Hintergrund


Ist “Professor” zu sein, heute eigentlich noch attraktiv?

Es gibt in der Schwätzerszene Leute, die sind in der Uni brav angepasste Beamte, und in den Medien lassen sie “die Sau raus”, steigen in ihre Kampfrhetorik und werden zu verbalen Amokläufern. Wir beobachten da eine merkwürdige Existenzspaltung. Einerseits die bürgerliche Existenz zum Geldverdienen, andererseits eine “Freiheitsexistenz” zum Ausleben von Lust an Demagogie. Einer der ernsthaften Ursachenfaktor dafür ist, das viele junge Leute sich durch Überanpassung und Ahnungslosigkeit in Propagandisten-Rollen bewegen. Irgendwann will man das dann auch einmal real tun und nicht nur vor wehrlosen Studenten.

[Grammatikalische Schlaglöcher sind ungeteert dem Original entnommen]

Ein Kommentator erhoffte sich Berichte über meine Erfahrung mit der großen Agentur. Wohlan!
Ich hatte schon einmal mit dem Agentenamt zu tun, vor einigen Jahren. Bis zum “Jobcenter” habe ich es nicht geschafft, da ich vor Ablauf der 12 Monate, in denen ALG I gezahlt wird, wieder eine Stelle hatte. Ich erinnere mich noch gut, daß ich anfangs dachte, ich würde lieber auf die Versicherungsleistung verzichten, als mir dauerhaft die Behandlung als Exemplar gefallen zu lassen, das offenbar pflichtgemäß unfreundlich zu behandeln war.

Es blieb allerdings bei zwei Besuchen dieser Art. Als ich die entscheidende Frage bejahte, änderte sich schlagartig die Situation. Daß ich nicht nur zu den besseren Arbeitslosen gehörte, die eingezalht hatten, sondern auch einen “akademischen Abschluß” habe, öfffnete mir die Tür zu den beinahe leeren Fluren und den Büros, in denen Termine ausnahmslos auf die Minute eingehalten wurden.

Heute habe ich mir den Spaß gegönnt, die Hotline anzurufen, um zu sichern, daß ich keine Frist versäume in bezug auf meine Meldung. Die Dame am anderen Ende klang von vornherein nicht frühlingshaft gestimmt, als ich ihr aber abverlangte, meinen Anruf als Fristwahrung anzuerkennen oder mir Alternativen zu nennen, wurde sie zunehmend grantig.
Dreimal machte ich sie darauf aufmerksam, daß ich während der Öffnungszeiten der Agentur etwas Wichtigeres zu tun habe, mämlich meine restlichen Beiträge zu erwirtschaften. Sie war strikt der Meinung, ich müsse “ohne Termin”, wie sie betonte, in der Agentur vorsprechen und sei “verpflichtet”, mich binnen drei Tagen dort persönlich zu melden. Als sei ich nicht fertig eingerichtet im Oberstübchen, wiederholte sie dabei stetig “Personalausweis und Rentenversicherungsnummer mitbringen”. Ich schloß das Gespräch damit ab, daß ich Ihr erklärte, ich sei von ihrer Hilfe begeistert.

Was rede ich mit Robotern, wenn ich gleich selbst die Maschine bedienen kann? Ich hatte gehofft, daß man werktätige Menschen zuvorkommender behandelt. Im Gegenteil verschweigen diese Hotline-Genies nicht nur, daß es durchaus die Möglichkeit geben sollte, duch eine telefonische Meldung die Frist einzuhalten, sondern sogar die Möglich besteht, sich online arbeitssuchend zu melden. Ein Termin wird daraufhin (so wird dort jedenfalls angekündigt) telefonisch vereinbart.
Das weiß Frau Ixypsilon von der Hotline nicht. Ich werde bei meinem ersten Termin einmal danach fragen, ob sie das nicht wissen soll oder einfach nur Preßspahn unter der Fontanelle sammelt.

Bislang fehlte mir noch das Quentchen Kompetenz, das weniger gutmeinende Kommentatoren mir gelegentlich unterstellten, aber das wird sich bald einstellen. Ich werde ab April arbeitslos sein. Da fährt mir eine Westerwelle durch Mark und Bein, ich werde faul und unnütz sein.
Zwar darf ich mich noch darauf berufen, als zukünftig ehemaliger Spaghettiträger entlohnter Leistung von meinen Versicherungsbeiträgen zu leben, aber das kann sich bekanntlich ändern. Als jemand, der ohnehin nicht glaubt, daß mein Erwerb und mein kaum vorhandenes “Eigentum” in irgend einer Dimension “verdient” ist, war ich auch als Lohnvieh schon unmoralisch im Sinne der “Freien”, die sich mit dem identifizieren, was sie sich angeeignet haben.

Gar nicht so schlecht finde ich das sogar. Die Jahre waren ohnehin gezählt, die ich noch ausgehalten hätte. Im ausgetrockneten Reparaturbetrieb der von den Kommunen zu finanzierenden sozialen Verwerfungen, die als “Kinder- und Jugendhilfe” firmieren, ist mancher Job auf Dauer unerträglich. Wenn 80 Prozent der Energie in die mühsame Aufrechterhaltung der professionellen Distanz fließen, wo andere längst aufgegeben haben oder wieder andere glauben, sie könnten endlos fordern, weil sie “ihr Recht” über das aller anderen setzen, ist eine Atempause mehr als willkommen.

Noch habe ich keine Angst. Noch kann ich etwas Neues anfangen. Ich habe tausend Ideen, von denen allerdings keine so ausgereift ist, daß ich zuversichtlich wäre, sie erfolgreich umsetzen zu können.
Vielleicht braucht ja jemand einen Redenschreiber? Oder noch ein paar griffige Überschriften? Die könnt ihr ja gern auch weiterhin gratis abgreifen, wenn ihr mich dafür nicht drangsaliert. Das Leben könnte einfach sein.

Unverschämt, wer sich so alles bei mir bedient. Ich werde das Tor zur Hölle aufstoßen. Und dann den Hund rauslassen. Und meine Mutter!

Das hier ist doch wohl frech geklaut, oder? Da schick ich jetzt mal meinen Anwalt los. Was sage ich, meine Mutter! Und meinen Hund!

Achtfach Antiasilaling an Pizza und Bier. Man hätte es ahnen können. Sitzt den ganzen Tag am Rechner und daddelt. Und morgen erzäht er uns wieder was von Wirtschaftspolitik!

lan10

Im folgenden ein Fundstück aus meiner Rumpelkammer. Vorsicht, extrem textlastig ;-)

„Wartezone drei A“ verbarg nichts. Was die Menschen dort erwartete, nicht wahr, schrie es einem entgegen: Hier saugen sie dir deine Zeit ab, hier bist du Nummer, namenloses Schlachtvieh. Warten ist eine der teuersten Zeitleistungen überhaupt. Aber dort hatten sie keine Ahnung, was das ist: Menschenzeit! Dort, wo die Leute gezwungen werden, ihre Zeit in Geld umzutauschen. Wo sie nicht einmal den Preis verhandeln dürfen.

Ich hatte es schon zweimal gesehen. Ich war dort gewesen, hatte ihnen Zeit vor die Füße geworfen, als hätte ich sieben Leben. Sie nahmen sie mir, als gehörte sie ihnen, als sei ich ihr Eigentum. Beim ersten Mal waren es drei Stunden, vierzehn Minuten und siebenunddreißig Sekunden gewesen – allein in der Wartezone! Dann hatte der unverschämte respektlose Mensch in diesem Büro sich vier Minuten zweiundvierzig genommen, um mich abzufertigen und mir den nächsten Termin zum Aderlaß zu geben. Meine Beschwerde wies er ab und drohte mir mit Leistungskürzung. Als könnte man da noch viel kürzen! Einen Zettel hat er mir in die Hand gedrückt, mit einer Telefonnummer und einer Adresse. Ich sollte mich dort melden und mich bewerben. Es sei leichte Arbeit, sagte dieser Mensch, und der Stundenlohn sei angemessen.

Stundenlohn! Was wußte der denn? Nichts wußte der. Menschenzeit in Stundenlohn zu messen! Diese Höhlenmenschen können zum Mond fliegen und im Wald nach Amerika telefonieren und messen Menschenzeit in Stunden! Und dann wollen sie deine Zeit haben, für ein paar Euro. Nein, sie nehmen sie dir und geben dir ein paar Silberlinge. Lassen dich warten!
Die traurigen Leute in der Wartezone machten das Warten noch teurer. Sie sprachen nicht mit einem. Zeit, die man allein verbringt, ist teuer. Einsamkeit ist teuer. Und dann einsames Warten zwischen fremden, traurigen Menschen! Was denken die sich? Warum tun sie das?
Die armen Teufel, die dort litten, machten alles noch schlimmer. Sie sahen sich nicht in die Augen, und wenn, dann feindselig. Sprachen nicht miteinander, außer, um ihre Nummer zu nennen. Eine Minute in dieser Hölle kostet mehr als tausend erfüllte Leben.

Nachdem ich also die Hölle kennengelernt hatte, habe ich Beschlüsse gefaßt. Ich beschloß, ihnen nicht meine Zeit zu schenken. Ich beschloß, mich nicht von ihnen zerstören zu lassen.
Der Mann, der nur seine Pflicht tat, dem „das alles auch leid tut“, wie er immerhin höflich vorgab, hatte mich gebeten, diese Stelle anzutreten. Das klang wie beim Bund. Der Bund ist auch so eine Zeitfreßmaschine. Wo sie steif, unnatürlich und schweigend dastehen. Zu hunderten oft, ohne sich zu berühren oder zu sprechen. Unerhört teuer! Zeit im Fleischwolf. Jedenfalls sollte ich antreten. Ich beschloß, es zu versuchen. Allein schon, um nicht mehr in die Wartezone zu müssen. Hatte mir das so zurecht gelegt, daß ich auf dem Weg zur Arbeit an den Kiosk ging. Dort mit Jörg reden, der sehr nett war und fast immer fröhlich. Jörg gab einem das Gefühl, aufzutanken. Ein Geschenk des Himmels. Ich stand also extra früh auf, daß es sogar Jörg bemerkte und einen Scherz darüber machte. Der Tag fing gut an, das tröstete mich vorab. So konnte ich also gut gerüstet zu meinem Vorarbeiter gehen und mir anschauen, was sie dort von mir wollten.

Der Anfang ist meist ganz erträglich. Man lernt jemanden kennen, sie müssen einem alles erklären und reden mit einem. Dachte ich. Aber der unsympathische Klotz von Mensch, der mich empfing, war eine Katastrophe. Guckte mich nicht an, drückte mir Gummihandschuhe in die Finger und zuckte nur mit dem Kopf. Ich sollte ihm wohl hinterher laufen. Tat ich aber nicht. Ich stand also da und wartete, daß er sich umdrehte. Das dauerte eine ganze Weile. Aus zwanzig Metern Entfernung brüllte er dann nur: „Ey, du, komm her!“ Dabei guckte er mich immerhin an. So weit hatte ich ihn. Kam ihm also entgegen und erwartete, daß er ab jetzt sprechen würde. Er aber drehte sich nur wieder um und ging voraus. So ging das noch zweimal, bis er mich anblökte: „Bist du doof, ey?“ Ich verbat mir diese Art zu sprechen, daraufhin nahm er mir die Gummihandschuhe wieder ab und ging fort. Einige sehr teure Minuten später kam dann ein Mann in einem Anzug, der mir sagte, Herr Baum hielte mich nicht „für den richtigen Mann“. Ich verkniff mir Andeutungen über zu klein geratene Äste und beschwerte mich über die Umgangsformen des Rüpels, dessen Namen ich nicht einmal erfahren hatte. Der Mann im Anzug, der seinen Namen auch nicht nannte, heuchelte Verständnis und versicherte mir, er würde mir „keine Steine in den Weg legen“, aber es sei besser, wenn ich ginge. Ich ließ mir seinen Namen sagen, um ihm dem Mann aus der Wartezone nennen zu können. Habe ihn inzwischen vergessen.

Seltsam, daß es so einfach war. Ich mußte nur darauf beharren, daß man mit mir sprach. Kam nicht einmal dazu, das auszusprechen. Wollte nur sprechen wie ein Mensch mit Menschen, und schon wollten sie mich nicht mehr. Ob sie es merkten? Hatten diese Zeitpiraten ein Gespür dafür, wen die plündern konnten und wen nicht?
Noch einmal Wartezone. Diesmal war ich besser vorbereitet. Hatte mir genau ausgerechnet, wieviel Zeit ich ihnen geben konnte. Da ich vorher bei Jörg war, konnten sie dreiundzwanzig Minuten haben, mehr war nicht zu verantworten. Ich wartete also. Es gab natürlich diese Nummern, aber wenn ich davon eine gezogen hätte, hätte ich Stunden verschwendet. Nach fünfzehn Minuten schlich ich mich also an die Tür des „Sachbearbeiters“ und wartete darauf, daß sie sich öffnete. Zwei Minuten vierundvierzig später war es soweit. Einer kam raus. Ich raunte ihm zu: „Schon klar, ich bin dran“, damit er die Nummer des nächsten nicht in den Raum rief. Ich schloß die Tür hinter mir und setzte mich.

Der Mann am Schreibtisch wollte meine Nummer sehen, aber ich überfiel ihn einfach mit meinen Unterlagen. Und mit meiner Geschichte. Ließ ihn einfach nicht zu Wort kommen, bis ich alles gesagt hatte. Eine Minute zweiunddreißig. Alles schien gut zu laufen. Der Mann hatte sogar schon meine Datei gefunden. Das machen sie ja auch. Dateien! Nicht drüber nachdenken, ich mußte raus aus dem Laden!
Dann fing der Mann an, mich zu belehren. Hatte ich ihm nicht gerade gesagt, wie das alles gewesen war? Wie man mich behandelt hatte? Daß sie nicht einmal mit mir gesprochen hatten? Hatte er auch nur einen Moment zugehört? Nein. Er meinte, ich hätte mich anders verhalten müssen. Ich! Ich fragte ihn, was ich hätte tun sollen. Wie man mit Leuten umgeht, die nicht mit einem sprechen. „Sie müssen kooperieren“, sagte er. „Das steht in der Broschüre, die Sie bekommen haben.“
Was das hieß, konnte er mir aber auch nicht erklären. Nur, daß ich „alles tun“ müsse, „damit ein Beschäftigungsverhältnis zustande kommt.“

Der Kerl wußte nicht, was er da sagte. Als nächstes kam er mir geheuchelt freundlich. Das ist das Schlimmste, wenn sie einen anlächeln. Wenn sie Verständnis lügen.
„Ich verstehe Sie ja auch“, heuchelte er, „aber sie müssen zusehen, daß Sie die vorhandenen Angebote nutzen.“
So ein Waschlappen. Was wollte der von mir? Mit wem sprach der? Der Raum um uns herum schien zu schrumpfen. Mein Kopf dröhnte.
Zu allem Überfluß kam dann noch einer rein und meinte, er hätte Nummer zweihundertsieben. Und ich hatte noch zwei Minuten zehn! Das sah schlecht aus. Ich blieb aber höflich, erklärte dem Kerl mit der Nummer, daß es nur noch zwei Minuten dauern würde, stand auf und schob ihn zurück in die Wartezone. Ich sah, daß der Schlüssel auf der Tür steckte und schloß ab.

Der Mann hinterm Schreibtisch glotzte mich äußerst verständnislos an und sagte in einem sehr unfreundlichen Ton: „Was soll das heißen? Was glauben Sie, wer Sie sind?“
„Endlich eine gute Frage“, dachte ich, da uns noch eine Minute sechsundzwanzig blieb.
„Ja, was glauben Sie denn?“ fragte ich zurück. „Denken Sie einmal darüber nach!“
Er schnaufte. Wippte in seinem Sessel herum. Starrte mich an. Vielleicht begann er tatsächlich, nachzudenken. Ich konnte ihm nicht mehr helfen. Vierundfünfzig Sekunden. Zu wenig für Erkenntnisse, die er in sicher vierzig Jahren nicht gewonnen hatte.

Das Gespräch mußte ein Ende haben. Ich bedrängte ihn: „Und was ist jetzt? Bekomme ich einen neuen Zettel? Darf ich nach Hause gehen? Wir haben noch dreiundvierzig Sekunden!“
„Wieso das? Was ist das für ein Unsinn? Wollen Sie mir jetzt Vorschriften machen?“ fragte er. Der Mann hatte nichts begriffen. Ich konnte ihm nicht die Zeit geben, alles noch einmal zu erklären. Er aber wollte tatsächlich von vorn anfangen. Ging überhaupt nicht auf mich ein.
„So geht das nicht“, sagte er, „setzten Sie sich! Setzen Sie sich!“ Wiederholte auch noch seine dumme Aufforderung. Es war zu spät. Hatte keinen Zweck. Die Zeit war abgelaufen. Ich konnte nichts erreichen. Nur für ihn konnte ich noch etwas tun. Auch, um die Zeit nicht völlig sinnlos vergeudet zu haben. Helfen ist gute Zeit. Ich mußte ihm helfen, mußte ihn warnen.

„Achten Sie auf Ihre Zeit!“ sprach ich eindringlich in sein Gesicht. Er wich zurück und stammelte nur: „Setzten Sie sich, setzen Sie sich!“
Der arme Mensch war vollkommen ahnungslos. Und hat seinen Satz noch zweimal wiederholt. Um uns herum die Wartezone. Vor ihm meine Datei. Die Zeit war so gut wie abgelaufen, und er wiederholte seine Sätze! Ich beugte mich über den Schreibtisch, packte ihn bei der Krawatte und schrie ihn an: „Achten Sie auf Ihre Zeit!“
„Setzen Sie sich“, stöhnte er.
Sein Kopf wurde ganz rot. Die Augen ganz groß.
Dann war die Zeit um. Ich ließ von ihm ab, er sackte zusammen.
Mir wurde schwindlig, so daß ich mich am Besucherstuhl abstützen mußte. Hatten sie mich so weit gebracht? Hatte ich das wirklich getan? Hatte ich eben meinen eigenen Satz wiederholt?
Ich muß dann die Tür aufgeschlossen haben, in meiner Erinnerung sehe ich mich durch Menschen hindurch rennen. Jemand schrie. Erst bei Jörg kam ich wieder zu mir.

© feynsinn.org 2006

Da ist er in Panik, der Otto Fricke: “Keine Geschäfte mit Kriminellen” will er zulassen und macht uns grübeln, wen genau er damit meint. Will er am Ende den freien Handel verbieten? Auch aus der CDU heißt es, man wolle Gauner “nicht belohnen”. Das sagen diejenigen, die dereinst die Kronzeugenregelung eingeführt haben.
Daß der Anbieter der CD mit den Datensätzen von Schwarzkonten überhaupt kriminell ist, steht derweil noch gar nicht fest. Und mal ehrlich: Wer sich Scharen von Millionären zum Feind macht, hat doch ein wenig Schadenersatz verdient?

Man munkelt, es zeichne sich ein Kompromiß ab: Wenn Hessen und Leistungsträger amnestiert würden, ginge das in Ordnung mit dem Kauf der Daten. Finanzminister und Schwarzgeldexperte Schäuble legt sich allerdings noch quer. “Dann wird das ein Verlustgeschäft”, weiß er aus Erfahrung.

NRW-Landtagspräsidentin Regina van Dinther ist “nicht käuflich“. Sie arbeitet hart, nimmt nicht nur an einer Sitzung teil, sie besucht sogar eine Halde, bringt ihre gesamten Kenntnisse über das Ruhrgebiet ein und gibt immer persönlich das Fahrtziel in ihr Navi ein. Das sollte doch 25000 Euro wert sein. Immerhin spendet sie lauthals einen Teil ihrer Mieteinnahmen für eine Heizung. Wer sie mietet, darf nicht darauf hoffen, ein Stimmrecht auf Lebenszeit erworben zu haben. Im Gegenteil, sie stimmt “immer mit ihrer Fraktion“. Der ist sie nämlich verpflichtet. Wer ihr Gewissen dauerhaft erwerben will, muß schon noch einiges drauflegen und die Fraktion kaufen. Sie läßt gerade untersuchen, wie das ganz legal und steuerlich absetzbar möglich ist.

Unverkäuflich, unbezahlbar und unverbesserlich ist auch Tony Bliar. Wenn Saddam keine ABC-Waffen hatte, hätte er diese ganz sicher bald gehabt. Und wenn nicht er, dann sein Sohn. Vielleicht war’s auch sein Vater.
Außerdem haben die Osamas, die auch nur Saddamse sind oder mindestens Ahmadinejadse, jedenfalls Dschihadse oder Koreaner, diese Türme gesprengt. Da mußte er was tun. Das würde er immer wieder so machen, nur eines würde sich ändern: “Diesmal würden wir gleich bis Moskau durchmarschieren”, gab er sich selbstkritisch.

Die pauschalköpfige Steuersenke Philipp Rösler, Erfinder des Sozialausgleichs bei voller Lohn- und Leistungskürzung, verweigert bedarfsgerecht und ganz legal die Aussage. Ein Recht, das jedem Verbrecher vor Gericht zusteht, muß man auch einem Minister vor dem Parlament einräumen. Schließlich hat er sich bereits gegenüber dem höchsten öffentlichen Gremium dieses Landes hinreichend geäußert. “Das Deutsche Volk wird von der Bildzeitung würdig vertreten. Die komischen Leute auf den blauen Sesseln kenne ich noch nicht einmal. Was wollen die von mir?”, sagte er mit vorgehaltenem Taschentuch. Er habe sich nicht gegen die Schweinegrippe geimpft, um von Kommunisten und anderem Prekariat mit Bedenken infiziert zu werden.

Der Führer des internationalen Terrors droht unseren Verbündeten in Eurasien mit totaler Vernichtung. Wie die Victory-Agentur meldet, werden im eurasischen Übergangsgebiet am Hindukusch bereits mehrere Personen zu Piloten ausgebildet. Sie sollen bereits Experten im Umgang mit ferngesteuerten Mini-Helicoptern sein und auch das Steuern von Heißluftballons beherrschen.

Ferner droht die Terrozelle “Eifelstübchen” damit, sich auf dem nächsten Mallorcaflug mit Strohrum abzufüllen und, damit an Bord gelangt, Zündkerzen einzuwerfen. Um eine Panik auf den Balearen zu vermeiden, werden die Fluggäste künftig mit Rektalsonden ausgestattet. Sobald die Körpertemperatur über 600 Grad steigt, wird automatisch die Sprinkleranlage in der Maschine ausgelöst.

Inzwischen wurde bekannt, daß die Sprengstoffscanner, die in der Nähe von Laptops, Hundekot und Waschmaschinen spontan die höchste weltweite Alarmstufe auslösen, von einer Firma geliefert wurde, die sonst Kuckucksuhren in die Schweiz liefert. Nach Angaben der Vereinigung liberaler Security-Services wurde die Firma bislang als seriös eingestuft, sei sogar Teilnehmer der Inititative “Netzwerk mit Nutzwert“. Ein Mitinitiator: “Ei isch kenne die, die sinn sonz aach gesche Steuern unn reschne mei Quittunge doppelt ab, wie alle annere hiä aach.”
Man kann nicht wachsam genug sein.

Ganz gleich ob Terroristen, Islamisten oder Kabarettisten – wer auch immer uns in die Irre führen will, soll wissen: Wir sind schon da! Rechnet mit ernsthaften Konsequenzen! Wir haben keine Angst, wir machen sie euch. Wo auch immer ihr euch versteckt, wir hören eure Audiobotschaften. Wir schneiden sie mit, hören sie ab und kopieren sie. Wir verbreiten sie. Ihr habt eure Urheberrechte verwirkt. Was auch immer ihr plant, haben wir schon getan.
Wir strecken euch die Zunge raus.
Wir brennen euch die Lunge aus.
Wir hacken den Kopf ab.
Wir schneiden den Zopf ab.
Heute rot, morgen tot, übermorgen apricot.
Wir leisten was.
Was heißten das?
Wir pissen euch die Leisten naß.
Eure Kinder kaufen wir,
auf das Wachstum saufen wir.
Und wenn er kommt, dann laufen wir.

Wer lacht da, hat gelacht?
Wer lacht, erweckt Verdacht,
daß er aus Gründen lacht.

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