen vor gehalten.
Zitat: “Schenken Sie den Jugendlichen Vertrauen und gewähren Sie ihnen die Privatsphäre, die sie sich wünschen.” Selbstverständlich. Aber schenke ich Euch die Privatsphäre meiner Tochter? Vertraue ich einem Webangebot mit “Geschichte”?
StudiVZ: Das Original
SchülerVZ ist ein Klon von StudiVZ, beides gehört zur Holtzbrinck-Gruppe und wurde einer Clique von Freaks abgekauft, denen nicht nur Datenschutz, mit Verlaub, scheißegal ist. Wer die ganze ekelhafte Story lesen will, schaue sich in der Blogbar um. Leider beschränkt sich die Archivsuche dort auf die neueren Artikel. Über Google findet man aber auch leicht die älteren Einträge. Exemplarsich empfehle ich diesen Beitrag. StudiVZ und seine Initiatoren sind ein Musterbeispiel für fehlenden Datenschutz, Aufschneiderei, Lüge, Geschmacklosigkeit und Datenschacher. Die Erfahrung zeigt, daß Studenten massenhaft keinerlei Verantwortungsgefühl zeigen in bezug auf ihre privaten Daten. Aber unsere Kinder sind ja gut aufgehoben. Zwar heißt es: “Jugendliche bewegen sich im Internet meist unbefangen. Sie wissen oft sehr gut, wie man praktisch mit dem Medium umgeht, doch können sie kaum die Konsequenzen ihres Tuns abschätzen“, aber “schülerVZ unterstützt die Medienerziehung durch praktische Sicherheitsangebote, die in der Rubrik ‘Privatsphäre’ zu finden sind.” Eine Lachnummer.
Zeigt her Eure Daten, ihr habt nichts zu verbergen!
Die Erziehung zur totalen Offenlegung aller Daten exekutiert SchülerVZ gar vorzüglich. Die Standardeinstellungen sehen nicht nur vor, daß die Schüler und Schülerinnen möglichst viel preisgeben, sie werden suggestiv dazu aufgefordert. Der Duktus ist aggressiv und kommt ganz salopp daher:




Das sind also die Standardeinstellungen: Jeder darf alles sehen, “klar”! Als sei es etwas Sinistres, sich nicht jedem feilzubieten, sondern selbst kontrollieren zu wollen, wer was sehen darf. Und nicht einmal für das Echo im hohlen Schädel sind sich die VZler zu schade: “Ich habe nichts zu verbergen“! Den Kindern wird suggeriert, wer seine Daten nicht freigibt, sei ein Schurke. Hier spricht die Datenkrake ihres Vetrauens.
Dr. Sommer, die Einladefunktion und die dummen Eltern
Ich kam mir ziemlich verkaspert vor, als ich die Elternabfertigungserklärungen von SchülerVZ gelesen hatte. Meine Frage war ganz einfach: Was passiert dort? Was kann ich tun, um mich zu informieren? Und warum kommt man in SchülerVZ nur hinein, wenn man eigeladen wird?
Dazu muß man wissen: SchülerVZ ist ein esoterischer Zirkel. Es gibt keinen freien Zugang, sondern Schüler kommen dort hinein, indem sie von anderen Schülern per Mail eingeladen werden. Einen anderen Zugang gibt es nicht. Wie nun die Henne, das Ei und vor allem die ersten Nutzer zu SchülerVZ kamen, das ist geheim. Warum das so ist, ist nicht geheim: Es sei ein Schutz gegen “Unbefugte” und “unseriöse Nutzer”. Dies teilte mir Sascha Neurohr mit, das sozialpädagogische Feigenblatt, das blöde Fragen nicht beantwortet. Zwar antwortet der Herr oder das Team, das unter diesem Namen firmiert, derzeit noch recht prompt auf Mails, aber es redet fröhlich an den vorgebrachten Argumenten vorbei und wird schnell kurzatmig. Ich nahm die Meldung des Stern zum Anlaß der Aufforderung, mir einen Einblick in SchülerVZ zu gewähren, da ich meiner Sorgepflicht gern nachkäme. Bekannt geworden waren pornographische und rechtsradikale Inhalte bei SchülerVZ. Ich mochte den Holtzbrincklern daher nicht länger allein die Aufsicht über meine Tochter überlassen. Herr Neurohr klärte mich darüber auf, wie sicher das alles sei und daß man sich um all dies kümmere, wenngleich nicht immer und nicht sofort. Aber im großen und ganzen wird alles gut. Zweifel kommen da dennoch auf, denn
“Eine Liste mit Gruppennamen können wir Ihnen leider nicht zusenden, da es inzwischen über 566 000 Gruppen im schülerVZ gibt“, so Herr Neurohr. Aber sonst haben sie alles im Griff, denn”LKA und jugendschutz.net” seien auch an Bord. Na gottseidank!
Wer dreimal lügt
Nun hatte ja schon StudiVZ alles Mögliche erklärt, was nachher zur Lachnummer wurde. Die Nummer mit dem Chaos-Computer-Club, der vergeblich versucht habe, sich dort einzuhacken, war wirklich großes Kino. Ich vermute daher, daß derlei Beschwichtigungen nicht nur schlechte Argumente sind, sondern obendrein gelogen. Und ich erlaubte mir, darauf in einer zweiten Mail hinzuweisen. Mein Vertrauen hält sich in Grenzen, und ich erklärte Dr. Sommer, daß ein fehlender Gastzugang für Eltern mehr Probleme erzeugt als löst. Es ist kein Problem, an einen Zugang zu kommen, wenn man Böses im Schilde führt. Es ist aber unmöglich, die Elterliche Sorge wahrzunehmen, ohne sich (illegal?) einen Account zu besorgen. Obendrein trägt dieses Vorgehen unlösbare Konflikte in Familien. Ich formulierte diesen Umstand so:
“Dieses Gegenteil von Transparenz und Öffentlichkeit schafft nicht gerade Vetrauen. Gerade Eltern, die ihren Kindern den Zugang zum Netz ermöglichen wollen, kommen hier in die Zwickmühle: Sie können den Zugang nur verbieten oder blind darauf vertrauen, daß es “schon schiefgehen” wird. Dieser Konflikt kann nicht ans BKA oder freundliche Sozialpädagogen delegiert werden, er wird in den Familien ausgetragen. Die Jugendlichen können dann mit Recht sagen: “Du hast ja gar keine Ahnung, was ich da mache”. Und genau dafür sorgt SchülerVZ.[...] Bitte teilen Sie mir also mit, ob ein Zugang zu StudiVZ zum Zwecke der Gewährleistung der elterlichen Sorgepflicht möglich ist oder in absehbarer Zeit ermöglicht werden kann oder Eltern, die ihre Kinder auch im Internet beaufsichtigen wollen, nur die Möglichkeit bleibt, den Zugang zu SchülerVZ zu verbieten.”
Dazu Herr Neurohr:
“Der Gastzugang ist für uns schlicht gesagt zu riskant. Über eine solche Funktion könnten ja schließlich Pädophile sehr einfach sich die Profile der Nutzer ansehen, ohne dass sie kontrolliert werden können. Wir würden in einem solchen Falle einen Voyeurismus bedienen, wie ihn Pädophile ja klassischerweise vorrangig praktizieren. Das wollen wir nicht. Daher kommt der Gastzugang für uns nicht in Frage. [...] In unseren Gesprächen mit klicksafe.de und jugendschutz.net fühlen wir uns in unserer Einladefunktion als Schutzmaßnahme bestätigt.”
Dieser groteske Blödsinn geht an allen Argumenten vorbei. Ich bin gespannt, wann die ersten Pädophilen auffliegen. Ich wette, in SchülerVZ tummeln sich mehr solche als Eltern. Man fühlt sich “in Gesprächen bestätigt”. Alles sicher in den 566000 Gruppen? Daß der Hansel sich an der Frage nach der Möglichkeit eines Gastzugangs festbeißt, zeigt: Ihm und den Seinen fehlt jede Idee und Motivation, Eltern in die Nutzung einzubeziehen.
Need some Weed?
Ich habe ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu meiner Tochter, und nachdem ich ihr erklärt hatte, was mein Vorhaben war, gewährte sie mir Einblick in SchülerVZ. Lustige Gruppen gibt es dort. Sucht man zum Beispiel in den Gruppen nach “weed”, kommt man zu Clubs, die sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzen. Vertretbar, aber ist das ein passendes Thema für 12-Jährige? Ich habe mich nicht lange mit den Gruppen im schülerVZ beschäftigt, aber wie nicht anders zu erwarten, findet sich dort schlicht alles, das als jugendgefährdend betrachtet werden kann. Dabei habe ich aus Gründen des guten Geschmacks den Bereich, der mit Sex und Spielchen zu tun hat, ausgelassen. Drogen, Alkohol, indizierte Spiele – es ist alles dabei. Nun bin ich nicht vor den Schrank gelaufen und wundere mich nicht im geringsten darüber. Es ist auch zu befürworten, daß Kinder und Jugendliche über die Dinge kommunizieren, mit denen sie sich beschäftigen. Es ist allerdings Anlaß zur Sorge, wenn sie dies in einem Medium tun, in dem alles erlaubt und vorhanden ist – außer Erwachsenen, respektive Eltern, die davon etwas mitbekommen. Hier können sich die Kids in seliger Abgeschiedenheit in etwas hinein steigern, aus dem sie womöglich nicht wieder heraus finden.
Fazit: Im Zweifelsfall verbieten
So lange der Kontakt zu den eigenen Kinden besteht, Eltern mit ihnen reden können und man sich grundsätzlich akzeptiert, wird auch SchülerVZ vermutlich keine größeren Schäden anrichten. Wenn es aber zu dem nicht seltenen Phänomen kommt, daß sich der Nachwuchs zurückzieht, mehr im Netz lebt als draußen und sich nicht mehr mitteilt, ist SchülerVZ eines der Angebote, die sich systematisch der Kontrolle entziehen. Es gibt da für Eltern nur die zwei Möglichkeiten: Erlauben oder verbieten. Das Traurige daran ist, daß diese Situation vom Betreiber forciert wird. Die Schüler sollen sich dort eine Intimsphäre aufbauen, die den Eltern verschlossen bleibt. Gleichzeitig schaffen sie aber eine Datenöfflichkeit, die den Mißbrauch nicht erst heraufbeschwören muß. Voyeurismus und Exhibitionismus sind eine wichtige Säule von StudiVZ und SchülerVZ. Das geht weit über das bloß “Sexuelle” hinaus.
Wenn jetzt Eltern vor Gericht gehen, können die Betreiber sich warm anziehen. Denn für die Sicherheit und Integrität der Schüler sowie Jugend- und Datenschutz ist allein SchülerVZ verantwortlich. Aus einer Kneipe können Eltern ihre Kinder wenigstens noch rausholen. Bei SchülerVZ haben sie keinen Zutritt.
Posted by flatter under
PolitikKommentare deaktiviert 31. Aug 2007 12:03
Schäuble will “Online-Durchsuchungen” ohne richterlichen Beschluß. Was sonst? Ein Skandal? Was sonst.

Schäuble, sonst nichts.
Posted by flatter under
KulturKommentare deaktiviert 30. Aug 2007 23:17
Ein raffinierter Kerl, dieser Joachim “Kardinal” Meisner. Er mag das neue Fenster des Kölner Doms nicht, und er hat gottverdammt gute Gründe dafür:
- Es ist von Gerhard Richter, einem Künstler, dessen Werk nicht gerade als gottgefällig gilt. Vor allem deshalb nicht, weil Meisner jedes Verständnis dafür abgeht.
- Es ist ein Geschenk, und Meisner hat von Köln nur eines gelernt: Wat nix kost, is och nix.
- Es ist kein Bild darauf zu erkennen. Keine Pieta, kein Gemarterter, nicht einmal ein leeres Kreuz oder eine Eiserne Jungfrau. Es ist abstrakt, nachgerade zufällig!
| |
 |
Wir sind keine Moschee. Wir sind der Dom!
|
Letzteres ist natürlich das Schlimmste, denn damit erfüllt das Motiv ja “das Bildverbot des Islam”, und “wir sind keine Moschee”. Übrigens auch keine Synagoge, denn für das Judentum gilt an dieser Stelle dasselbe wie für dem Islam. Nein, wir sind der Dom! Meisner hat, genau wie seine Gesinnungsgenossen, erkannt, daß der deutsche Antisemitismus in der Islamophobie und dem flexiblen Ressentiment überwintert. Daher bläst er tapfer die Trompete gegen den Muslim und andere fremde Bedrohungen. Bildverbot, Islam, Terrorismus, Judentum, Frauenarbeit, Sodom, Gomorrha und Love Parade kommen ihm nicht ins Haus. Er war von Anfang an gegen “der moderne Driss”, konnte ihn aber nicht verhindern. Und nicht einmal sein Gegenentwurf (siehe Bild oben) wollte die Kölner Ketzer überzeugen. Aber so ist die Domstadt: Schwul, libertär und islamisch unterwandert. Da kann Gott froh sein, daß er wenigstens noch den Meisner hat.
Posted by flatter under
WirtschaftKommentare deaktiviert 30. Aug 2007 0:14
Heute meldete WDR2, es gäbe einige Änderungen in der Berechung der Prämien für die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherungen. Es kam dabei zur Sprache, daß etwa Hauseigentümer besser gestellt würden als Mieter. Sie besäßen in der Regel Garagen und pflegten ihre Autos besser. Diese “Erklärung” ist nicht nur inhaltlich ausgemachter Blödsinn, sie verkennt auch, daß Statistik solcher Erklräungen nicht bedarf. Statistik wird verkauft als nüchternes Zahlenwerk, objektiv und nicht beeinflußbar. Tatsächlich ist sie, wie das Besispiel zeigt, ein Werkzeug, nichts anderes.
Die Versicherungen leisten sich statistische Albernheiten bei der Berechnung der Prämien, die nicht mehr zu toppen sind. Dabei sind die Häuslebesitzer nur ein Beispiel. Wie errechnet sich die “Typ-Klasse” eines Kraftfahrzeugs? Der Grundgedanke ist nicht unbedingt falsch: Man geht davon aus, daß Autos, die höhere Schadenssummen verursachen, quasi gefährlicher sind. Das ist dann etwa plausibel, wenn ein Auto mit einem großen Gewicht und Metallstoßstangen den Unfallgegner als Knautschzone benutzt. Solche Wagen verursachen schneller hohe Schäden als leichtere, kleine KFZ. Genau dieser Effekt aber wird durch statistische Spielereien zunichte gemacht. Es geht nicht an, daß kleine oder billige Autos weniger teuer in der Versicherung sind, das paßt nicht ins Bild der Wirtschaftssolidarität. Die Versicherungen drehen daher den Spieß um:
Tendenziell am teuersten, klassenunabhängig, sind ältere und billige Autos. Warum? Weil sie von Fahranfängern gefahren werden, die besonders viele Unfälle verursachen. Männliche Fahranfänger verursachen dabei gern auch besonders hohe Kosten.
Daß dieser Umstand keinerlei Einfluß auf die Unfallwahrscheinlichkeit hat, die durch as Auto selbst bedingt ist, interessiert die Versicherer nicht. Wer wenig Geld hat, zahlt daher mehr.
Aberwitzig ist das System schon allein deshalb, weil es die Kosten stets aus Sicht der Unfallverursacher rechnet, nicht aber aus der der Opfer. Wer also mit einem Auto im Wert einer Luxusvilla umherfährt, wird dafür nicht besonders zur Kasse gebeten. Wer aber unvorsichtigerweise in so ein überflüssiges Vehikel hineinrutscht, verursacht immense Kosten. Diese werden dann auf dem Wege der Typklassenbrechnung all denjenigen aufgehalst, die zufällig das gleiche Auto fahren wie der Verursacher. Der traurige Clou dieser Angelegenheit ist aber die Behandlung der Opfer durch die Solidargemeinschaft der Versicherer. Während die Verursacher von Unfällen versichert sein müssen, interessiert sich kein Mensch für die Opfer. Wird etwa ein Unfall vorsätzlich verursacht, entfällt der Versicherungsschutz. Kommt jemand bei einem solchen Unfall schwer zu schaden, geht er meist leer aus. Mehr als der Verursacher zahlen kann, gibt es nämlich nicht. Bleibende körperliche Schäden werden also in der Regel nicht aufgefangen. Das kann ein Leben zerstören. Vielleicht sollte man sich dagegen versichern?
Daß die Statistik der Versicherer grober Blödsinn ist, zeigt sich auch in den Regionalklassen und der Einbeziehung der gefahrenen Kilometer. Wenn jemand mit einem einem “gefährlichen” Auto in einer “gefährlichen” Region extrem viel fährt und unfallfrei bleibt, was hat er davon? Wird er als Genie der Straße geehrt und zahlt daher bundesweit weniger? Nein, natürlich bezahlt er mehr.
Welchen Einfluß die Statistik auf die Prämien hat, hängt allein davon ab, was in die Statistiken einbezogen wird und was nicht. Sind Hausbesitzer bessere Autofahrer? Quark. Sie sind aber gute Versicherungskunden, ebenso Menschen, die mehr Geld in der Tasche haben. Es macht also Sinn, sie zu bervorzugen gegenüber dem Plebs, der eh nur die allernötigsten Versicherungen abschließt.
Posted by flatter under
HintergrundKommentare deaktiviert 27. Aug 2007 22:24
Gut, daß es Leute gibt, die freiwillig Springerpresse lesen. Aber seid gewarnt! Beschwert euch nicht, wenn ihr kotzen müßt vor Lachen!
Posted by flatter under
PolitikKommentare deaktiviert 26. Aug 2007 0:21
Während die EU-Kommission das Verbot der NPD fordert, sind Teile der Bundesregierung und vor allem der Innenminister dagegen. Dieser hatte schon im Mai seine bemerkenswerten Argumente dazu abgelassen: Man müsse für die Dauer eines Verbotsverfahrens die V-Leute abziehen, diese bräuchte man aber noch. Das dahinterstehende “Demokratieverständnis” ist genau so durch den Zaun wie wir es auch sonst von Schäuble kennen. Es gibt eine verfassungswidrige Partei, die deshalb beobachtet werden muß. Weil sie beobachtet werden muß, kann man sie nicht verbieten. Das heißt im Klartext, daß eine ernstzunehmende verfassungswidrige Partei nicht verboten werden kann. Nun ist diese Auslegung des Grundgesetzes schon Grund genug, die Eselsmütze zu zücken. Der Clou an diesem Vorgehen ist aber die Möglichkeit, die damit geschaffen wird: Der Staatsschutz hält sich eine verfassungsfeindliche Partei, beeinflußt diese von innen und sorgt für ihren Erhalt. Dieses Vehikel, und daran denken Schäuble und die Verfassungsbeschmutzer offenbar nicht, ist dazu geeignet, jederzeit wahlweise einen Putsch oder einen fingierten Aufstand durch die Sicherheitskräfte zu inszenieren. Es ist dabei völlig wurscht, ob dieses Szenario heute wahrscheinlich ist oder irgendwer daran denkt, so etwas zu tun. Die Möglichkeit wird nicht nur geschaffen, sondern auf Dauer eingerichtet. Wer glaubt, derart die Verfassung schützen zu können, ist mindestens so dämlich, daß er deshalb als “gefährlich” einzustufen ist.
Posted by flatter under
PolitikKommentare deaktiviert 24. Aug 2007 11:54
[via Duckhome] Die GEZ mag nicht, daß man sie GEZ nennt. Darum werden jetzt auch Abmahungen in die Welt geschickt, um zu unterbinden, daß jemand die GEZ-Gebühren “GEZ-Gebühren” nennt. Wenn das schiefgeht und die Kosten dieses Versuchs an der GEZ hängen bleiben, werden wohl die GEZ-Gebühren dafür herhalten müssen. Wenn nun einer in die Schranken reitet und das Verfahren durchzieht, könnte der Schuß gewaltig nach hinten losgehen. Was wären nämlich “GEZ-Gebühren”? Die “gesetzliche Rundfunkgebühr”, die gemeinhin so genannt wird, ist womöglich eine Gebühr, die gar nicht so eindeutig für den Rundfunk entrichtet wird. Man müßte sich einmal anschauen, wie hoch der Anteil ist, der daraus tatsächlich für Verwaltungszwecke ausgegeben wird. Es könnte sich dabei herausstellen, daß die GEZ und die für den Gebühreneinzug zuständigen Stellen in den Rundfunkanstalten so überproportional hohe Kosten für ihre Bürokratie verschlingen, daß die “gesetzliche Rundfunkgebühr” in Wahrheit eine GEZ-Gebühr ist. Viele Berichte und Erfahrungen sprechen dafür. Daß nun ein bürokratisches Monster wie der GEZ-Klumpen samt Rundfunkanstalten seine Identitätskrise auslebt, indem es versucht, Begriffe aus der Sprache zu klagen, paßt ganz herrlich in den Zeitgeist. Die widerliche Haltung dieser Leute wirft die Frage auf, ob das Zahlen der GEZ-Gebühr nicht Beihilfe zum Landesverrat ist. Dann müßte man die Zahlung nämlich schleunigst einstellen.
p.s.: Das hier habe ich noch in meiner Klamottenkiste gefunden.
Posted by flatter under
HintergrundKommentare deaktiviert 23. Aug 2007 11:40
Ist er nun ein Gedankenverbrecher oder ist er keiner? Dem Soziologen Andrej Holm wurde gegen Kaution Haftverschonung gewährt. Wer will das verantworten? Ein intellektueller Täter ist vollständig zu ilosieren, sonst besteht die Gefahr, daß er unverzüglich weitere Gedankenverbrechen begeht. Ein Skandal, wie butterweich die hiesige Justiz mit Terroristen umgeht, wenn die sogennante “Öffentlichkeit” nur laut genug aufbegehrt!
Beinahe gratulieren könnte man hingegen dem Staat Texas zur Vierhundertsten. Leider verwässern die Texaner diesen großartigen Erfolg selbst. Denn was nützt die Todesstrafe, wenn man die Leiche nachher nicht du die Straßen zerrt?
« Vorherige Seite — Nächste Seite »