Hintergrund


tatu
Es gibt Tage, da fließen die Tränen reichlich und solche, wo der Schnupfen tobt. Auf beides wäre ich vorbereitet. Schlimm sind aber die trockenen Tage, an denen nichts fließt, der Körper und der Kopf voller Blei sind. Ich ahne schon heute, daß ich mich am Dienstag krankschreiben lassen werde. Peter Hahne wird das gern hören und mit dem Finger auf mich zeigen. Was bin ich doch für ein perfider fauler Sack! Sicher so eine Maßnahme, um die lange dunkle Zeit ohne Feiertage zu versüßen, zwischen Neujahr und Ostern. Da hat er mich aber erwischt!
Nein, morgen ist nur eine Kollegin in der Einrichtung, ich kann sie nicht allein arbeiten lassen. Ab Dienstag sieht das besser aus. Vielleicht wird aber auch alles gut und ich kann schon morgen voller Elan über die Felder hüpfen. Dann kann der Hahne immer noch sagen, ich sei ein Faulpelz im Geiste. Gut, das er so gut auf uns aufpaßt.

Aber immerhin, 100 Euro pro Kind, das ist doch schon was! Auf die Zeitspanne berechnet, in der man für ein Kind aufkommen muß, sind das ca. fünf Euro pro Jahr. Dafür können sich die Eltern dann jedes Jahr Weihnachten eine Schachtel Kippen kaufen. Da ist Steinbrück gar nicht geizig.
2500 Euro gibt es sogar als Abwrackprämie, nicht für kleine Kinder, aber für alte Autos. Auf die Lebensdauer der verschrotteten Autos gerechnet, sind das etwa 278 Euro pro Jahr. Wirtschaftlich gedacht, ist das sehr konsequent, denn Deutschland exportiert keine Kinder, und diese kaufen auch keine Autos. Die Abwrackprämie sorgt zudem dafür, daß nicht Konsumenten der untersten Charge begünstigt werden. Wer sich keinen Neuwagen leisten kann, geht leer aus, und das ist dann ganz neusozialdemokratisch “auch gut so”. Gefördert werden soll nämlich echter Konsum, der der Wirtschaft hilft. Mit dem Kinderbonus ist der Gerechtigkeit schließlich genüge getan – sie kommt dem Reichen ebenso zugute wie den Armen. Ein Zeichen für eine funktionierende Demokratie.
Peer Sparbrück, der als Finanzoberexperte für dieses Meisterwerk sozialdemokratischer Marktwirtschaft verantwortlich ist, sorgt gleichzeitig dafür, daß es kein Mehr und kein Zurück gibt. Sollte irgendwann wieder genug Geld durch die Banken und Konzerne fließen, soll dieses moderat wieder das Sparschwein füllen. Dem Prekariat soll mit Vefassungsrang deutlich gemacht werden, daß es auch in besseren Zeiten nicht die Hand aufzuhalten hat. Zuerst kommt die Wirtschaft, dann der ausgeglichene Haushalt und dann – nichts mehr. So gehen die Sozen mit Geld um. Von deutschem Boden soll nie wieder der Vorwurf ausgehen, die SPD verschwendete das Geld mit Almosen.
Noch beeindruckender als dieser politische Höhenflug ist allerdings die Wirtschaftskompetenz der Union, die ganz allgemein die Steuern senken will, um damit die höheren Staatsausgaben zu finanzieren. Das größte ökonomische Genie aller Zeiten, Glos der Große, sonnt sich im Glanz der Krise wie ein Hähnchen im Grill – geistig ähnlich lebendig, dabei aber weniger nahrhaft. Wem ist es bloß eingefallen, diesen Experten zum Wirtschaftsminister zu machen? Wer überläßt diesem sporadisch Aufgeweckten in schwerster See das Ruder des Flaggschiffs, auf daß er mit ruhiger Hand lässig unter jedem Riff hinwegtaucht?
Es ist die Bundeskanzlerin, der meine volle Bewunderung gilt: Wem es gelingt, sich hinter solchen Schmalhanseln zu verstecken ohne entdeckt zu werden, dem kann keiner das Wasser reichen – selbst wenn es allen bis zum Halse steht.
Das beste Konjunkturprogramm wäre freilich eine Abwrackprämie für den Kutter, auf dem diese Geisterfahrer die Crew geben.

And here are the Votes of the Somalian Pirate Jury for 2009:

Januar: Feynsinn wird Kiloblog. Der tausendste Beitrag erscheint und wird frenetisch bejubelt. Die Weltpresse gibt sich alle Mühe, dem Ereignis gerecht zu werden, stellt aber frustriert fest, daß die Welt sich so einfach pressen läßt, wie die Verleger es gern hätten.
Roland Koch wird in Hessen Ministerpräsident auf Lebenszeit. Erster Gratulant ist Gerhard Schröder im Auftrag von Vladimir Putin.
Die Vorratsdatenspeicherung wird offiziell eingeführt. Das Bundesverfassungsgericht meldet “Denial of Service”, weil es inzwischen mehr Klagen und Beschwerden als Gesetze gibt. Schäuble fordert die Einführung einer universellen Gerichtsbarkeit beim BKA.

Februar: Zur Feier des 200. Geburtstages von Charles Darwin werden Gesundheitsuntersuchungen für Hartz-IV-Empfänger und Steuerfahnder verbindlich. Das Ergebnis der Studie: Ein Sozialneid-Gen bestimmt die Karriere. Die Untersuchungen werden auf die gesamte Bevölkerung ausgedehnt.
Die Löhne und Lohnersatzleistungen werden einmalig der Monatslänge angepaßt. Eine Ausnahme gilt für leitende Angestellte der Finanzbranche, aus verfassungsrechtlichen Gründen.

März: Feynsinn wird Kiloblog. Mehr als eintausend Leser besuchen täglich ein vom Aussterben bedrohtes Viech und laben sich am selten gewordenen Naturschauspiel des “Räsonierens”.
Auf der Leipziger Buchmesse stellt Angela Merkel ihr Buch “Gemeinsame Lösung” vor. Volker Pispers randaliert volltrunken und wird auf der Ladefläche eines Bundeswehr-LKW durch die Stadt gefahren und zur Schau gestellt.

April: Endlich wieder dreißg Grad! Zu einer Sponaten Rußparty finden überall in der Bundesrepublik Autokorsos statt. Zugelassen sind nur steuerbefreite Geländewagen deutscher Hersteller.
Auf der re:publica kommt es zu einem Eklat. Versehentlich eingeladene Blogger minderer Prominenz stellen die Existenz mitveranstaltender Götter infrage. Sie werden zu ewigem Jubiläum verbannt.

Mai: Helmut Schmidt wird zum Bundespräsidenten gewählt. Horst Kohl, Köhler, am Köhlersten tritt in die FDP ein und fordert die Abschaffung der Tabaksteuer.
AC/DC müssen die geplanten Zusatzkonzerte in Deutschland absagen, da sie alle verfügbaren Sauerstoffzelte bereits auf der Bühne verbrannt haben.
Notstand bei Feynsinn: Wegen SÜD (Hormonsyndrom) beginnen alle Beiträge mit “Mann, bin ich geil” oder “Mann, bin ich alt”. Tausende neuer Leserinnen (jung) vertreiben hunderte alter Leser (alt).

Juni: Bei den Europawahlen erzielt die CDU einen großen Wahlsieg knapp vor der NPD. Wahlbeteiligung: 17%.
Die letzten britischen Soldaten verlassen den Irak und werden nach Afghanistan verlegt. Vor der Küste Afghanistans kreuzt die deutsche Marine. Franz Josef Jung wird zum neuen “Wüstenfuchs”.

Juli: Die längste Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts über dem Pazifik wird live übertragen. Dieter Bohlen kommentiert das Schauspiel und erblindet. Seine 16-Jährige Gespielin hat Glück, sie liegt oben.
Bei der Tour de France gewinnt Lance Armstrong mit 3 Tagen Vorsprung. Alle anderen Spitzenfahrer werden wegen der Einnahme bekannter Substanzen disqualifiziert.

August: Bei den Landtagswahlen im Saarland gewinnt die “Linke” mit 48% der Stimmen. Die Regierung stellt eine Koalition aus CDU, SPD, FDP, Grünen und der “Bewegung Deutsch”. Kommissarischer Ministerpräsident wird Roland Koch, der damit zwei Länder gleichzeitig regiert.
Sommer. Zweiter Hormonschub. Ich versuche, mein Testosteron durch Bergetappen und wildes Fluchen in den Griff zu bekommen. Funktioniert!

September: Bei den Parlamentswahlen in Afghanistan holt George Walker Abu Johnny die absolute Mehrheit. Erster Gratulant ist Gerhard Schröder im Auftrag von Vladimir Putin.
Die Feiern zum 60. Jahrestag der Konstituierung des 1. Deutschen Bundestages und des Bundesrates, der Wahl des ersten Bundespräsidenten und der Wahl des ersten Bundeskanzlers werden in Würde begangen. Auf allen Veranstaltungen wird die Neujahrsansprache von Helmut Kohl (1985/1986) von Ein-Euro-Journalisten verlesen.
Der Deutsche Bundestag wird gewählt. Die CDU (35%) und die SPD (21%) verabreden eine Große Koalition.

Oktober: Leseschwache Schüler und Arbeitslose werden zur Ernte in die Weinberge geschickt und erweisen sich als brauchbare Helfer. Alles wird Gut!
Zum 40. Jahrestag der ersten Regierungserklärung Willy Brandts hält die neue SPD-Vorsitzende Andrea Nahles eine Brandrede, in der sie fordert: “Wir wollen auch Demokratie akzeptieren”. Damit setzt sie ein deutliches Zeichen gegen den Koalitionspartner (CDU).

November: Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls wird der Solidaritätsbeitrag auf 20% erhöht. Gegenfinanziert wird diese Maßnahme durch einen Wegfall der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung.
Friedrich Merz und Wolfgang Clement treten in die SPD ein.
Hans-Werner Sinn wird Ehrenvorsitzender von CDU, SPD und FDP.

Dezember: Zum 30. Jahrestag des Einmarsches sowjetischer Truppen in Afghanistan besuchen Gerhard Schröder und Vladimir Putin die deutsche Marine. “Verdammt robust, euer Mandat”, rülpst der ebenfalls eingeflogene Marineminister Struck in den Wüstenwind. Es wird ausgelassen gefeiert.
Weihnachten fällt aus, um schädlichen Konsum zu vermeiden. Das Volk erfreut sich an seiner Disziplin und skandiert vor dem Reichstag: “Gürtel enger, Merkel länger!” Als letztes Gesetz des Jahres wird ein Alkoholverbot für Blogger erlassen.

Ich wünsch Euch alles Feyne!

Für einen Kommentar zu Wolfgang Clement bin ich

too sexy.

Uns fällt der Himmel auf den Kopf. Wir Gallier stehen auf unserem Feldherrnhügel und sehen die einst überlegenen Truppen des Imperiums als Häuflein Elend um uns herum liegen. Anders aber als “Anno 52″ (v.Chr.) sind nicht wir es, die verbrannte Erde hinterlassen haben. Die Truppen des Imperiums werden auch nicht fliehen. Wir werden sie nicht vertreiben, im Gegenteil: Wir werden ihnen helfen, weiter stolz ihr Signum durch unsere Länder zu tragen. Haben wir doch glernt: Gallien wurde erst durch die Römer eine bühende Landschaft. Ohne sie gäbe es uns gar nicht.
Wir Gallier, das sind die die Staatsbürger und die Römer sind die Sturmtruppen der freien Marktwirtschaft. Historische Vergleiche haben ja Konjunktur, dieser ist meiner. Eat this!
Die Quintessenz stimmt jedenfalls: Uns fällt der Himmel auf den Kopf. “Hier geht nichts mehr”, meinte der tapfere Börsenerklärbär der Tagesschau heute, und die Restjournaille plakatiert unisono, der Dax sei “gerettet” – weil das strunzdumme Gezocke mit VW-Aktien einen Tageshype verursacht hat, dem in der Oper über diese Zeit sicher ein Akt gewidmet werden wird. Sollten Leerverkäufe nicht verboten werden? Nicht einmal das, und wenn’s der Indexrettung dient, ist doch alles im Lot.
Das Motto stimmt ebenfalls: Die spinnen, die Römer!
Immerhin haben sie jetzt Angst vor uns. Die Radikalgallier der Linken sind den römischen Barden viele Lieder wert, eines singt heute der Schirrmacher, der meint, die “LINKE” könne “über von ihr erzwungene Enthaltungen als Mitspieler in vier Landtagen den Bund in erstaunlichem Umfang kontrollieren“. Das nenne ich “Panik”.
Inzwischen wird sehr ernsthaft über feste Wechselkurse diskutiert, der Urgallier Sarkozy etwa fordert solche. Sollte er sich damit durchsetzen, hätte der radikalgallische Volkstribun auch noch im letzten Detail recht behalten. Eher überquert Hannibal mit Elefanten die Alpen!
Rom wird nicht fallen. Oder? In den Provinzen rumort es. Es heißt, Rom könne seinen Söldnern keine Beute mehr bieten. Noch fallen sie nicht scharenweise ab von der großen Macht. Zu viele Statthalter wissen, daß sie keine Zukunft haben, wenn Rom fällt. Zu viele Söldner haben ihre Familien gegen sich aufgebracht, und noch immer singen die Barden dieselben Lieder. Viele Kinder kennen nur noch deren Gesänge, und bislang haben nur die tapfersten Gallier ihre Barden geknebelt. Neue Lieder werden nur heimlich in Wald angestimmt.
Die Herden sind in Aufruhr. Sie wissen nicht, wohin. Die saftigen Wiesen, von denen die Barden singen, sind karges Land, das niemand mehr bewirtschaftet. Uns fällt der Himmel auf den Kopf. Wird dies das Ende sein? Die Gallier glauben es. Immer mehr Römer glauben es. In Rom macht sich ein neuer Kult breit, der Erlösung und Nächstenliebe verspricht. Unsere Druiden warnen uns, daß am Ende doch wieder Rom das Zentrum der Macht sei. “Erlösung” und “Nächstenliebe” seien nur die neuen Titel der alten Barden. Dann sei es doch besser, uns fiele der Himmel auf den Kopf.
Unser Dorfältester sagte heute zu mir: “Wenn du weißt, daß morgen die Erde untergeht, dann reiße noch heute einen Apfelbaum aus und schlage ihn dem nächsten dekadenten Römer in seine dämliche Hackfresse!”

“Wir tun nur unsere Pflicht”, das ist das Motto der Eichmännchen und -Frolleins, die uns auf dem Amt klar machen, daß wir erst den Fernseher verkaufen müssen, ehe die nächste warme Mahlzeit dran ist, der freundlichen BKA-Beamten, die monatelang einem Hinweis aus der Bevölkerung nachgehen oder der korrekten Sekretärin, die um zwölf uhr null und null Sekunden den lebenswichtigen Antrag nicht mehr entgegennimmt, weil “dann ja jeder kommen” könnte.
Heute hat ihn sich die unbekannte Heldin der Deutschen Bahn verdient, die ganz im Sinne des zukünftigen Börsenkurses dafür sorgt, daß nur zahlende Kunden transportiert werden. Eine Zwölfjährige mußte bei Rostock in der Dunkelheit aussteigen, obwohl andere Fahrgäste bereit waren, für ihr Ticket zu zahlen.
Diese Förderung des Schwarzfahrens macht die Sache ja nun wirklich nicht besser, wußte die Plichbewußte und tat diese ihre.
Der Skandal: Die Bahn hat sie vom Dienst suspendiert. Dabei hat sie alles richtig und nichts falsch gemacht, war sogar nachsichtig mit dem Gör:
“Ich habe doch gewartet, bis der Zug zum Stehen kam und sie dann erst rausgeworfen”, verteidigt sie sich zurecht.

Beck ist weg, fehlt bloß der Glos. Gut, dieser Reim von der Brechstange ist niveaulos, wörtlich genommen Unsinn und grammatikalisch gestanzt, aber er liegt damit voll im Trend. Der zwei Maß volle Minister aus der Wirtschaft ist ein Totalausfall, das hatten wir gestern schon. Aber haben wir nicht alle unseren kleinen Fehler? Und ist es nicht besser, jemand läßt die Krise Krise sein, anstatt sie durch planloses Herumfuhrwerken noch zu verschlimmern?
Die “Welt” findet Glos zwar nicht so groß wie seine Vorgänger, den Gottvater des Neoliberalismus Lambsdorff etwa oder die weiterverkauften Optionsheinis Müller und Clement, aber immerhin hätte er doch tolle Ideen – die keiner wahrnimmt. “Dabei würde dies die Bürger um etliche Milliarden Euro entlasten.” Ich habe ähnlich großartige Ideen, die keiner wahrnimmt und von daher vollstes Verständnis dafür, wenn der Michel sich in der Öffentlichkeit zurückhält. Nix gegen drogenerweitertes Bewußtsein, aber die Welt ist einfach nicht reif dafür.
Eine ganz große Rettungstat ist der subventionierte Kühlschrank für “Arme”. Dem muß die rhetorische Blendgranate Sigmar Gabriel natürlich feste zustimmen. Mit der Einschränkung, daß nur HartzIV-Empfänger davon profitieren sollen. Verzichtet auf die Schulbücher, hört auf zu rauchen und unterstützt die Wirtschaft, liebe hochverehrte Sozialschmarotzer! Macht es besser als die Mittelschicht und solvente Altersvorsorger und macht euch nicht mitschuldig an der Finanzkrise!
Da soll noch einer sagen, es gebe keine gute Ideen in schweren Zeiten. Der Michel muß bleiben, denn es könnte verflucht schlimmer werden. Das Magazin für geistigen Kahlschlag stellt nämlich fest: “Einen anderen Wirtschaftsfachmann hat die Union nicht aufzuweisen, nachdem Friedrich Merz vor Merkel aus der Politik flüchtet” und rät “zu einem mächtigen Gespann [...] wie einst Karl Schiller und Franz Josef Strauß“. Gemeint sind damit diese beiden: Der eine sah nichts kommen, wollte eine Bank retten, indem er von ihrer “Abwicklung” sprach, stellte sodann fest, daß es eine Krise nur in Amerika gibt, um hernach mit Augenmaß und ohne die Krise herbeizureden seinen ausgeglichenen Haushalt ins Jahr 2525 zu verschieben – um nur einige aktuelle Details seiner Inkompetenz zu nennen. Der andere mächtige Hengst im Gespann des Ludwig Greven wäre dann Roland Koch, der Chruschtschow von Wiesbaden. Deutschland rückt zusammen. Die freie Presse Hand in Hand mit den politischen Führern, damit die Leistungsträger nie wieder verfolgt werden wie die Juden.
So viele gute Ideen, und keiner will sie hören. Ein Ruck sollte durch Deutschland gehen, und ich rucke und rucke, aber niemand will mir folgen. Vereinsamt und enttäuscht hole ich mir noch ein Bier, nur der Kühlschrank hört mein Seufzen. Und ich seines.

Alles wird gut. Man kann es nicht oft genug sagen, und zur Pflicht des Bundesoptimisten gehört es ganz selbstverständlich, unseren Führern Vertrauen entgegenzubringen. Der gute Christoph Seils sorgt dafür in der “Zeit”, indem er den Finanzheroen Peer Steinbrück belobigt, den “Macher am Rande des Abgrunds“. Daß es Steinbrücks persönlicher Abgrund sein könnte, weiß Seils nicht. Immerhin weiß er, daß der Herr Minister auch dunkle Seiten hat, aber im Ganzen sei er der richtige Mann an der richtigen Stelle. Weil?
Noch besser macht es Stephan Haselberger im “Tagesspiegel”. Die Art, in der er sich vor Steinbrück in den Staub schmeißt, sorgt für Riefenstahlsche Dimensionen. Ein Gigant im Gegenlicht, Pauken, Trompeten und Pomp. Und sonst?
Völlig anders sieht der publizistische Bombenleger “Spiegelfechter” den GröFinaZ, weist auf diverse Fehler im Hause Steinbrück hin und läßt ihn recht dilettantisch aussehen.
Ich hätte da noch eine Frage: Was hat Herr Steinbrück denn so geleistet als Krisenmanager? Ankündigungen, substanzlose Versprechen und eine äußerst windige Haltung. War das nicht alles eine Krise der USA? Ist das seine großartige Leistung, daß er erst einmal gar nicht reagiert hat? Und vor allem: Wo ist die Analyse? Dieser Komiker tritt in die Öffentlichkeit und lamentiert etwas von “Plan B”. Dolle Sache. Wie sieht der denn aus? Hat Steinbrück irgendeine Idee, was zu tun ist? Und welche jetzt genau?

Heribert Prantl räsonniert über das Versagen des Strafrechts in der Finanzkrise. Eher resignierend stellt er fest, daß die Verbrechen des Kapitals wohl nicht geahndet werden, so kapital sie auch sein mögen. Unter anderem weist er darauf hin, daß sich Merkel lächerlich macht, wenn sie behauptet:
Wir sagen, dass diejenigen, die unverantwortliche Geschäfte gemacht haben, zur Verantwortung gezogen werden. Dafür wird die Bundesregierung sorgen.” Es paßt zwar zum Selbstverständnis dieser Regierung, die sich für die Grundfeste der Verfassung nur insofern interessiert, als daß sie die Lunte daran legt. “Zur Verantwortung ziehen” kann sie freilich niemandem, das ist immer noch Aufgabe der Justiz.

Was so noch nicht gemeldet wurde: Nachdem Hasardeure das internationale Finanzsystem sturmreif spekuliert haben, ereignen sich erste Amokläufe. Schäuble hat sofort reagiert und fordert ein Verbot von Excel und Monopoly für Minderjährige.

[update:] Der blanke Irrsinn ist auch in der FDP ausgebrochen. Ein Alarmschrei und Lesebefehl.

Wie immer hetze ich durch die Gänge, um mich mit Waren zu versorgen, heute im Dienste meines Arbeitgebers. Schnell noch zum Bäcker, denn ich habe noch nichts gegessen. Ich bin knapp dran, stelle mich aber trotzdem an eine Riesenschlange an (Tresenanakonda) und warte. Als ich schon fast zum Bedienpersonal vorgedrungen bin, werde ich Zeuge eines Vorgangs. Eines unerhörten. Der Typ vor mir, Nadelstreifen, Krawatte mit Goldnadel, schwätzt die Bäckereifachverkäuferin voll:
“Nein, ich möchte nur, daß sie mir zweihundert Brötchen zu günstigen Konditionen vorläufig überlassen. Sollten sie genügend Kunden haben, um heute sicher vierhundert Brötchen verkaufen, nehme ich auch gern achthundert. Zusammen mit den zwei Zentnern Hackfleisch, die für mich beim Metzger vorgehalten werden und dem Salat aus der letzten Woche würde ich Ihnen einen Super-Preis machen, um das Ganze oder auch nur eine Tranche zurück zu kaufen, die ihnen der Metzger wiederum hälftig abnehmen würde. Spätestens kurz vor Ladenschluß können Sie damit, wenn die Öfen schon abgestellt sind, eine gute Rendite erwirtschaften, weil die Nachfrage bei sinkendem Angebot steigt. Die Leute zahlen Ihnen jeden Preis! Und damit nicht genug: Als weiteren Anreiz habe ich für Sie persönlich hier ein schmuckes echtvergoldetes Armband im aktuellen Wert von vierhundert Brötchen. Sie sind also von vornherein der Gewinner!”

[Fortsetzung folgt...]

Es wird immer schlimmer. Sie kommen! Schläfer, Bomber, Taliban sind unterwegs und werden als “ausgebildete Märtyrer” (2. Bildungsweg in Afghanistan) unsere Schulen auf das Niveau von Finnland bomben. Häuser stürzen um, Bäume und Kühe. Die studierten Djihadisten werden jetzt steckbrieflich gesucht. Neueste Technik wie Handy und Stadtplan stehen ihnen ebenso zur Verfügung wie internationale Verbindungen zur Terrorzelle aus dem Sauerland (siehe Bild).

muente

Peer Sparstein warnt angesichts der Krise vor Hamsterkäufen: “Wer jetzt einen Hamster kauft, verschlimmert die Lage nur. Wir sollten der Heimtiertschutzbehörde und den Sicherheitsgesetzen vollstes Vertrauen schenken. Kaufen können wir uns eh nix dafür.
Der Terrorexperte Kodo Ulfnutte warnt: “Habe ich schon immer gewußt. Überall Kopftücher und Palästinenserschals. Gestern waren es nur die muslimischen Kulturzerstörer. Die neueste Entwicklung: EMOs und Putzfrauen stellen sich schützend vor Großmoscheen. Da wissen Sie gar nicht mehr, wer unter dem Kanakenfummel seinen Hartz-IV Bescheid versteckt.
Wie BND und BMW einhellig berichten, lagert in den gepanzerten Mehrtürern der Kabinettsmitglieder tonnenweise sozialer Sprengstoff, der nach der Bundestagswahl das Land ins Chaos stürzen soll. Aus gut bekoksten Kreisen wird verlautbart, daß der Demagoge und Linksfaschist Lafontaine dahinter steckt. Dazu der Demagoge und Linksfaschist:
“Was juckt’s die Eichel, wenn die Sau dran reibt?”
Lesen Sie morgen dazu, was Sie immer lesen, wenn Sie lesen, wo Sie so etwas lesen.

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