Hintergrund


Jetzt geht der Irre zu weit: “Bush würgt Queen bei USA-Besuch.” [edit: Inzwischen nicht mehr aufrufbare Meldung bei FR-Online: “Bush würdigt Queen bei USA-Besuch”, meiner selektiven Wahrnehmung zum Opfer gefallen]
Oder so…
Der Unterschied zwischen “würdigen” und “würgen” ist übrigens ein verstorbenes Mitglied der Royal Family. Zufall?

Die Menschheit wird einen zweiten Planeten besiedeln. Die erste Mission ist bereits geplant, dabei werden Russen, Amerikaner, Chinesen, Araber und Deutsche gemeinsam ins All starten. Während die Russen die Ausbeutung der Bodenschätze organisieren, wird der arabische Kollege das Magnetfeld der “Zwerde” gen Mekka ausrichten. Die Amerikaner beanspruchen vier der fünf Kontinente und werden erstmals ihre neue Fahne aufstellen, auf der sich ein Kreis zwischen den Sternen befindet. Die Chinesen schicken lediglich einen Beobachter mit, der für die vollständige Dokumentation verantwortlich ist.
Für Deutschland wird ein Mitarbeiter an Bord sein, der einen Überwachungssateliten in die Umlaufbahn der Zwerde bringt. Wir wünschen gutes Gelingen!

Wenn tausende Menschenleben gerettet werden können, muß die Freiheit eingeschränkt werden.
“Im März erwischte der Besitzer eines Internet-Cafés in Algerien einen Gast beim Surfen auf islamistischen Websites. Daraufhin sperrte er den Mann in sein Café ein und holte die Polizei. Es stellte sich nach Polizeiangaben heraus, dass es sich bei dem Mann um einen Dschihadistenführer handelte – in den folgenden Wochen nahm die Polizei 24 seiner Gefolgsleute fest.”
Ergo: Wer für ein freies Internet ist, unterstützt die Mörder.

Ich dachte so bei mir: Um die Standardreaktionen einmal zu konterkarieren, könnte man doch sofort mit der MP ins Haus fallen und den Leuten die These vor die Füße klatschen, daß am besten alle ständig bewaffnet herumlaufen sollten, um Schießwütige aufzuhalten. Mir war das nicht Satire genug. Die Reaktionen routinierter US-Bürger haben mich mehr als bestätigt: Die irren Waffenfetischisten sagen das nicht nur, sie meinen es ernst. Der Oberirre im Weißen Haus setzt dem die Krone auf, hält sich nicht allzulange mit Beileidsheuchelei auf und kommt direkt zur Sache: Das Waffengesetz wird nicht geändert. Gut aufgepaßt, die paar Opfer sollen das Geschäft nicht stören! Was soll man dazu noch sagen? Fragen wir einfach den Schäuble:
Schäuble, was machen wir da?
“Verbieten”!
Na also, geht doch!

Ein herrlicher Sonnentag. Nachdem gestern schon Freiluftveranstaltungen mit viel Bewegung stattfanden, darf man sich heute zur Nachlese im Liegestuhl flezen und hören, daß nicht nur die Rente sicher ist, sondern auch die Partnerschaft mit Rußland. Das darf man wohl annehmen, denn gerade die letzten Tage haben gezeigt, daß das lange Bewährte noch immer konsequent gepflegt wird. Gerd “Ätze” Schröder macht uns bei der Gelegenheit den russischen Erklärbär, der kein Problembär ist: In Rußland, so lernen wir, gibt es einen lupenreinen Demokraten, auf den hören alle anderen. Und wer nicht hören will, muß fühlen.
A propos Geschwätz von gestern: Den Feynsinn Orden für besondere Verdienste um curchilleske Rhetorik verdient sich heute Günther Oettinger. Mal wieder echten Scheiß gelabert und keinen Bock mehr auf blöde Diskussionen? Einfach von sich selbst distanzieren oder die gerade vielfach herausposaunte Überzeugung “nicht aufrechterhalten”! Das Beste an diesem Meisterwerk des Sophimus’: Genau so hat’s der gelobhudelte Richterhenker selbst auch gemacht. Schließlich war nur seine Aktentasche in der NSDAP. Das wiederum läßt ahnen, wie es weitergeht: “Was gestern Recht war, kann heute kein Unrecht sein”, sagte der Meister später. Und so meint es insgeheim auch der Oettinger Günther: “April, April, jeder weiß, was ich will”.
Und was ist jetzt mit der Wahrheit? Die blieb irgendwo zwischen Stuttgart und Dachau auf der Strecke.

Sein neuester Artikel ist nicht einmal schlecht, und ich kann ihm gar zustimmen. Lachen darf man wohl, wenn er “wir Spontis” sagt, das nehme ihm ab wie einst Billy Idol sein “we the punks” und frage mich, wen das interessieren soll. Daß Mohr aber nun auf Öttinger einprügelt, nachdem er selbst Filbinger als “Mitläufer” bezeichnete, der “versucht [hat] zu helfen und zu mildern”, soll mal jemand erklären. Was ist los mit Mohr? ist es Alzheimer? Schizophrenie? Hat er einen Sponti auf seiner Schulter sitzen, der dem Spießer ab und an mal die Hölle heiß macht? Oder ist er vielleicht einfach ein gnadenloser Opportunist?

Ich blogge nun seit gut eineinenhalb Jahren und wundere mich noch immer über gängige Gepflogenheiten. So scheint es Usus zu sein, einmal gepostete Artikel nicht mehr zu korrigieren. Selbstverständlich fände ich es auch ulkig, im Nachhinein inhaltlich zu editieren, ohne das kenntlich zu machen. Was aber Tippfehler anbetrifft, korrigiere ich mich schamlos auch Monate später, wenn es mir auffällt. Gilt das als unfein? Ist es authentischer, Fehler unkorrigiert zu lassen? Oder haben die anderen einfach keine Zeit dazu?

Na, da hätte sich der Schäuble aber gefreut, wie Georg Klein sich um die Sicherheit der Grenzen kümmert! Daß die satirische Absicht kaum mehr von einer realpolitisch motivierten unterscheidbar ist, zeigt, wie wachsam das Volk schon geworden ist. Die Amis machen’s vor, dort bewachen hunderte Privatpersonen am heimischen PC die Mauer zu Mexico. Das kann der EU dann doch auch nicht schaden, gelle? Natürlich ist das Konzept noch unausgereift, vor allem, weil es den Terroristen im Innern nicht erkennt. Da waren wir in Deutschland schon mal besser, obwohl wir seinerzeit nicht die heutigen technischen Mittel hatten. Was Gestapo und Stasi geleistet haben, läßt sich erst aus dieser Sicht wirklich würdigen. Respekt!
Die Idee, ein Netz von Spitzeln an privaten PCs und per Webcams die Republik überwachen zu lassen, ist genial. Mal sehen, wann der Vorschlag von offizieller Seite kommt. Der Haken bei der Sache: Die Deutschen sind zu gründlich. Bis nämlich für jede Taube, die den Bewegungsmelder in Gang setzt, eine Akte angelegt ist, hat der Muslim längst wieder zugeschlagen – und wieder mal ganz woanders. Hinzu kommt noch, daß die potentiellen Ein-Euro-Jobber aus dem Plebs, Idealbesetzung für die Heimatsicherung, zu zwei Dritteln keinen geraden Satz mehr schreiben können.
Man sollte sich aber von solchen Hürden nicht abhalten lassen und in diese Richtung weiterdenken. Vernetzte private PCs, auf die die Behörden jederzeit zugreifen können, das Projekt ist einen Großversuch wert. Warum fängt man nicht einfach damit an, die gefährlichsten Subjekte überhaupt zusammenzufahnden, diejenigen, die immer was zu meckern haben und niemandem nützen? Einen Projektnamen hätte ich auch schon: “STI” – Search Terrestrian Intelligence!

Nicht nur die Deutschen bedürfen der “Re-Edaction”, wie der Mahlzahn festgestellt hat, sondern auch die Amis selbst. Ihre Grundverlogenheit ist mithin genau so weit entwickelt wie die der Deutschen, nur haben sie nie an einen Kaiser oder Karl May geglaubt. Die Amerikaner glaubten eher an ihre Stärke, aber immer, wenn das schiefging, drehten sie den Spieß um und fielen ihren Truppen in den Rücken. Ob Vietnam oder Irak – dasselbe verlogene Spiel! Erst bejubeln sie den Einmarsch in fremde Länder und träumen von einem schnellen Sieg, aber kaum sind einige tausend der eigenen Söhne im Staub krepiert, finden sie das alles plötzlich fies und gemein. Dann machen sie ein ’68 oder flüchten sich in Antiamerikanismus! Über 80% der US-Amerikaner glauben, “die Welt werde für US-Bürger zunehmend gefährlich” und fast drei Viertel meinen, die U.S.A. “leisteten als führende Nation keine gute Arbeit dabei, die Welt friedlicher und wohlhabender zu gestalten” (SZ). Schade, daß man sie nicht noch danach gefragt hat, ob sie Angst vor der iranischen Außenpolitik haben. Dann hätte sich vermutlich herausgestellt, daß der Malzahn-Faktor bei den Amis noch höher ist als bei den Deutschen. Das hätte der Broder kommentieren können, und zusammen wären sie übern großen Teich, um die nötige Erziehungsarbeit zu leisten.

TELEPOLIS zeichnet den Weg Uri Gellers nach, der kaum eine Peinlichkeit ausgelassen hat und beinahe jede Möglichkeit nutzte, sich als Scharlatan hervorzutun. Das hat seinem Erfolg nicht im mindesten geschadet, und er schafft es bis heute, Geschichten aufzutischen, die in mehreren Varianten bereits je als Lüge entlarvt sind. Macht aber nix, denn wenn Journalisten eines besser können als schlecht recherchieren, ist es, schnell zu vergessen. Der Rest ist PR, die Gellers Spezis stets hervorragend in Gang hielten. Warum sie funktionierte, ist die falsche Frage, denn “Warum” fragt nach dem Grund. PR aber ist frei von Sinn und Wahrheit, wofür die Uri-Geller-Story das beste Beispiel ist.
Trösten können sich diejenigen, die glauben, der SPIEGEL sei nicht mehr das, was er früher einmal war, übrigens damit, daß auch 1974 schon miserabel recherchierte Artikel , zum Beispiel der über Geller, ins Blatt rutschen konnten – trotz Augstein.
Warum schreibe ich das? Vermutlich, weil ich so billigen Trost brauche. Ansonsten gilt natürlich nach wie vor: Früher war alles besser.

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