Hintergrund


Trotz der allgemeinen Miesmacherei in Blogs und Linksmedien ist die Demokratie intakt. Diese Woche klären uns der Objektivtät verpflichtete professionelle Journalisten auf:

Beck mußte weg. Ypsilanti und Beck planten die Linksrepublik. Die SPD stand bei katastrophalen 26%.
Steinmeier kam, um die SPD wieder ins rechte Licht zu rücken.
Heute steht die SPD bei guten 23%. Merkel macht jetzt doch ein wenig Wahlkampf und stellt in Einklang mit der Sueddeutschen fest, daß die SPD Linksbündnisse suche. Steinmeier ist zwar auf dem richtigen Weg, Die SPD braucht aber einen, der nicht im Verdacht steht, einen Linksrutsch zuzulassen. Dann hätte sie noch mehr Erfolg.

Die Skandalisierung des Umstands, daß der Chef einer großen Privatbank in den Räumen der Regierungschefin seinen Geburtstag feiert, wird von der bürgerlichen Presse eingedämmt. Was der Boulevard dazu schreibt, darf hier nicht erwähnt werden, weil der Blogbetreiber es für seine Mission hält, diesen nicht zu zitieren. Andere Hetzblogger haben weniger Skrupel.

Aber auch die Rheinische Post steht unserer Kanzlerin bei. Die Interviewer fragen gleich eingangs, ob sie ihren Kaffee selbst bezahlen müßten. Das wäre nämlich dasselbe. Echter Journalismus zeichnet sich eben durch Respekt aus.
Merksatz der Woche:
Die private Nutzung eines Dienstwagens durch eine Ministerin ist ein Skandal. Die öffentliche Nutzung einer Kanzerlin durch einen privaten Bankier ist völlig normal.

Der Blogbetreiber wirft ein, dies drohe ein grottenschlechter Artikel zu werden. Der Stil genüge nicht seinen Ansprüchen, die Ironie sei hölzern, der Inhalt mau. Er wolle ihn so nicht veröffentlichen.

Das Problem der Blogger und der Linkspresse ist immer wieder ihr Hang zur Fundamentalkritik ohne jede Perspektive. Sie können uns kein positives Weltbild vermitteln und spielen sich dennoch als die besseren Demokraten auf. Sie weigern sich zu akzeptieren, daß es einer Führung bedarf, die auf unsere Unterstützung zählen kann. Sie geben vor, Gutes zu wollen und befördern doch nur die Anarchie.

“Kommunismus”, wirft der Blogbetreiber ein, “wir wollen Kommunismus, Mauer, Stacheldraht, Stalinorgeln und Stromgitarren!” Er trinkt schon wieder Bier.

Was soll man dazu sagen? Es richtet sich doch selbt. Immerhin gibt uns das die Gelegenheit, an dieser Stelle einmal aufs Deutlichste die hiesigen Verhältnisse zu beleuchten. Es fällt ihm kein Argument ein, keine konstruktive Mitarbeit, nicht einmal eine seiner ach so geschliffenen Formulierungen, mit denen er sonst seine Leser in seine finstere Ideolgie verstrickt.

Er spuckt. Ich kann nicht erkennen, ob er lacht oder weint, aber er scheint einen hysterischen Anfall zu haben. “Ideologie!”, skandiert er, “ist klar, ich und Ideologie! Ich bin der KGB-Chef!” Gerade vollführt er einen Veitstanz, eine Art Stechschritt. “Wir sind die Moorsoldaten! Ich bin ein Bügeleisen, und ich lüge nicht.”

Diese Szene muß der Nachwelt überliefert werden. Die Leser dieses infamen Webauftritts müssen erfahren, wes zerstörten Hirnes Auswürfe sie hier täglich zu lesen bekommen. Der “Publizieren”-Button liegt nur einen winzigen, wenn auch womöglich lebensgefährlichen Mausklick entfernt.

Er deliriert. Öffnet das nächste Bier. “Ein Pils und eine Kippe, vom Kindergeld abgespart”, geifert er. “Ich habe den Sieg über mich selbst errungen. Ich liebe Josef Ackermann!”

Er umarmt mich, küßt mich. Ich kann mich kaum bewegen. Vielleicht die letzte Gelegenheit. Ich werde jetzt die Maustaste drücken.

Wenn Franz Beckenbauer den SV Vorderhoppenstett beehrt und dessen Präsident ein paar Runden im Clubkeller springen läßt, ist das dann “Veruntreuung von Mitgliedsbeiträgen”? Und wenn Herr Beckenbauer zufällig Geburtstag hat und ein paar seiner alten Freunde mitbringt, und wenn sie dann auf Kosten des Hauses ein paar Schnittchen schnappen, ist das dann “Verschwendung von Vereinsvermögen”?

ackermann

Wenn jemand zu Besuch kommt, für dessen Händedruck die meisten Menschen eine Menge Geld geben würden, wie kleinlich ist es dann, dem Besuch ein Minimum an Gastfreundschaft zu verwehren, weil die dazu verwendeten Mittel nicht ausdrücklich diesem Zweck gewidmet sind? Wenn obendrein der Besuch im Grunde der oberste Chef vom Ganzen ist, wie steht man dann da, wenn man ihn an der Tür abweist?

Josef Ackermann hat die unverzeihliche Sünde begangen, an seinem Geburtstag zu arbeiten. Angela Merkel war so tolldreist, ihm die Arbeit an seinem Ehrentage ein wenig angenehmer zu gestalten. Es wurde ein Schoppen genommen, es wurden Erdnüsse gereicht. Moralisten und Gutmenschen empören sich nun darüber, daß diese kleine Feier auf Staatskosten stattfand. Ausgerechnet diejenigen, die den Joe am liebsten dauerhaft in staatlicher Obhut bei freier Logis sähen, schreien jetzt am lautesten. Die Heuchelei ist unerträglich.

Die Kanzlerin weiß überdies genau, wer Ross ist und wer Reiter. Von Seiten der Nörgler heißt es: “Das gefährdet die Demokratie“. “Demokratie” aber ist ein weites Feld. Das neue Kanzleramt steht nicht in in einer muffigen Kleinstadt im Rheintal und ist kein abgehalfterter Bungalow. Es ist kein Ort für Kleingeister, die “Demokratie wagen” wollen und sich von Kommunisten aus dem Amt jagen lassen. Es ist ein großer Ort für große Geister. Wer täglich Beträge jenseits der Verstandesgrenze in seine Habenspalte leitet, hat jedenfalls keine Zeit für Pfennigfuchsereien.

Eine größere Ehre, als daß Josef Ackermann sich persönlich im Kanzleramt feiern läßt, kann dem deutschen Volke gar nicht angedeihen. Wo gehört denn einer hin, dessen Wort Gesetz ist, wenn nicht ins Kanzleramt? Wo gehört einer hin, der vermutlich mehr Gesetze hat entwerfen lassen als jeder Minister? Ist es nicht das Kanzleramt, an dem die Richtlinienkompetenz ihren Ort hat? Und ist es etwa Angela Merkel, die sie innehat?

Josef Ackermann ist der wichtigste, einfußreichtse, größte lebende Deutsche. Selbst das sprechen ihm die Neider und Erbsenzähler, die Haarspalter und Besserwisser noch ab. Er sei gar kein Deutscher, werden sie womöglich einwerfen in ihrer armseligen Borniertheit.
Ein wenig Demut sei ihnen angeraten und ein klein wenig Geschichtsbewußtsein. Denn was ein Künstler aus Österreich konnte, das kann ein Bankier aus der Schweiz allemal.

Alle machen irgendwann eine Pause. Sich erholen und so. Neue Ideen sammeln. Kann ich auch.

23:39 Ich mache jetzt eine Pause.

23:40 Bier? Ach warum nicht, morgen ist Montag.

23:40 Hm… eine neue Idee ist das nicht. Brauche ich auch gar nicht. Da sind schon genug alte, die ich noch nicht umgesetzt habe. Vielleicht sollte ich endlich ordentlich tippen lernen? Achwas, das macht’s auch nicht interessanter.

23:41 Meine Fingernägel sind sauber. Gestern noch geschnitten. Sieht ganz gut aus. Frauen machen ja oft merkwürdige Komplimente. Schöne Fingernägel hätte ich, sagten einige. Ob das den Unterschied macht? “Schöne Augen” ist übrigens ein Kompliment drei Stufen unterhalb von “nett”. Heißt wahrscheinlich “Sonst siehst du scheiße aus, aber irgendwen muß ich heute noch abschleppen”.

23:43 Schon wieder nicht das Bad geputzt. Egal. Morgen ist auch noch ein Tag.

23:44 Brille putzen. Könnte ich alle fünf Minuten machen. Das einzige, was ich noch schneller versaue als meine Klamotten. Wenn ich eine Diät machen müßte, würde ich versuchen, mich einige Tage nicht zu bekleckern. Also nichts essen und nur Wasser trinken. Und besser gar nicht erst bewegen.

23:47 Mir ist langweilig. Brille immer noch nicht geputzt. Gehe ich mal eben. Ist das dann noch eine Pause?

23:49 So, Pulle gebritzt. Wieso fange ich eigentlich sofort an, von Frauen zu quatschen, wenn ich mal eine Pause mache? Erinnert mich an den Tag, als ich in einer großen Chemiefabrik als “Werksstudent” gearbeitet habe. Den halben Tag auf der Kaffeebude, schmierigen alten Männern zugehört, wie sie über Ficken und Fußball schwadronierten. Nix für mich.

23:52 Interviews. Ich hatte die Idee, Interviews zu machen. Ziemlich zeitaufwendig das Ganze. Soll ja ordentlich werden. Ich bräuchte nen Mäzen, aber wem sage ich das?

23:54 Immer noch keine neue Idee. Kein Mäzen weit und breit. Wozu mache ich hier die Pause? Hallo? Ist da jemand? Irgendjemand?

23:55 Nix, ne?

23:56 Boah, ist das langweilig!

23:57 Nee, das ist nichts für mich. Glaube ich. Oder?

23:58

23:59 Entspannt. Trocken. Die Frisur hält. “Frisur”? Egal. Ist es bald zwölf?

23:59 Es gibt ein paar Dinge, die verstehe ich einfach nicht. Blogpausen zum Beispiel. Braucht doch kein Mensch. Oder Twitter. Twitter! Nee, das is nix für mich.

00:00 Mann, das wurde auch Zeit! Es gibt doch nichts Schöneres, als endlich fertig zu werden.
Jetzt erst mal ne Pause machen!

00:04 So, raus das Ding! Die Welt will etwas zu lesen haben.

p.s.: Bei mir war’s schon drei Minuten später als auf dem Server. (Chronistenpflicht)

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Gibt es einen anderen Slogan, der so leer, ermüdend und doch entlarvend ist wie diese Phrase? Immerhin weiß man, was dann so ungefähr kommt, und es kommt heute einmal mehr von der CDU, die über “Internet-Ausweise” fabuliert. Das wird zwar erst einmal wieder dementiert, wie es bei unseren Echternachern so üblich ist, aber die Gesinnung is scho recht.

Sie haben immer noch nicht im mindesten begriffen, was das Internet, zumal technisch, ist, aber Überwachen ist irgendwie hip und Anarchismus bäh, darum machen wir da mal was. Das kommt vor allem bei scheintoten Wählern und sonstigen Jawoll-Brüllern prima an.
Übertragen auf das echte Leben sähe der Ansatz so aus, daß jeder, der vor die Tür geht, sich erst einmal bei den immer zuständigen Behörden meldet oder ein sichtbares Erkennungszeichen trägt, das ihn eindeutig identifiziert. Richtig, das hatten wir schon, aber diesmal wäre es demokratisch, weil ja alle mitmachen müssen.

Derweil zeigt sich, daß unsere Sicherheit vor der sprichwörtlich eigenen Haustür von Leuten verteidigt wird, die schon mit Waschen und Zähneputzen logistisch überfordert sind. Das BKA mag die Telefonnummer vom Anwalt eines Observierten nicht haben. Die als Geheimagenten getarnten bunten Clowns mit Dauerparkausweis im Vorgarten des abwesenden mutmaßlichen Kriminellen haben schließlich ihren Stolz. Ich hätte andere Antworten erwartet, etwa:

- “Ihre Handynummer? Haben wir längst, sprechen Sie bitte nicht so laut, hören Sie denn nicht die Rückkopplung?”
- “Wir ermitteln seit Wochen vergeblich, und jetzt rufen Sie uns einfach an? Sagen Sie bloß nicht Ihren Namen, den kriegen wir noch selber raus. Lalaalalaalaa” (der Beamte steckt sich den Finger ins Ohr)
- “Ach, Sie haben uns enttarnt? Haben Sie Familie? Stehen Sie auf Schmerzen? Wissen Sie, wie viele Leute täglich spurlos verschwinden?”

Aber so etwas? Was verdient eigentlich so ein BKA-Beamter? Außer Prügel, meine ich. Ich möchte mich eh gern beruflich verändern.

is back in Town. Warum eigentlich? Gibt es in der SPD niemand Anderen, der nuschelt, keine Ahnung von Gesundheit hat und ständig so klingt, als hätte er sich die aktuelle Grippe eingefangen? Oder jemanden, der eine originellere Krankheit mitbringt? Oder womöglich jemanden, der nicht bei allen verhasst ist, die mit seinem Ressort zu tun haben?
Vermutlich ist es ja einfach so, daß Steinmeier ein Simpel ist, der glaubt, Bekanntheit allein brächte Zustimmung. Vielleicht denkt er aber auch ein ganz klein wenig daran, mit Pauken und Trompeten unterzugehen und will diejenigen in die Hölle mitnehmen, von denen er sich hat nach vorn schubsen lassen.
Auf eines kann man sich in der Partei jedenfalls verlassen. Sie ist nach wie vor die Partei der Solidarität. Es ist zwar vorrangig die Solidarität mit überbezahlten Versagern, aber so ist eben die “Neue Mitte”. Also, ihr Zwanzigprozentigen: Kurs halten, weiter so, Glück auf!

Die Welt, wie sie wirklich ist: Michael Pilz erklärt derselben in derselben, was seine knallharte Recherche über das Hippie-Gewese ergeben hat: Das war Gewalt, Kommerz, Irrelevanz und das Ende von allem, was nie begonnen hatte. Von wegen “Peace”! Pete Townshend hat jemanden mit seiner Stromgitarre gehauen. Der Mann war also gar nicht gegen den Vietnamkrieg, er war vielmehr ein Chaot, der alle Länder kapput machen wollte. Spritze er nicht sogar Haschgift?

Der journalistische Aufklärer bedient sich der präzisen Sprache behördlicher Objektivität:

Das gewaltbereite Verhalten der Band The Who steht dafür beispielhaft. Von Idealen war schon lange keine Rede mehr.

Die Einschätzung der Band als “gewaltbereit” ist einzigartig in ihrer analytischen Schärfe. Schließlich hat ein Mitglied sich als gewalttätig erwiesen. Das BKA und der Pilz schließen daraus, daß alle auf weitere Gewalttaten vorbereitet waren. Schon Stunden vorher sprach auch die Crew nur noch vom Wetter, dem Catering und dem möglichst zeitnahen Abschleppen williger Schlampen. Ideale? Keine Rede davon.

Machen wir es kurz, ehe jeder verdrehte Satz, die Sammlung der ausgewählten Fakten und deren scharfsinnige Interpretation uns in den Nachtschlaf treibt: Krieg ist oft alternativlos, es war nie wirklich wer dagegen, die illusionäre Vorstellung von einer friedlichen Welt hat nie existiert, selbst Woodstock war eine Veranstaltung, die sich einzig der Marktwirtschaft verdankt, wer Frieden fordert, ist gewalttätig, und alle, die von einer besseren Welt schwärmen, sind im besten Fall uninformierte Spinner. Die treibende Kraft, die solche Spinnereien ermöglicht, sind kommunistische Krieger, die im Schulterschluß mit anderen Fanatikern das Böse mit flinker Schippe durchs Tor der Hölle schaufeln.

Weitere harte Fakten, die bald endlich für Ruhe und Ordnung sorgen werden:
- Die Wehrmacht war geschlossen im Widerstand, aber von einzelnen Stalinisten erfolgreich unterwandert.
- Herbert Frahm (“Willy Brandt”) war ein Ostspion.
- Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke, der Negerführer Martin Luther King und John F. Kennedy sind Opfer von Stasi und KGB – um nur einige zu nennen.
- Die Friedensbewegung der 70er und 80er Jahre war eine Erfindung der oben genannten Käfte; Pete Townshend und die Hell’s Angels waren maßgebliche Initiatoren.
- Horst Mahler war der heimliche Kopf der “RAF”.
- Die Weltverschwörer haben erst zuerst die Stadtbibliotheken erobert, jetzt beherrschen sie das Internet.
- Die Piratenpartei ist ein Zusammenschluß aus der Kommunistischen Plattform, Neonazis, Pädophilen und Andrea Ypsilanti.
- um nur einige zu nennen (Fortsetzung folgt).

Es war ein langer heißer Tag. Manche mögen da einfach im Liegestuhl ruhen. Es sei ihnen gegönnt, denn andere sind allzeit hellwach und halten ihre schützende Hand über uns alle. Wir können uns darauf verlassen: Der Qualitätsjournalismus schläft nie.

Eine Bürde und eine Ehre. Ich werde von meinen Mitarbeitern respektiert, weil sie meine Führungsqualitäten täglich erleben. Es gibt keine Diskussionen, wenn ich Anweisungen gebe. Alle meine Untrergebenen bemühen sich immer sofort, meine Aufträge auszuführen und lassen sich auch gern zurechtweisen, wenn ich nicht ganz zufrieden bin mit ihnen. Ich mache ihnen deutlich, daß meine Autorität Hand und Fuß hat und daß sie sich glücklich schätzen können, einen so toleranten Chef zu haben. Einige Beispiele dafür:

Nach meinem Arbeitsvertrag darf ich mich unentgeltlich in der Kantine verpflegen. Regelmäßig biete ich neuen Mitarbetern meinen Teller an, auf dem noch einige Krümel liegen. Ich argumentiere, daß man ja die Energie nicht verschwenden muß, um zwei Teller zu spülen. Wer sich weigert, kann sicher sein, daß ich ihn im Auge behalte. Wer mein Angebot annimmt, hat freilich das Problem, daß er die Krümel annimmt, die sich auf dem Teller befinden. Ein klarer Fall von Untreue, denn diese sind Betriebseigentum.

Es ist oft notwendig, Anweisungen in Schritftorm zu erteilen, um sich zu versichern, daß die Zuarbeiter exakt wissen, was von ihnen verlangt wird. Selbstverständlich belaste ich weder mich noch meine Sekretärin mit dem Verfassen solcher Schriftstücke. Das können die Untergebenen selbst. Ich lasse also immer mindestens einen mitschreiben. Häufig kommt es vor, daß der betreffende Mitarbeiter seine Mitschrift dann für die Kollegen kopiert. Ich habe nicht erst einem wegen solcher Urheberrechtsverletzung gekündigt.

Es gab bei uns im Betrieb Leute, die glaubten, sie seien zu hause. Der eine kommt mit einer Kaffeemaschine an, der andere bringt ein Radio mit, und was sich sonst noch für dreiste Ideen finden, auf meine Kosten die Arbeitsstätte in einen Vergnügungspark umzuwandeln. Das macht längst keiner mehr, meine Leute kennen mich und wissen, daß sie ihr Gehalt fürs Arbeiten bekommen. Das macht schon einer dem anderen klar, dafür muß ich gar nichts mehr tun. Das letzte Mal, daß ich durchgreifen mußte, war der Fall eines Mitarbeiters, der sich auf der Betriebstoilette die Zähne geputzt hat, weil er anschließend einen Zahnarzttermin hatte. Nun kann ich ja leider schon nicht unterbinden, daß unser teures Wasser für die Beseitung von Fäkalien und oft übertriebenes Händewaschen verschwendet wird. Bei jenem war der Fall aber klar. Seine Zähne, unser Wasser – das ist Diebstahl.

Meine Unterarbeiter wissen also, daß ich aufpasse. Und ich weiß, daß sie es wissen. Häufig gebe ich ihnen zu verstehen, daß ich wohl weiß, welcher Vergehen sie sich schuldig gemacht haben. Es geht doch nichts über dankbare reuige Seelen in der Brigade, die sich meine Gnade verdienen müssen. Selbstverständlich wird nicht jeder Delinquent sofort entlassen. Und alle, die bleiben dürfen, sind dankbar und vorauseilend. Das Resultat: Klare Führung, geschmeidiges Folgen.
Es gibt natürlich immer welche, deren Frechheit keine Grenzen kennt. Einer zum Beispiel lädt sein Handy mit meinem Strom auf. Unfassbar! Solche Schmarotzer kann natürlich auch der gnädigste Chef nicht mehr dulden, und kommen Sie mir jetzt nicht mit “Bagatelle”! Man verliert seine Autorität nur einmal, und mir wird das garantiert nicht passieren.

Wäre ich nicht eh schon so müde, angesichts dessen, was uns in diesen Tagen politisch “kommuniziert” wird, würde ich sofort einschlafen. Was soll man dazu noch sagen? Während die Kanzlerinnendarstellerin ihre Richtlinienkompetenz in Form von Schnittmusterbögen verewigt, hat der Kandidat sich endgültig von dem verabschiedet, was er einst seinen “Verstand” zu nennen so kühn war. Die Heillosigkeit ist vollkommen, woran auch Hubertus wahrlich nichts ändert, der wohl erfolgloseste politische Marktschreier seit Carl Ranseyer.

Steinmeier versucht ernsthaft mit einer Nummer aufzutrumpfen, die zwar dem Zocker Schröder einmal gelungen ist, aber seitdem eben bekannt. Vier millionen Arbeitsplätze, Vollbeschäftigung, Blabla und jetzt im Angebot bei Abnahme von zwei Vollbeschäftigungen den Weltfrieden als Rabatt. Was der Puffpeter Hartz versprochen hatte, entpuppte sich als dumpfer Bluff, und schlimmer noch: Der Erfolg blieb zwar aus, aber die Daumenschrauben, vulgo “Hartz IV”, sind geblieben. Was soll man also erwarten? Werden die millionen Arbeitsplätze geschaffen, indem Hausarbeit und unbezahlte Kinderbetereuung einfach zu solchen erklärt werden? Oder gibt es demnächst wieder die “Brigaden”?

Steinmeier träumt von Öko und Elektroautos, dazu noch irgendwie Mittelstand, macht insgesamt vier millionen. Zwar ist es durchaus möglich, daß massenhaft neue Arbeitsplätze in solchen Industrien entstehen, aber Frank-Walter, du Torf, dafür gehen die in den alten Industrien eben verloren. Davon gibt es reichlich in Deutschland – das sind die, die Kollege Steinbrück gerade zu retten versucht. Soll man sich abgesichts solch mageren Sinns wundern, daß Guttenberg sich erfolgreich als Genie verkauft?

Trauriger ist heute nur der Brüllmückenalarm, den die Inliner von der CDU mal wieder ohne Helm über die Leitplanke schubsen. Wir werden nämlich alle sterben. Natürlich nicht einfach so, sondern nachdem wir ordentlich duchgefoltert sind und unsere eigenen Eingeweide gefressen haben werden. Der Terrorist steht vor Berlin! Obwohl er das Hase und Igel-Spiel am Hindukusch zwar ganz witzig findet, ist er beleidigt und trachtet uns nach dem Leben. Mit dreckigem Atomzeugs und Massengeiselnahmen !
Massengeiselnahmen ! Damit ist nicht etwa die Entführung von Rainer Calmund gemeint, sondern ernsthaft das Szenario, daß ischlamischtische Terrorischte massenhaft deutsche Wähler gefangen nehmen.

Schlecht für die SPD: Dieser dümmliche Grusel wird die Omas und Opas weiterhin der CDU in die Hände treiben. Gut für die SPD: Der Anteil an SPD-Wählern unter den Entführten wird überschaubar bleiben. Hoffnung für die SPD: Nur eine wirklich große Katastrophe kann sie noch retten. Nach einem Atomkrieg zum Beispiel gibt es allerhand zu tun. Da wäre auch Vollbeschäftigung wieder drin.

Terror in Deutschland, endlich! Wovor der nimmermüde Innenminister seit Jahren warnt, es ist endlich eingetreten. Wer glaubte, die Aufrufe zur Wachsamkeit seien unnötig gewesen, wird nunmehr eines Besseren belehrt. Der Terror hat einen Weg zu uns gefunden, hinterlistiger als selbst die Wachsamsten annehmen konnten. Sie erwischten uns im Hinterland, an der offenen Flanke, im Urlaub. Wo der tapfere Infanterist sich Erholung erhoffte, schlugen die Terroristen zu, grotesk getarnte Söldner, die kein Wort arabisch sprechen.

Wir stehen erst am Anfang eines großen Kampfes für unsere Freiheit, weltweit. Wo immer Deutschland steht, ist auch der Terrorist nicht weit, am Hindukusch, im Sauerland, und jetzt auch auf Malle. In Kabul und Kreuzberg waren wir vorbereitet, die anstehenden freien demokratischen Wahlen müssen geschützt werden. Die dunklen Mächte glauben, wir können nicht überall sein, ihnen ist ein Überraschungsangriff gelungen. Werden wir deshalb schwach? Müssen wir einsehen, daß es kein Mittel gibt gegen den feigen Feind?

Ganz im Gegenteil. Es zeigt sich jetzt, daß die Vorsicht richtig war und die Anstrengungen vervielfacht werden müssen, Deutschland überall und zu jeder Zeit zu verteidigen. Kann es ein Zufall sein, daß gerade, als der deutsche Kanzlerkandidat sein Kompetenzteam vorstellte, eine Bombe die deutsche Kultur in ihren Grundfesten erschütterten sollte?

Zusammenrücken ist das Gebot der Stunde. Wir müssen eine gemeinsame Lösung finden, unsere Differenzen beseite schieben und die Reihen schließen. Nicht zuletzt unseren Spanischen Freunden sind wir es schudlig, mit einer starken Truppenpräsenz am Ballermann Flagge zu zeigen. Es gehört zu unseren Kernkompetenzen, dort unauffällig und im Schulterschluß mit den Eingeborenen zu agieren.

Neben den notwendigen militärischen Maßnahmen, die es also zu treffen gilt, können aber alle Deutschen etwas für ihre Freiheit und zur Unterstützung der Bundeswehr tun. Zu allererst müssen wir Mut beweisen und uns nicht zurückdrängen lassen. Eine Reise zu den Balearen darf nicht länger das Privileg des Prekariats sein. Es mag den Intellektuellen und Nörglern bislang als ihrer unwürdig erschienen sein, jetzt aber sind auch sie wie alle anderen gefragt: Es ist die patriotische Pflicht aller deutschen Demokraten, unserer Insel die Aufwartung zu machen. Jeder Deutsche, Kind, Mann oder Greis, ist aufgerufen, sich bald als möglich dort einzufinden. Jede Kluft und Bewaffnung ist willkommen, ob Tarnhemd oder Bermudashorts, Küchenmesser oder Karabiner.
Brüder, zur Sonne, zur Verteidigung der Freiheit!

Da gibt es wohl einige Probleme mit dem hiesigen feed, nicht wahr? Ich kriege den einprasselnden Spam auch kaum mehr in den Grifff und werde daher umbauen. Mal sehen, ob das heute Abend schon klappt.

[update:] So, doof genug, das letzte Design nicht ordentlich gespeichert zu haben.
Ich würde mich über Rückmeldungen zu Veränderungen beim Problem mit den Feeds freuen.

[update2:] Schade fast, alles sieht wieder so aus wie gestern ;-)

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