
Feyne Endzeit euch allen!

Feyne Endzeit euch allen!
Eine wunderbare 3-D-Animation des Altkanzlers ist dem Grandseigneur des deutschen Humors, Loriot, gelungen. Es wirkte zwar etwas übertrieben, wie die Helmut-Schmidt-Karikatur sich duch die Zigaretten hustete und dabei in die Milchkanne aschte, aber die Technik stimmte. Dass Schmidt immer nur “Führung” einforderte und “unsere Exporte” im Sinn hatte, reduzierte das größte politische Genie aller Zeiten freilich ebenso wie die animierte Moderatorin, die als devote Musterschülerin dargestellt wurde. Da fehlte dann doch der Witz. Die Fernbedienung besorgte frühzeitig den Rest.
Sie ist “als Frau und Mutter” bei der Truppe am Hindukusch. Barbie von Bismarck hat ihr Holzfällerhemd aus der Abenteuerpackung “Kleine Farm” über die Splitterweste gezogen und ihren Ken zu Guttenberg begleitet. Es sei ihr ein persönliches Anliegen, den kämpfenden Frauen in der Ferne Frohe Weihnachten zu wünschen, jenen Frauen, die ihre “Soldatenmutterschaft” heute ganz neu definieren. Mit einem donnernden “immer bereit” wurde sie von der Brigade “Margot Honecker” begrüßt. Sie brach spontan in Tränen aus, wollte dies aber nicht als inszenierte Rührung verstanden wissen.
Währenddessen inspizierte Gatte Ken, im nüchternen “Action-Team”-Außeneinsatz-Troyer mit Big Jim-Applikationen, die Special Force “Well-Driller’s Bloodhounds”. Es gab rohe Leber zu Selbstgebrannten und so manchen Landserwitz, den zu Guttenberg beim Kollegen Niebel abgehört hatte. Für die passenden Zoten sorgte Ordonanzjournaleur Kerner, der einen bunten Abend mit Tratsch und Klatsch aus dem Spind organisierte. Es wurden “Beckmänner mit Zusatzpfeife” gereicht, wie Johannes B. zum Vergnügen der Offiziere scherzte.
Die freudige Stimmung wurde nur durch die Enttäuschung ihrer Majestät getrübt, die zu den Hindus wollte, um Kaschmir zu kaufen. Sie musste darüber aufgeklärt werden, dass es am Hindukusch zwar Haschisch für Bakschisch gibt (oder “Hashish for mere Cash”, wie die Nato intoniert), aber leider kein Cashmere. Jetzt muss “Miss Bis”, wie Ihrognaden neckisch von “ihrem Johannes” genannt wird, den Pullover für Ihren Mann doch bei Otto bestellen. “Dem Versandhaus, Uropi ist ja schon tot”, fügt sie mit roten Bäckchen hinzu.
Am Abend bereitet der Haushofmeister ein Feuer am Lager, man singt zur Guitarre, auch Stephanie stimmt mit ein, lässt noch spontan mit dem Hubschrauber ihre Harfe einfliegen.
“Ach Kinder”, schwärmt Theodor Wilfried Hermann Adolf Otto Vladimir Iljitsch Kasper, “es ist ein Wetter zum Helden Zeugen!”
Ein Blick in die Unterwäsche holt das Traumpaar aber schnell in die harte Realität zurück: Hinter den handgestrickten Stopschildern von Freundin Ursula findet sich nur eine große Beule. Das ist der Preis des Ruhms, Ken und Barbie! Der klebt übrigens noch auf der Packung: € 17,99.
“Jahresendflügelfigur”, dröhnte der Facility-Manager zur Raumpflegerin, “ihr habt ja sowas von bescheuerte Wörter gehabt in eurer kranken DDR!”
Wenn der Herr de Maizière vor Terror warnt, dann steht der Anschlag vor der Tür. Der Herr de Maizière hat nämlich schon dreimal gesagt, dass wir keine Angst haben müssen, obwohl er vor Terror hätte warnen können. Er hat dann jedesmal gesagt, dass er nicht vor Terror warnt, damit keine Panik ausbricht. Jetzt muss er aber vor Terror warnen. Es ist soweit!
Gegenüber am Kiosk stand, der Ruhrpott müsse sich jetzt gegen den Terror wappnen. Ich nehme diese Aufrufe sehr ernst und habe aus Solidarität mit der Mehrheit der Innenminister meine Ausgabe des Grundgesetzes entsorgt. Wenn der Terrormoslem mit der Bombe unter dem Arm durch die Straßen schleicht, ist dort nicht auch noch Platz für die Verfassung.
Ich weiß zwar, dass man das nicht tun soll, aber danach bin ich sofort in die nächste Zoohandlung gefahren und habe mir einen Hamster gekauft. Die Zeiten werden ernst.
Ich habe mir außerdem Urlaub genommen, um meine Nachbarn besser beobachten zu können. Der Migrant von gegenüber hat den ganzen Tag die Fenster verdunkelt. Den habe ich zuerst gemeldet. Danach den Typ von oben, der den ganzen Tag zuhause ist und nachts unterwegs. Ein seltsamer Mensch, den musste ich also melden.
Ein Gutes hat es ja schon: Deutschland ist jetzt wichtig genug. Alle anderen großen Länder haben schon Terror erlebt und darum anständige Antiterrorgesetze. Da können wir ja nicht ewig zurückstehen, schließlich kämpfen unsere Soldaten auch gegen die Altkleider-Terroristen in Afghanistan. Wenn wir für unsere Freiheit am Hindukusch kämpfen, dann muss der Taliban doch auch irgendwann seine hier verteidigen. Das ist nur fair.
Hier läuft den ganzen Tag schon der Fernseher. Vielleicht funktionieren die Sirenen ja nicht, wenn es losgeht, und man möchte doch nichts verpassen. Neun Jahre warten wir jetzt schon. Ich freu mich richtig, wenn wir endlich auch im Fernsehen sind mit einem richtigen eigenen Terrorangriff. Nur Atombomben fände ich nicht gut. So lange will ich dann doch nicht im Keller bleiben.
Meine Telefonate zeichne ich inzwischen alle auf. Wer weiß, wozu das noch gut ist. Wenn man zufällig mit jemandem spricht, der etwas plant. Oder es fällt ein Verdacht auf einen, da ist es doch gut, wenn man sich entlasten kann. Ich habe nichts zu verbergen. Meine Emails drucke ich auch alle aus und sammle sie in einem Ordner, falls mal eine Überprüfung kommt. Jetzt, wo das ganze deutsche Volk bedroht ist, muss man die Behörden einfach unterstützen. Man will sich ja nicht mitschuldig machen.
26. Okt 2010 12:28
Angesichts steigender Saatgutpreise schlägt FDP-Vizevollpfosten Bürgerfeind eine steuerliche Entlastung der landwirtschaftlichen Betriebe vor. Gegenfinanziert wird diese Maßnahme durch eine Spermasteuer, die pro vollzogenem Geschlechtsakt zu entrichten ist. Die Abrechnung erfolgt jährlich durch ein einfaches Formular. Davon ausgenommen sind Geschlechtsakte in dafür vorgesehenen Wirtschaftsbetrieben, damit die Nutten nicht nach Polen auswandern.
Das ist albern? Mitnichten, denn das hier meinen die ernst!
Ich hatte bereits darüber spekuliert, welche Wirkung der gewalttätige Sparkurs der britischen Regierung auf die Stimmung im Volk haben würde. Nach dreißig Jahren Sparkurs und Kahlschlag im Sozialetat jetzt einen radikalen Sparkurs und Kahlschlag im Sozialetat zu veranstalten, ist ja schon orginell. Daß aber massenhaft Soldaten entlassen werden sollen, macht die ganze Sache noch interessanter. Ich habe mich gefragt, ob die Jungs und Mädels dann wenigstens ihre Waffen behalten dürfen.
Dieser Sparkursk hier geht dann aber doch zu weit. Die Kiste hätte man doch noch prima gebrauchen können.
Wer hat eigentlich das Monopol auf Symbolbilder? Mindestens vier Online-Auftritte (durchaus auch unterschiedlicher Verlage) zeigen dasselbe Bild einer Drohne, um kund zu tun, daß “deutsche Islamisten” durch eine solche getötet worden seien. Wenn diese töten, heißt das übrigens “ermorden”, aber die Sprache geht einem halt ständig flöten, wenn man nicht klar sagen will, ob man nun Krieg führt oder nicht.
Wenn nun “Verbündete” deutsche Staatsbürger im Ausland töten, dann ist das was genau? Man weiß es nicht, aber geiles Ding, diese Drohne.
Ich persönlich bin nicht viel reicher an Bildern, dafür aber an Taschentüchern und Schwämmen, mit denen ich meinen Rotz aufwischen kann. Kein Mitleid bitte, der Herr geben sich zwar verschnupft, wird aber durchkommen. Wenn ihn keine Drohne erwischt. Oder ein Symbolbild.

Sozial ist, was Arbeit schafft
Es hat sich einiges geändert in den letzten 20 Jahren. Die abgehobene Riege greiser Funktionäre mit ihren plumpem kommunistischen Parolen ist längst vergessen, die ehemalige DDR jetzt Teil einer modernen Demokratie.
Die Soziale Marktwirtschaft in ihrem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.
28. Sep 2010 23:23
Die werte Geheimrätin forderte auf, Ideen zu haben und sie in die Tat umzusetzen. Nun bin ich bekanntermaßen ein “Optimist, der nachgedacht hat” und glaube nicht, daß hektische Betriebsamkeit hilfreich ist. Das Einsammeln von Geld ohne eine entsprechende Struktur wird vermutlich zu Frust und Ärger führen. Der Deutsche muß ja ganz allgemein für alles Vereine gründen, das wäre hier wohl das Mindeste. Sonst bescheren wir bloß einer Bank ein wenig Spaß, sammeln vielleicht ein paar Tausender ein und verteilen sie nachher mit Verlust zurück – wenn das überhaupt noch geht, denn wer tätigt hunderte von Überweisungen, um sich nachher verklagen zu lassen, weil er irgendwen vergessen hat?
Diskutieren kann man. Vor allem Ideen entwickeln. Dazu stelle ich den Platz in der Kommentarspalte gern zur Verfügung.
Eine völlig andere Idee, die mir abseits des Hartz IV – Recyclings durch unsere Regierung kam, stelle ich dabei auch einmal in den Raum. Und frage, ob einer einen kennt, der vielleicht Wirtschaftsjurist ist oder dergleichen. Könnte man zum Beispiel eine Genossenschaft gründen, die am Strommarkt einkauft und ohne Gewinn – abgesehen von notwendigen Rücklagen – denselben an ihre Mitglieder verkauft?
Man könnte natürlich auch einen dieser chicen Sponsoren-Stände auf dem CDU-Parteitag kaufen, wenn ihr das Geld schon zum Fenster hinaus werfen wollt.
I declare this bazar open.