Die Hisbollah hat eine perfide neue Taktik entwickelt, die zu erheblichen Verlusten unter israelischen Soldaten geführt hat. In der Nacht zu gestern haben die Extremisten Fahrzeuge und Gebäude der gegnerischen Armee mit der Aufschrift “UN” versehen oder mit roten Kreuzen bemalt. Diese wurden dann amTage von israelischen Kampfhubschraubern zerstört. Flehentliche Aufforderungen ihrer Kameraden, den Beschuß einzustellen, wurden von den Piloten ignoriert.
2006
Neue Guerillataktik empört israelische Armee
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29. Jul 2006 12:49
Bush belästigt Bundesmerkel
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28. Jul 2006 11:28
In den USA gibt es eine Debatte um die Frage, ob George W. Bush Angela Merkel sexuell belästigt hat. Ich sehe vor meinem geistigen Auge zitronensaure Mienen und Gesichter, aus denen der Kaffee fällt. Nein, man möchte sich das nicht vorstellen. Je nach politischer Korrektheit handelt sich hierbei ja auch um eine akademische Debatte oder ein “Wehret-den-Anfängen”.
Was auffällt: Bush Junior ist in allen Belangen drittklassig. Auch die sexuellen Eskapaden seines Vorgängers, der “keinen Geschlechtsverkehr” mit seiner Praktikantin hatte, waren auf einem völlig anderen Niveau. Amerikaner, macht Schluß mit dieser Niete, impeach him!
Ein gar fröhliches Gut ist das Recht. Man kann es auslegen, nutzen, beugen, ändern und vor allem mit unterschiedlichem Maß bedienen. Das übrigens meint Justitias Blindheit, nicht etwa, daß sie nicht wüßte, wer da vor ihr steht.
Zwei Beispiele aus der aktuellen Scheinheiligkeit:
Der Radsportler Ullrich wird des Dopings verdächtigt. Juristisch wird ihm eine Schuld wohl nicht nachgewiesen werden, er bestreitet überdies, wenig überzeugend allerdings, jede Missetat, sprich: gedopt zu haben. Nützen wird ihm das womöglich wenig, denn die Organisation derer, die vom Doping ihrer Superhelden am meisten profitieren, wird ihm vermutlich mit einem Berufsverbot belegen. Evtl. vier Jahre, das ist in seinem Fall lebenslänglich. Schuldig bei Verdacht ist seit neuestem nämlich jeder, und was “Verdacht” bedeutet, darüber werden in Zukunft noch bizarre Schlachten geschlagen werden. Wie dem auch sei – es müssen Exempel statuiert werden gegen die Verbrecher am Sport.
Woanders geschehen die Dinge ganz legal, zum Beispiel dort, wo Israel bombt. “Die Verwendung von Streumunition ist nach internationalem Recht legal, und die israelische Armee verwendet solche Munition in Übereinstimmung mit internationalen Standards”, heißt es. Nach internationaler Realität ist es Standard, daß Streubomben zunächst sehr effizient sehr viele Menschen töten und gleichzeitig Blindgänger hinterlassen, die wie Landminen noch Jahre später hochgehen können. Ganz legal wird so eine Infrastruktur nicht nur zerstört, sondern mit explosiven Hinterlassenschaften verseucht.
Dafür wird niemand belangt, vor Gericht gestellt oder bestraft.
Wäre es nicht besser, man würde die Soldaten mit allem nötigen Dope versorgen, sie die Berge hochjagen und wenn sie dann noch Lust haben, sich gegenseitig totschlagen lassen? Könnte man statt dessen nicht die Hersteller solcher Bomben mit Berufsverbot belegen, sobald der Verdacht besteht, daß sie welche verkauft haben könnten?
Einen hervorragenden Artikel über den Mythos des Mißbrauchs von “Hartz4″ findet sich heute in der FR. Angesichts der Fakten fragt man sich, warum die Leute sich noch immer derart beleidigen lassen.
2,5 Millionen Kinder zu Betrügern ausgebildet
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27. Jul 2006 11:16
2,5 Millionen Kinder leben in Sozialschmarotzerhaushalten. Sie haben dort deutlich schlechtere Bildungschancen als die Kinder richtiger Eltern, wachsen aber mit HartzIV-Betrug auf, als sei der etwas ganz normales. Das kann ja heiter werden!
Kein Betrug ist es übrigens, wenn man sich als Lobbyist oder gar als Anteilseigner quasi selbst überwacht. Das ist nämlich “beamtenrechtlich nicht verboten“. Wer viel arbeitet, darf auch viel profitieren. Ohne Fleiß kein Preis. Das Glück des Tüchtigen. Wer nicht arbeitet, muß auch nicht essen.
Sozialschmarotzers Lehrgeld
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26. Jul 2006 22:10
Unter dem Titel Hartz-IV-Betrügern auf der Spur findet sich in der Süddeutschen ein Artikel. Schon das ist Grund zur Abscheu, denn wenn Journalisten schon nicht kapieren wollen, daß die Permanenz der Erwähnung von “Betrug” im Kontext mit ALG II – Beziehern stigmatisiert, wie sollen dann erst Politiker davon abgehalten werden? Die Schreiberin geht aber noch weiter und nennt die betroffenen “Sozialschmarotzer”, ohne sich noch um die Verwendung von Anführungszeichen zu bemühen. Bravo!
Sachinhaltlich macht der Artikel stutzen, vor allem wenn es um die gerandiose Idee geht, “eheähnliche Gemeinschaften” als solche zu entlarven. Nicht ganz deutlich genug wird dabei folgender Einwand: “Markus Kurth, sozialpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag,
befürchtet eine soziale Isolation der Langzeitarbeitslosen. Keiner
werde mehr mit ihnen zusammenwohnen wollen. Und teurer für den Staat
wird dies mittelfristig allemal.” Das Zitat soll wohl Ausgewogenheit suggerieren. Man sollte den Inhalt aber durchaus ernst nehmen. Zwar ist zweifehalft, ob niemand mehr mit Arbeitslosen zusammenleben will, aber das Argument ist triftig. Hinzu kommt noch ein ganz anderer Effekt: Während bislang noch gemeinsame Haushalte entstanden, um Kosten zu senken, was dem Staat zugute kam, werden genau die potentiellen Leistungsempfänger davon in Zukunft durchweg Abstand nehmen. De-facto-Lebensgemeinschaften bleibt nur der Aufbau eines zweiten Haushaltes, um verlustfrei davonzukommen, und niemand kann ein Paar zwingen, sich nicht zu trennen. Was die Schnüfflei bewirkt, ist also ganz sicher eine Kostensteigerung. Aber man gönnt sich ja sonst nichts. Nicht einmal Steuerfahnder.
Platini auf der dunklen Seite der Macht
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24. Jul 2006 23:18
Nachdem der Fußball die Politik drei Wochen lang so herrlich entlastet hat, ist es wohl an der Zeit, daß die Politik den Fußball belastet. Michel Platini will UEFA-Chef werden. Im Gegensatz zu den anderen Lichtgestalten und Schacherweltmeistern hat er eine Vision, bezeichnet sich als “Romantiker”. Platini will die Jugend fördern und die Entwicklung des Sports auf einer breiten Basis. Die Underdogs liegen ihm mehr am Herzen als die großen Vereine und Veranstaltungen. Ja, is scho wieda Weihnochtn? Wo kämen wir hin, wenn wir künftig mehr Zeit mit der Talentsuche verbrächten als mit der Pflege der Sponsoren? Der Mann ist wahrlich in die falsche Zeit geboren. Vielleicht erbarmt sich doch noch die Lichtgestalt, wird FIFA-Chef auf Lebenszeit und gibt dem Franzmann von von oben was auf den Deckel. Das wäre eine kleine Wiedergutmachung, nachdem er Klinsmann nicht verhindert hat.
Aus aktuellem Anlaß (NIX los) hat Feynsinn sein Institut für Sozialforschung beauftragt, ein Ranking zu erstellen. Herausgekommen ist eine Gegenüberstellung der zehn je anerkanntesten und meist verabscheuten Berufe. Was ist
IN:
Waffenhändler
Hundefriseur
Berater (MdB)
Klingeltonhändler
Kreatiever (Werbunk)
Berater (gute Kontakte zur russischen Regierung)
Statistiker (Demoskopie, Rankings)
Berater (neoliberal, egal was)
Betriebswirtschaftler (Berater)
Partygirl
OUT:
Lehrer
Klofrau
Volkswirtschaftler
Handwerker (sozialversichert)
Arbeitsloser (auf Jobsuche)
Freier Journalist
Einzelhändler
Entwicklungshelfer
Forscher
Astronaut
23.07., 21:37, 28°.
Erstaunlich wenig hört man von den Marktschreiern der freien Wirtschaft, namentlich (neo-)liberalen, über das Treiben des Putinstaates und seiner VEBs Gasprom und Rosneft. Staatseigen sind diese Betriebe natürlich in puncto Kontrolle, beteiligen darf man sich allerdings an den requirierten Energiegiganten. Wieviel Heuchelei verträgt der Kapitalismus, oder anders gefragt: Wieviel bewußte Blödheit ist notwendig, um “Globalisierung” als quasi wertfreien Wirtschaftsfaktor zu betrachten, der eben auch in demokratischen Rechtsstaaten die Löhne drückt und zu Umstrukturierungen zwingt? Das Beispiel der zaristischen Beteiligungswirtschaft in Rußland zeigt eines klar auf: Soziale Marktwirtschaft ist etwas teurer als der liberalisierte Markt. Wer diese Kosten nicht hinnehmen will, sondern jede Form unverschämter Bereicherung an den internationalen Börsen befürwortet, soll das klar sagen. Was nicht geht, ist eine stille Beteiligung an solchen Vorgängen unter dem Vorwand: “Man kann ja doch nichts ändern”. Wem etwas an Rechtsstaatlichkeit und Demokratie liegt, der muß hier Flagge zeigen. Leider findet sich derzeit kaum jemand, der diese Größe hat.
Heute alles etwas kürzer: Nach nur 28 Kilometern bin ich heute vom Rad geflossen und habe beschlossen, den Rest des Tages mit intensiver Schonung und der Aufnahme kühler Speisen und Getränke zu verbringen. Daher auch hier nur ein Kurzkommentar:
Während in Blogs die Frage gern diskutiert wird, welche (journalistische) Qualität die Bloggerei allgemein hat, weiß RP-Online die Antwort auf die Frage nach dem Unterschied zwischen Blog und Zeitung: “Trotz dieser Stärken des Blogs müssen Leser Vorsicht walten lassen. Die Blogger verstecken sich hinter Decknamen, nicht alle geben Informationen über ihre wahre Identität preis. Auch bei Videos und Bildern stellt sich die Frage: Ist hier wirklich das zu sehen, was der Blogger berichtet?” Das ist bei Zeitung und Fernsehen natürlich völlig anders. Man weiß immer, mit wem man es zu tun hat, und die Berichte sind stets seriös und bestens recherchiert. Wie beruhigend!
