Hintergrund


 
Die Reaktion war prompt, durchgreifend und effektiv. Nachdem die Herabstufung Frankreichs im Auftrag von Goldman Sachs alternativlos wurde, haben Merkel und Sarkozy eine Kommission unter der Leitung Josef Ackermanns einberufen, die zu folgender Vereinbarung kam:
- Die Staaten der Eurozone haften uneingeschränkt für alle europäischen Banken
- Die Banken verzichten auf weitere Ratings
- Es werden den Staaten der Eurozone für ihre Staatsanleihen Zinsen exakt in der Höhe berechnet, die sie bei äußerster Sparsamkeit und Privatisierung allen staatlichen Eigentums zu zahlen in der Lage sind
- Die EZB stellt den Geschäftsbanken Zentralbankgeld in unbegrenzter Höhe zinslos zur Verfügung.

Dazu Peer Sparbrück: “Wir haben in ein tiefes Glas geschaut und abgründig geschluckt. Ich und der Joe haben die Welt noch einmal gerettet.

 
enteispriHeute einmal Qualitätsjournalismus bei Feynsinn: Wir übernehmen Gerüchte aus anderen Zeitungen informieren uns aus verschiedenen Quellen und formulieren sie halbgar um fertigen aus den Informationen einen Artikel. Die Überschrift ist demnach sehr professionell gewählt und bereits von anderen Angeboten in der Praxis getestet worden. Geprüfte Qualität also. Kommen wir zum Artikel (die Endfassung ist normal gesetzt, gestrichene Passagen gehörten zum Entwurf, die Bemerkungen des Chefredakteurs sind kursiv gesetzt):

Christian Wulff nennt die Pressefreiheit ein “hohes Gut”.
Als höchste Instanz im Staate steht er freilich noch über ihr.
Nein, solche Sätze gehen überhaupt nicht. Ironie verrät eine Position, die uns als Journalisten nicht zusteht und endet leicht in Majestätsbeleidigung.
In seinem Amt werden an Wulff besonders hohe ethisch-moralische Ansprüche gestellt.
… während er locker den Limbo unter der “ethisch-moralischen” Türkante tanzt. Wieso überhaupt “ethisch-moralisch”? Kann hier wieder einer nichts mit den Begriffen anfangen und verbraucht deshalb zur Sicherheit beide?
Eieiei, so wird das nichts mit dem Volontariat. Bleiben wir bitte sachlich!
Er hatte Bild-Redakteur Kai Diekmann mit Konsequenzen bis hin zu einer Klage gedroht, sollte dieser Details in der Kreditaffäre öffentlich machen. Dennoch wollte Wulff die Pressefreiheit nicht beeinträchtigen, so das Bundespräsidialamt.
Der Don wollte die Schwimmfähigkeit des säumigen Schuldners keineswegs mindern durch die formschönen Betonpantoffeln. Wir streichen diese Schmähungen jetzt einfach kommentarlos. Ihre Stelle übrigens auch.
In der Kreditaffäre sieht Wulff keinerlei Interessenkollision mit der LBBW. Dass ich mich für die ganzen Gefälligkeiten schmieren lasse, hat keinen Einfluss auf mein Handeln. Ich werfe mich eh vor jedem in den Staub, der mehr Macht hat als ich.
Wulffs Verhalten wird vielfach kritisiert, vor allem von der Opposition. Die Bundeskanzlerin sprach ihm zuletzt das Vertrauen aus, als bekannt wurde, dass Unternehmer Maschmeyer Wir wissen nicht, wer das ist und kennen den Vornamen nicht, aber das stand bei den anderen in der Überschrift ihm eine Werbeanzeige finanziert hatte. Je mehr Dreck am Stecken, desto mehr Vertrauen braucht so ein Nützling, schon klar.
Christian Wulff gilt als Bundespräsident.

Wir sehen also: Einen guten Artikel zu schreiben, der höchsten journalistischen Ansprüchen genügt, ist gar nicht einfach und erfordert neben professioneller Sicherheit bei der Formulierung auch eine hoch ausgebildete Selbstbeherrschung. Sonst könnte ja jeder ABC-Schütze diesen Beruf ausüben.

 
schneesperr

10° und Nieselregen – dann doch lieber so wie letztes Jahr? Man kann es mir aber auch nicht recht machen. In diesem Sinne: Kommt gut rüber, frohes Neues und lasst euch nicht aufhalten!

Und das wird es dann nächstes Jahr gewesen sein:

Januar:
Feynsinn wird Zweikiloblog. Der 2000. Artikel trägt den Titel: “Ich widerrufe alles“.
Der Mindestlohn in der Zeitarbeit wird eingeführt. Die Gewerkschaften kämpfen bis zum Schluss für die Erhaltung von Arbeitsplätzen und eine Untergrenze von vier Euro, können sich aber gegen die Angst der Unternehmer vor Hungerrevolten nicht durchsetzen.
Zum 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen wird der Absolutismus probeweise wieder eingeführt.
10 Jahre Euro: Ohne Holland.

Februar:
50 Jahre nach der Sturmflut wird Helmut Schmidt der Titel “der Große” verliehen. Probeweise übernimmt er das Amt von Friedrich II. Johannes Kahrs führt die Amtsgeschäfte in den Rauchpausen des “Alten”.
Queen Elizabeth II, die vor 60 Jahren ihr Amt angetreten hat, gratuliert als erste und bietet Helmut I/II eine Handvoll Verwandte als Sänftenträger an. Vor allem “den Tampon mit den doofen Ohren” würde sie gern loswerden.

März:
Der EU-Vertrag wird mit den Stimmen Merkels, Sarkozys und der Fischerchöre geändert. Es gilt ab sofort, was “Lady Lead” sagt. Die Eurostaaten betrachten ihre schweigende Zustimmung als alternativlos, nachdem Wolfgang Schäuble damit droht, alle ihre Banken aus Bundesmitteln aufzukaufen.
Bei den russischen Präsidentschaftswahlen belegt Vladimir Putin die ersten drei Plätze. Er wird als Kosmonaut, Feuerwehrmann und Lokomotivführer gewählt.
Fukushima ist ein Jahr nach der Havarie unter Kontrolle. Es wird ein Verbot der Emission von Emissionen erlassen.

April:
Am ersten Tag des neuen Monats wird das Grundgesetz geändert. Es weicht einer Generalbevollmächtigung der Bundeskanzlerin, nachdem Helmut Schmidt “auf unbestimmte Zeit verreist” ist, wie sein Sprecher Kahrs mitteilt. Die diesbezüglichen Meldungen werden für einen Scherz gehalten.
100 Jahre nach der Jungfernfahrt der Titanic übernimmt “die Partei” die FDP. Philipp Rösler wird zur Fortführung seines Amtes gezwungen und für unsinkbar erklärt.

Mai:
Vor den Wahlen in Schleswig-Holstein warnt die deutsche Presse einhellig vor einem Linksrutsch, der Linkspartei, linken Kräften und den noch gefährlicheren Hyperlinks. Die CDU holt die absolute Mehrheit.
Bei der re:publica wird Sascha Lobo heilig gesprochen. Das Medienecho ist gewaltig. Die offizielle Website der Veranstaltung zählt mehr als 20 Zugriffe.
Karlheinz Deschner wird 88. Die Kanzlerin ist alarmiert. Das BKA baut eine Atheistendatei auf, in der alle diese Fanatiker registriert sind. Bundesbeamte werden künftig auf den „einen Gott der Christen“ vereidigt.

Juni:
Bei der Fußball-EM scheidet Deutschland überraschend in der Vorrunde aus. Jogi Löw wird daraufhin fristlos entlassen, ihm werden die Leibwächter entzogen, und er muss alle schwulen Mitglieder des Kaders outen. Deren Vierteilung wird bei Satt eins live übertragen.
Die Weiber rennen schon wieder halbnackt rum. Ich bin immer noch nicht zu alt für Hechelatmung, sehe aber schon echt scheiße aus. 44° im Schatten. Ich ziehe in den Keller und lebe nur noch von Bier und Kippen.

Juli:
44° im Keller. Ich lasse mir von einem Escortservice Trockeneis liefern.
Zypern hat die EU-Ratspräsidentschaft inne. Zypern! Der Euro wird Zentralasien eingeführt, Kinder spielen damit “Kaufladen”. In Europa werden die Geschäfte derweil in Fränkli abgewickelt.
Angela I/II/III wird 58. Aus Anlass ihres Geburtstages werden die überflüssigsten Minderleister öffentlich zu Raubtierbetreuern ausgebildet. Die Nation spendet stehende Ovationen.

August:
Anlässlich des 2000. Geburtstags Kaiser Caligulas wird die Immunität für hochrangige Politiker erweitert. Der grausame Kaiser hatte seinerzeit reihenweise Senatoren hinrichten lassen. “Es ist an der Zeit, endlich aus diesen kommunistischen Greueltaten zu lernen“, sagt Volker Kauder, der unter diffusem Korruptionsverdacht steht.
Zum Ende der olympischen Spiele in London werden einige Wettbewerbe auf die Straßen verlegt. Ein schwarzer Jugendlicher schafft die 400 m Hürden (brennend) in 46,08 Sekunden. Tausende Chaoten werden nach Verlöschen der Feuer in die Stadien eingeladen. Für ihre Sicherheit ist gesorgt.

September:
Am 225. Jahrestag der der Verfassung der Vereinigten Staaten werden einige Grundrechte gelockert. Der “New Patriot Act” erweitert die Kompetenzen der Polizei. Sie erhält eine eigene Artillerie und darf sich künftig auch “Arbeit mit nach Hause nehmen“.
150 Jahre nach dem Ende der Sklaverei werden die “Knebelgesetze Lincolns” ebenfalls gelockert. Die Börsen reagieren mit einem Kursfeuerwerk.

Oktober:
Beim 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Betriebsverfassungsgesetzes erklärt der DGB Betriebsräte für einen “Klotz am Bein des Aufschwungs”. Die Rentenbeiträge der Arbeitgeber werden auf null gesenkt. Dazu der DGB-Chef: “Wir haben mehr für den Standort Deutschland erreicht als je irgendwer zuvor“.
Günther Wallraff mischt sich zu seinem 70. Geburtstag unter die militanten Demonstranten am Spreebogen und dortselbst Cocktails, die er nach einem ehemaligen sowjetischen Außenminister benennt.

November:
60 Jahre nach dem Zünden der ersten Wasserstoffbombe erklärt Iran sich zur Atommacht. Die USA marschieren daraufhin in Bahrain ein. „Die haben doof geguckt“, erklärt Außenministerin Clinton.
Bei der US-Wahl wirbt der Commander in Chief erfolgreich mit dem Slogan “Yes we cane“. Derweil prügeln sich Polizisten in allen Großstädten der Union durch kommunistisch unterwanderte Vororte. Obama wird mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt.

Dezember:
Karl-Theodor zu Guttenberg wird Bundeskanzler – in Österreich. Lady Lead kommentiert süffisant:
Wir wurden jetzt zwomal von Alpenfuzzis regiert. Karl-Theodor ist die vorläufige Antwort auf Adolf und Joe. Wenn euch das nicht passt, schick ich euch den Pofalla.”
Der Aufschwung darf nicht gefährdet werden: Weihnachten wird ausgesetzt und soll in einem der kommenden Jahre an einem Wochenende nachgeholt werden. “Das hat uns letztes Jahr auch nicht geschadet”, so BDA-Chef dicker Dieter Hundt.

 
Zum Fest des Einzelhandels zitiere ich aus einem Werk aus den frühen 90ern, leicht getunt und modisch runderneuert:

xmasEs adventet wieder. Oder: es kommt mal wieder nicht so darauf an. Die Bäume, geschundene Metaphern der Jahreszeiten, blinken, lauflichtern oder leuchten schlicht, vereinen abtretendes Leben mit aufstrebendem Handel, zeitgemäß urban, weihnachtlich. Was dem Diesel seine Kerze, dem Menschenkind sein Wein, ist dem Baume seine Lichterkette. Alles glüht und funkelt.

Gibt es eine Wechselwirkung, so frug ich mich neulich im Getümmel, zwischen dem Tragen haariger Tierhäute und dem Sozialverhalten ihrer Trägerinnen? Solche sammeln heute allerlei bunte Waren, wo sie dereinst Beeren pflückten. Dabei Keuchen sie schwer und drängeln, während ihre zeitgemäß am eigenen Halse angebrachten Duftmarkierungen die Konsumkonkurrentinnen betäuben, umso sicherer, je mehr sie vom teuren Zaubersaft aus der Glitzerflasche No.5 ihre Haut benetzen ließen. Gespannt streift der Blick manischen Auges umher, das dahinter liegende Sendeschlussrauschen wird nur vom Kaufimpulspiepsen unterbrochen.

STIHIILLEEE NAAACHT

Erscheint etwas außerordentlich Nutzloses im Blickfeld, an dem eine große Zahl angebracht ist, reagiert das Pelzinnere mit einem Griff in den Lederbeutel, dem Zücken großer bunter Papierscheine und Erleichterung. Das unerträglich angeschwollene Piepsen lässt sich nur so abstellen, um einstweilen seinem Widerhall zu weichen. Nähert man sich den Pelzträgerinnen in einem solchen Moment, kann man das Echo deutlich aus den Ohren klingen hören. In digitalem Weihnachtsglockengebimmel und quadrophonisch verstärkter „stiller Nacht“ geht der Ton allerdings meist unter, soviel auch zur Funktion des Geläuts.

Es ist die Zeit der Banner und Prospekte. Etwa zwei Hektar Wald, geschnitten, gebleicht und auf Hochglanz bedruckt, erfreuen unsere Briefkästen und stimulieren den Piepstrieb. Die Mailbox quillt über, das Fernsehen zeigt junge ausgemergelte Menschen bei ungelenken Simulationen von Geschlechtsverkehr. Sie bedeuten uns, Duftöle zu kaufen, um ebenfalls ungelenke Simulationen haben zu dürfen. Der Alkoholikergesellschaft sehr entgegenkommend, wird so viel von dem Zeug gekauft, dass es nur durch Saufen je konsumiert werden kann.

Die Innenstädte duften nach Feinstaub und SUV. Die Psychiatrien erfreuen sich guter Belegungsquoten. Für den allgemeinen Schund fährt die Müllmafia Sonderschichten. Die meiste Freude aber haben und machen die lieben Kleinen: Ihrer Unersättlichkeit schmiegt der Markt sich an wie Akne der Teenievisage. Unter dem Allesundnochmehr, das Eltern ihnen kaufen müssen, befinden sich immer perfektere Ästhetikgeneratoren aus Plastik, von manchen in rührender Naivität “Puppen” genannt. Sie können heute laufen, rülpsen, Kinder kriegen (per autochirurgischem Kaiserschnitt), blinken, musizieren, sind Ipod-kompatibel und generieren automatisch einen Facebook-Account, sobald man sie der Packung entnimmt.

HEIL LIGE NAAAAACHT!!1!

So etwas ist ungeheuer reizvoll für die degenerierten Kids. Noch ehe man entdeckt, wieviel abscheulicher Schwachsinn tatsächlich als batteriefressende Multifunktion aus den Dingern hervor quillt, hat man den Gedanken schon verdrängt. Einwände wie „Entfremdung“ oder „groteske Ausbeutung der kindlichen Psyche“ sind unweihnachtlich und werden als Geschäftsschädigung abgemahnt..

Dass der Reiz bald ausgeschöpft ist, bedarf keiner Erwähnung, nur sei hier vor Nebenwirkungen gewarnt: Hatte sich doch der Säugling, eigentlich Tochter eines guten Bekannten von mir, in der Lichterkette des Weihnachtsbaumes verfangen, um alsdann in einem Verwechslungsdrama von ihrer großen Schwester in Seifenlauge getunkt zu werden. Das Baby sollte sich dadurch in eine veilchenfarbene Meerjungfrau verwandeln. Der Irrtum wurde auch nicht bemerkt, als das Baby, einmal vom Weihnachtsbaum entfernt, nicht mehr leuchtete.

Solche Kollateralschäden sind alternativlos, denn wer würde heute noch ernsthaft die Auswüchse des Zuspätkapitalismus kritisieren wollen, der in seinem christlichen Jahreshöhepunkt näher an seinem Ursprung ist als er glaubt. Vielleicht verlagert sich das Ganze ja, der Massenpsyche gerecht, eines Jahres auf den Karfreitag – man kann sich von so viel Schuld freikaufen, dass es eine Freude sein wird. Dann schlagen wir ein Männlein ans Kreuz, auf dass es nicht rutscht und schlachten und büßen, was das Zeug hält und geben’s uns hart und kaufen uns viel, bis zur final rektalen Erlösung. „Der Leib Christi.“
Amen.

Der linke Terrormann ist wieder da. Er verschickt Briefe an Joe Ackermann, und alle sind jetzt in Gefahr. Rettet den Joe, schützt die Manager, Vorsicht vor den Linken!

Kann Propaganda so dämlich sein? Sie kann. Bei Kritik und Kunst sind einige Hintergründe zur konkreten Legende nachzulesen, das ist auf allen Ebenen so hanebüchen, dass man sich allmählich Sorgen machen muss. Wie groß muss die Panik sein, wenn solche Koteletts als Filet aufgetischt werden? Für eine ganze Sau, die man noch durchs Dorf treiben könnte, reicht es ja schon lange nicht mehr.

Ich werde auch mal einen Brief basteln. Umschlag kaufen, Adresse drauf, hochexplosives!!11! Pulver rein und dann noch den Bekennerbrief (bitte extra schicken, wenn man professionell wirken will, explodierte Briefe sind nämlich gemeinhin nicht lesbar. Diese Regel ist auch dann relevant, wenn das hochexplosive!!11! Pulver gar nicht hochexplodieren kann). Was schreiben wir denn? Nehmen wir mal “Christlicher Deutscher Untergrund, Kommando Rainer Barzel”. Mal sehen, was die Tagesschau darüber bringt.

 
Die General Powell-Stiftung hat Feynsinn exklusiv zwei Bildbeweise zukommen lassen für Irans Pläne, einen Weltkrieg zu entfachen. Zu sehen sind darauf eine Produktionsstätte für Atomraketen und mobile Labore zur Herstellung biologischer Waffen.
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Nicht zufällig finden die Auftritte Guttenbergs und das Erscheinen seines Buches in diesen Tagen statt. Durch die Probleme Deutschlands mit der Emission neuer Staatsanleihen sind der Austritt aus der Eurozone und die Rückkehr zur D-Mark nur noch eine Frage von Tagen.

Jetzt ließ Guttenberg erstmals offen durchblicken, dass er sich von der CSU abwenden und neuen Zielen zuwenden will. Bald wird er seinen Doktortitel zu Recht wieder tragen und als ehrenwerter Staatsmann aus altem Adel seine Bestimmung zu erfüllen trachten.
An seiner Seite werden mit Thilo Sarrazin, Hans-Olaf Henkel und Friedrich Merz weitere Sympathieträger mit höchster Wirtschaftskompetenz für frischen Wind in der Parteienlandschaft sorgen. Eine Forza-Umfrage ergab, dass eine solche Partei mit einer Zustimmung von mehr als 40% rechnen kann.

 
paperboysIn den Zeiten, als der politische Diskurs und das gesamte Rechtssystem noch nicht vom Mehltau des Gutmenschentums erdrückt wurden, war es noch vollkommen klar, dass jeder arbeitsfähige Mensch auch zur Arbeit herangezogen wurde. Wie absurd ist es überhaupt, Schüler von der Arbeit auszuschließen, auf die sie durch Schule und Ausbildung vorbereitet werden sollen? Man darf doch wohl auch Zehnjährigen die Benutzung der Klobürste zumuten? Und wenn sie obendrein zum Nutzen aller sogar noch dafür bezahlt werden, kommt der Jugendblockwart und verhaftet die Verantwortlichen?

Viele “sozial Bedürftige” beschweren sich darüber, dass es vorn und hinten nicht ausreicht, liegen aber gleichzeitig auf der faulen Haut und nutzen nicht einmal ihre Zuverdienstmöglichkeiten. Sie geben ihren Kindern nichts mit, das diese aufs Leben vorbereiten würde. Keine anständige Sprache, keine anständige Kleidung, keine anständige Haltung. Anstatt sich nun genau diesen Menschenschlag auch noch als Nachwuchs heranzuzüchten und sie in Schulen zu schicken, in denen sie außer sich zu prügeln und sonstwie mit Gewalt auf ihre Mitmenschen loszugehen nichts lernen, könnte man ihnen in derselben Zeit auch sinnvolle Tätigkeiten zuweisen, mit denen sie ihr Taschengeld und das Familieneinkommen legal aufbessern könnten.

Gleichmacherei und Bürokratie

Das ist bei Tätigkeiten wie Putzen, Botengängen oder einfachen Handarbeiten doch gar nicht anders zu sehen. Jahrhundertelang hat sich die Gesellschaft so reproduziert, und es hat niemandem geschadet. Es gibt darüber hinaus auch Tätigkeiten, für die jüngere Menschen geradezu prädestiniert sind. Sie sind ausdauernder, kleiner und flinker. Mit welcher Begründung sollen diese Ressourcen ungenutzt verkümmern? Warum soll dieser Standortfaktor nur dem Ausland zugute kommen? Wissen diejenigen, die so unverbesserlich auf den Jugendschutz pochen, eigentlich was ein Smartphone kostet, wenn sich diese Denke überall durchsetzt?

Unsere Jugendlichen können saufen, rauchen und alles konsumieren, was der Markt hergibt. Sie geben Milliarden Euro Taschengeld aus. Aber arbeiten sollen sie nicht dafür? Absurd.
Der hochrangige amerikanische Politiker Newt Gingrich [via fefe] brachte diese Dinge jetzt auf den Punkt und spricht von “Kinderschutzgesetzen, die wirklich dumm sind“.
Dem “Schutz gewerkschaftlicher Organisation und Bürokratisierung” dienen solche Gesetze, die unsere Kinder “verkrüppelt“, so Gingrich. Der Kampf gegen Gleichmacherei und Bürokratie ist noch lange nicht gewonnen. Aus diesen uns wohlbekannten und einleuchtenden Argumenten liberaler Wirtschaftskompetenz entwickelt Gingrich die oben angesprochenen Konsequenzen.

In Zeiten knapper Kassen und aufgeblähter Sozialhaushalte fürwahr eine notwendige und richtige Maßnahme zur Veränderung unserer Kultur, die Leistungsunwillige verhätschelt und im Namen des Kinderschutzes Gewerkschaftsinteressen durchsetzt. Eigenverantwortung fängt aber nicht erst mit der Volljährigkeit an. Sie muss spätestens in der Grundschule erlernt werden.

 
Die FDP ist so verzweifelt, dass alle Dämme brechen. “Bildungs- und Europapartei” will sie jetzt werden, wo die letzten Steuersenkungen für ihre Buddies durchgedrückt sind und die letzten Wähler sich abwenden. Es wird gar nicht mehr der Anschein erweckt, Ansehen zurückgewinnen zu wollen oder den Wahlpöbel zu beachten, der sie aus allen deutschen Parlamenten kegelt.

fdp1_8Nach diversen Peinlichkeiten um die erschummelten Doktortitel ihrer Funktionäre sich noch zur “Bildungspartei” erklären zu wollen, steht ihr gut zu Gesicht. Chancengerechtigkeit, das bedeutet schließlich: Jeder kann sich einen Titel kaufen. Wer da nicht am falschen Ende spart, wird auch nicht erwischt. Niemand ist in dieser Frage kompetenter als die FDP. Wenn sie diesbezüglich ihre Lektion gelernt hat, dürfen wir uns noch über viele Titel freuen, an denen hochtalentierte Autoren mitwirken werden. Echte Promotionen von Profis für Profis, das ist eine Investition in die Zukunft nach dem Geschmack der zwei Prozent-Partei. Oder glaubt irgendwer, die wollten jetzt teure Steuergelder für die Bildung des Plebs verschleudern?

Hauen und Stechen

Dass die Liberalalas mit Macht zur europäischen Partei, zur EU-Partei mutieren würde, das wissen wir seit einigen Tagen. Dazu hätte es keiner Erklärung der Freunde des Finanzadels bedurft. Seit dem 9. November braucht es nämlich keine fünf Prozent mehr, um in Straßburg ein paar Sessel reserviert zu bekommen und die Tantiemen für theoretische Anwesenheit zu kassieren. Dass die Mitgliedschaft im Europaparlament nämlich eine Art geistigen Eigentums ist, hat niemand so eindrucksvoll bewiesen wie Silvana Koch-Mehrin, Prinzessin und Maskottchen vom blaugelben Stamme Nimm. Sie war es auch, die darauf bestand, ihren erschlichenen Doktortitel zurück zu bekommen, denn schließlich ist erfolgreiche Täuschung eine genuine Qualifikation der Leistungsträgerschaft, die entsprechend honoriert gehört.

Es wird allerdings ein fürchterliches Hauen und Stechen geben um die paar lukrativen Plätze, die da noch zu vergeben sind. Gleichzeitig mit den Mandaten werden auch die Parteiämter rar, denn wer spendet noch Millionen für eine schrumpelige Gurkentruppe, die nirgends mehr an Gesetzen mitarbeiten darf? Nun müssen sie also alle ihre Titel und Meriten aufbieten, ihre ganze Frechheit und die stählernen Ellbogen in Stellung bringen, um noch ein Ticket für den letzten Dampfer zu ergattern. Sogar Guido Westerwelle, der ausdrücklich den Run auf Europa ausrief, ist da wieder im Rennen.

Es ist wie mit den grauen Herren – am Ende nehmen sie sich gegenseitig die Zigarren weg und lösen sich selbst in Rauch auf. Adieu!

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