Hintergrund


Ich bin müde. Diese Tage sind sehr anstrengend, was sich auf mein Blog lesbar auswirkt. Was ich mir in der letzten Woche so an Tippfehlern zusammengerumpelt habe, tat mir in den Augen weh – immer, wenn ich sie endlich wahrgenommen habe. Da ich ein tolles Plugin habe, das dafür sorgen soll, Korrekturen nicht in die Feedreader zu pingen (auch hierzu bitte ich um Meldung, falls es nicht funktioniert), korrigiere ich gern meine Artikel auch noch Tage später. Unschön nicht nur für mich, sondern auch für meine Leser, daß ich als Vielschreiber quasi mit einer Behinderung leben muß: Ich tippe nicht nur schlecht, ich sehe auch meist nicht, was ich da anstelle. Ich lese selbst Texte anderer so schnell, daß das Auge nicht wirklich mitkommt.
Kurzer Sinn: Ich wäre durchaus dankbar für Hinweise in den Kommentaren, was ich da dusselig getippt habe.
Wirklich schade, daß ich mich heute Nacht nicht ausreichend konzentrieren kann, um ein Streitgespräch zwischen Ottmar Schreiner und Karl Lauterbach zu zerpflücken. Was Lauterbach da liefert, ist neoliberale “Sozialdemokratie” at its best. Inspirierend immerhin für einen Artikel, den ich vielleicht einmal schreiben werde über schizoide Politiker und ein Syndrom, das selbst psychologisch kaum erklärbar ist. Solche Gedanken und potentielle Artikel schwirren mir zuhauf im Hirn herum. Mein Job saugt mir zuviel ab derzeit. Btw: Jobangebote sind mir auch willkommen. ;-)

Eigentlich wollte ich heute einen anständigen Artikel schreiben. Zum Beispiel über das Erlebnis einer “Rede” von Merkel im Bundestag. Eine Strapaze! Was ich davon gehört habe, war ein derartiger Klumpen von Worthülsen, daß ich glaubte, ich sei völlig verkatert. Einerseits zum einschlafen, war der spärliche Rest an Inhalten so an der Wirklichkeit vorbeigenagelt, daß ich mich hätte echauffieren müssen – hätte ich eben nicht eben noch gegen den Schlaf gekämpft. Die mühsame Arbeit am Originaltext bleibt mir ebenso erspart wie meinen Lesern, denn ich erhielt einen Anruf, dem ein wie immer anregendes Gespräch mit einem Freund folgte. Die Zeit ist damit besser investiert.
Zum Trost drei Links mit unterschiedlichem Unterhaltunsgwert:

Warum SpOn/der “Spiegel” noch exitiert, illustriert Welt.de. “Die Linken haben dieselben Ziele wie die SED” heißt es dort überschriftilich. Ganz konsequent findet sich dort nicht einmal das Bemühen um ein einziges Argument. Es wird gesagt, das muß reichen. Der Link dient nur dazu, meine Aussage zu belegen. Lesen lohnt sich nicht. Wir stellen fest: Die “Linken” regieren die DDR, und das ist auch gut so. Oder so. Propaganda ohne Scheinargumente, wie peinlich! Von Blumenkorn, übernehmen Sie!

Gravenreuth geht in den Knast. Eine Klatsche für die McJustice von der Alster. Wird es etwas ändern an der Rechts-Sprechung zum Internet in Deutschland ? Ich setze einen Zehner dagegen. Und gleich noch ein paar.

Überwachunsgsstaat? Iwo! Jede Maßnahme gegen gefährliche unbürgerliche Computerferkel dient unser aller Sicherheit und dem weltweit-bayrischen Kampf gegen den Terrorismus. Genaueres beim Spiegelfechter.

Meine Lebensgefährtin mag Hunde. “Seltsam”, dachte ich heute, “genau wie Hitler!”.
Lafontaine hat einen französischen Vornamen, genau wie Le Pen. Goebbels, Gorbatschow und Gysi fangen mit “G” an. Das kann doch alles kein Zufall sein!
Wir alle sind übrigens “charismatische Redner”. Also meine Frau und ich und die anderen da oben. Bei Le Pen würde ich allerdings Abstriche machen, sein Deutsch ist miserabel und seine Reden plump und inhaltslos, aber mei, was soll’s, irgendwas wird schon dran sein, wenn der Herr Schmidt das sagt. Der Herr Schmidt konnte seine eigene Partei kaum je überzeugen. Als er noch in Amt und Würden war, mußte ein gewisser “Seehemeir Kreis” ständig verlautbaren, was er doch für ein Toller sei, und auf der anderen Seite disziplinierte ein Ex-Kommunist seine Fraktion mit härtesten Bandagen – immer im Sinne der Demokratie, versteht sich.
Verstanden hat das damals trotz aller Nachhilfe nicht einmal die SPD, danach kamen deshalb 16 Jahre Kohl. Den haben die Leute besser verstanden.
Noch besser haben die Leute allerdings den Herrn Schröder verstanden. Vor allem die Leute von der Wirtschaft und den Medien. Der hat zwar viel versprochen und einige höchst publikumswirksame Versprecher gemacht, vor allem vor Bundestagswahlen. Das war allerdings kein Populismus, denn er wollte ja nicht dem “Populus”, dem Volk, gefallen, sondern seinen vielen wichtigen Freunden. Es ging ihm nicht darum, beliebt zu sein, sondern das Richtige zu tun. Da hat er sich vom Volk nix erzählen lassen, genau wie der Herr Schmidt dunnemals vor ihm. Populistisch war hingegen der Herr Brandt gewesen. Der konnte nicht nur reden, der ist sogar auf die Knie gefallen. Ein Bundeskanzler auf den Knien, das geht gar nicht. Auf den Knien, das ist für Koksnutten in Ordnung, aber nicht für einen Bundeskanzler.
An solchen Vergleichen sollte sich eine gute Politik unbedingt orientieren und vor allem natürlich der Wähler. Darum erklärt man ihm ja auch den Lafontaine. Dem sollte man tunlichst nicht zu zuhören, sonst wirkt das Charisma mit dem Populismus und vernichtet Arbeitsplätze.
Die Entwicklung der meisten Parteien in Deutschland ist von daher sehr positiv zu beurteilen. Charsima und Redetalent, die dunklen Künste, sind dort absolut tabu. Die wahren Antifaschisten erkennt man an sinnlosem Genuschel, ödem Geschwafel und einer Rhetorik, die einem Versicherungsvertreter die Schamesröte ins Gesicht triebe. Wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und wollen der Nachwelt einen Schwur leisten:
Von deutschem Boden soll nie wieder eine überzeugende politische Rede ausgehen!

Beck ist weg, die SPD auf einem guten Weg. 4 % an einem Tag, das macht bis zur Wahl etwa 1550 % für die Agenda 2010, die daher bis ins Jahr 3030 fortgeschrieben wird.
Pakistan erfreut sich häufiger Besuche amerikanischer Touristen. Nein, Terroristen. Nein, die Terroristen in Pakistan werden von den amerikanischen Touristen heimgesucht. Diese hätten gern die NATO dabei, die will aber nicht. Wieso eigentlich nicht? Was haben nur die alteuropäischen NATO-Mitglieder gegen Interventionen bei Atommächten? Weicheier!
Piech kloppt sich mit Wiedeking, und zwar in Abwesenheit. Während diejenigen, die die Autos bauen, glauben, sie hätten damit etwas gewonnen, beschmeißen sich die Teilhaber-und Vorstandsgranden samt ihrer Familien mit Kaviar, damit der Plebs drüber ausrutscht.
Ackermann kauft sich die Postbank. “Welch eine Freude, die Postbank bleibt deutsch”, denken sich die Hohlhanseln der Politeska, während der Schweizer ein Bad in seinen Liechtensteiner Kontoauszügen nimmt. Was will er mit der Post? Erstens den längsten haben, ehe ein anderes Wichshähnchen mit mehr Federn protzt, und dann natürlich einem beinahe seriösen Konkurrenten den ganzen Dreck verramschen, den er nirgends sonst mehr loswird. Die nächste Krise kann kommen, dann geht die Postbank für einen Euro an die China Commmercial, den Rest legt der doofe Steuermichel dazu.
Ficht mich alles nicht an, ich hab “Wochenende” und kuriere einen höchst überflüssigen Schnupfen aus. Das Beste sind doch immer noch die alten Hausmittel, leicht abgewandelt: Kaltes Bier. Prost!

Die Tagesschau meldet, daß jeder Zehnte ein Sozialschmarotzer ist. Dieser Typus Mensch ist Gegenstand einer Kampagne für Anstand und Sitte, welche derzeit von Springer und anderen betrieben wird. Empörenderweise erwarten die Lobbygruppen der Faulenzer noch mehr Geld fürs Nichtstun, obwohl die Wissenschaft festgestellt hat, daß sie schon jetzt zuviel bekommen. 345 € jeden Monat, obwohl 132 €auch genug wären!

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Originalbild: Commons.Wikimedia

Aber macht es Sinn, auf halbem Wege stehen zu bleiben? Wer nicht arbeitet, muß auch nicht essen, braucht vor allem nicht auch noch Geld, das er für Drogen und Vergnügungen ausgeben kann. Zurecht haben die fleißigen Wissenschaftler darauf hingewiesen, daß es Möbel von der Caritas und Futter bei der Tafel gibt. Warum nicht alles aus einem zweiten Wirtschaftkreislauf, der den ersten nicht mit Abgaben belastet? Wer nachweisen kann, daß er bedürftig ist, bekommt eine Kreditkarte für Bedürftige (siehe oben). Mit dieser tut er kund, daß er nicht kreditwürdig ist und der Almosen bedarf. Diese werden ihm dann in Naturalien von gemeinnützigen Organisationen verabreicht. Im Gegenzug und als Bedingung darf man den Bedürftigen jederzeit unterstützende Tätigkeiten abverlangen. Dies wäre gerecht, kostenlos und würde auch diejenigen in Arbeit bringen, die auf dem Markt nicht zu vermitteln sind. Es hätte obendrein den Vorteil, daß diese einzige Kreditkarte, die ein Bedürftiger führen darf, ihn, die Banken und den Handel vor Überschuldung schützt. Wer den Weg in die Gemeinschaft der Tätigen und Selbstsorgefähigen zurück gefunden hat, tauscht die Karte einfach gegen eine handelsübliche Bankkarte aus – erhält aber keine Almosen mehr. Kein anständiger Mensch kann sich diesem Vorschlag verweigern. Achten Sie einmal darauf: Es werden sich vor allem wieder Linke und Arbeitslose darüber echauffieren. Ein guter Hinweis darauf, daß dies der richtige Weg ist!

Ich begreife es nicht. Da macht man jahrelang Front gegen das faule Pack, gängelt und drangsaliert es, legt ihm Arbeitszwang auf und kürzt ihm das Nötigste zusammen. Da rotiert das Karussell gut geölt zwischen Aufsichtsräten, Fraktionen, Vorständen und Parteien. Da werden Gewerkschaften gekauft, mal geschnitten, mal am Stück, ganze Branchen in Scheingewerkschaften gezwungen und die öffentliche Meinung dazu passend hergestellt. Da wird alles gebasht und gebangt, das gegen den Trend ist und Reizwörter wie “Solidarität” noch buchstabieren kann. Da lassen Minister Produkte und Dienstleistungen von Staats wegen herstellen und profitieren unmittelbar davon. Ein Bundeskanzler läßt gar den Bau einer Pipeline beschließen und wird nachher der Chef von dem Riesenrohr, in Diensten einer lupenreinen Demokratie. Alles legal, gewollt und zur Ehre der Eliten.
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Und erst jetzt kommt ein einsamer Kämpfer für Profit durch Unterwerfung auf die Idee, daß es auch viel einfacher geht!
Die Arbeitsämter Arbeitsagenturen ARGEn ÄRGERen machen das jetzt, alles aus einer Hand. Sozialhilfe? Arbeitslosenhilfe? War vorgestern. Arbeitslosengeld zwo? Iwo! Neu sind die “sozialen Kollektive langzeit arbeitsloser voll Erwerbsfähiger”. In diesen werden Ein-Euro-Jobs höchst effizient organisiert. Der geniale Kniff: Der Arbeitgeber ist gleichzeitig Chef der zuständigen Behörde. Die von ihm geführten sozialen Kollektive, abgekürzt “S.K.L.A.V.E.”n, bedürfen keiner weiteren Überwachung durch den Staat und werden so direkt dem Arbeitsmarkt zu günstigsten Konditionen zugeführt. Noch ist die zwangsweise Zuführung der Prekären zum Altenheim des Recklinghausener Jobcenter-Chefs ein Modellversuch. Schon bald aber sollen Callcenter, Leiharbeitsfirmen und Sicherheitsdienste allen Jobcebtern angegliedert werden. Dank der weitsichtigen Politik unserer Leistungsträger wird Deutschland also weiterhin konkurrenzfähig bleiben. Danke, Peter Hartz! Danke, Ulrich Lammers! Danke, ihr rastlosen Manager, ihr Bewahrer von Einigkeit und Recht Freiheit!

Die Bush-Administration versucht, mit olivgrünen Hilfsgütern “Vertrauen zu schaffen“, meint der “Focus”. Daß dahinter eine weitere irrwitzige Provokation der kalten Krieger aus der Bush-Truppe steckt, kommt ihnen nicht in den Sinn.
Hätten die Russen Humor, würden sie Cuba fix hochrüsten und sie animieren, in Puerto Rico einzumarschieren. Kost’ ja nix. Sicher hätten die westlichen Medien vollstes Verständnis dafür und würden eine Intervention der USA als brutalen Akt der Aggression brandmarken.
Derweil deutet sich eine Lösung des Georgien-Problems an. Saakaschwili verzichtet auf Abchasien und Südossetien, dafür bekommt sein stolzes Land einen neuen Namen und wird US-Bundesstaat. Georgewia ist damit automatisch in der NATO – und endlich sicher vor den russischen Kriegstreibern.

Ich denke nach. Ich lese, recherchiere gar. Keine Ahnung, warum es diese Phasen gibt, in denen ich nicht die Energie aufbringe, etwas zu schreiben. Derzeit habe ich leider nicht die Zeit und Muße, den größeren Zusammenhang aus kleineren Artikeln und Meldungen abzuleiten, und Kommentare zu einzelnen Ergüssen der Frontsoldaten deutscher Einheitspresse wollen nicht so recht gelingen. Keine Ahnung, wo der Genuß bleibt, diese Geistesgrößen zu entbößen – mir fehlt sogar die Vorstellung davon, wie es mir sonst gelingt, mich darauf einzulassen. Ich erwähnte zuletzt Herrn Malzahn, auch ein Artikel in der “Welt”, den ich an besseren Tagen vielleicht zerpflückt hätte, hinterließ mich nur angeekelt. “So einen Mist kann ich nicht kommentieren”, denke ich, wohl wissend, daß ich kaum etwas anderes in diesem Blog veranstalte.
Ich denke darüber nach, zukünftig so etwas wie ein Konzept zu entwickeln. Es könnte in die Richtung gehen, die der Spiegelfechter verfolgt. Weniger Artikel, dafür mehr Recherche und Hintergrundinformation. Es beschleicht mich allerdings die Furcht, daß ich mich damit verzettele und vier von fünf Artikeln verwerfe, weil sie meinen Anforderungen nicht entsprechen. Kurz gefaßt, kann ich mich an der Oberfläche bewegen und nur hinabzustoßen, um Pointen zu setzen. Für gute Artikel taugt dieses Vorgehen nicht.
Neue Kategorien schwirren ebenfalls in meinem Kopf herum. Sport, Musik und der ganze Kurzweilhokuspokus würden mich ebenfalls reizen, sogar über Rätsel denke ich nach. Vielleicht sind diese scheinbar irrelevanten Bereiche sogar “politischer” als der Tinnef, der von ein paar Cliquen ausbaldowert und für große Politik verkauft wird.
Inspiration ist fast alles, von dem ich hier lebe, und wenn sie sich nicht einstellen will, ist Holland in Not. Fast drei Jahre ging das gut, aber inzwischen erwischt mich der Blogblues in so kurzen Abständen, daß sich etwas tun muß. Sicher keine Lösung, soweit bin ich inzwischen, ist eine Blogumschau. Wer Feynsinn liest, kennt auch die Nachdenkseiten, den Oeffinger Freidenker und duckhome/Jochen Hoff. Was diese auf ganz unterschiedliche Weise leisten, werde ich nicht einmal sinnvoll ergänzen können. Meinen Dank an dieser Stelle den werten Kollegen.
Immerhin kann ich mit einer sehr konkreten Idee enden, die ich hoffentlich in den nächsten Tagen umsetzen werde: Ein Artikel zur Rolle und Funktion des Kommentars im (alternativen) Journalismus. Nehmt es mir nicht übel, wenn ich ein wenig Zurückhaltung übe oder merkwürdige Experimente mache. Das Schiff schlingert, aber es wird nicht untergehen, ich bin ja nicht die SPD ;-)

Während eine gnadenlose Hatz auf deutsche Manager betrieben wird, die nur das Beste für ihre Konzerne wollten, baut sich im Schatten des Linksrucks eine Mafia auf, die Deutschland wirtschaftlich vernichten will.
Frankfurt. Beppo Bloom* (Name von der Redaktion geändert) steht zusammengesunken vor “seiner” A 310 und raucht mit zitternden Händen eine Gitane Mais. Eigentlich ist hier Rauchen verboten, aber was bleibt ihm? Zuhause warten drei durstige Kinder auf ihre Alkopops, er aber hält die Stellung. “Bis nichts mehr geht”, erklärt Bloom, und resignierend fügt er hinzu: “Im Grunde ist es schon soweit. Wir haben hier alle keine Zukunft mehr.”
Was ist geschehen?
Es ging ihnen allen gut, die Lufthansa hat ihre Mitarbeiter immer pünktlich bezahlt. Das könnte bald vorbei sein, wenn “ver.di” mit seinem brutalen “Arbeitskampf” ihr Ziel erreicht und alle ihre Jobs verlieren. “Streik” nennen sie die neue Methode, ein Wortungetüm aus dem Englischen. Dort bedeutet “strike” schlagen bzw. streichen. Sie wollen alles zerschlagen, bis am Ende der Arbeitgeber gezwungen ist, die Stellen zu streichen. Um dies zu erreichen, rotten sich Mitglieder der ver.di-Bande, die sich “Gewerkschaft” nennt, zusammen, um die Lufthansa zu boikottieren.
“Sie wollen, daß wir nicht fliegen. Warum tun sie das?”, fragt Bloom verzweifelt und fügt kaum hörbar hinzu: “Aber dazu sind Flugzeuge doch da – zum Fliegen!”
Es ist kaum zu fassen, aber das Treiben der ver.di-Bande ist völlig legal!
Wie schon zuvor die Bahn, bei denen sich eine ähnliche Organisation eingenistet hat wie ein Krebsgeschwür, droht jetzt auch den Fluglinien die Zersetzung von innen. Sie stehen vor einem ausweglosen Dilemma: Zahlen sie nicht die geforderte Summe, können sie nicht mehr fliegen. Zahlen sie, droht ihnen der finanzielle Ruin. Viele Mitarbeiter haben sich der Bande angeschlossen, zu viele. Die anderen haben das Nachsehen. Die Belegschaft ist tief gespalten. Immerhin besteht Hoffnung, denn nicht alle stehen hinter den Saboteuren und ihren zerstörersichen Methoden. Unglaublich: “Da wird man übelst ausgebuht“, gibt eine loyale Mitarbeiterin zu protokoll. Übelst ausgebuht, ganz legal!
Die größte Hoffnung legen Kenner der Szene auf Gegengewerkschaften, die sich inzwischen ebenfalls bilden. So könnte es zu einem glücklichen Ende kommen, wenn jemand wie bei der Bahn der verdiente Transnet-Held Hansen in den Ring steigt und die Fluglinie rettet. Hansen, ein Sozialdemokrat, konnte die Lokführerbande immerhin so weit schwächen, daß die Bahn finanziell überleben konnte. Wir brauchen einen Lufthansen, einen, der auf der richtigen Seite steht und sich auf der anderen die Hände schmutzig macht. Für Deutschland, für den Standort, für millionen Kollegen am Boden und am Himmel.

Dritter Arbeitstag, mir ist übel und ich habe überiridische Kopfschmerzen. Als tapferes Lohnviech gehe ich natürlich trotzden malochen. Mache mir vor, ich würde gebraucht. Die lieben Kollegen haben aber alles im Griff, und ich gehe eine Stunde früher. Wenn ich das nächste Mal arbeitslos werde, wird mir meine faule Überflüssigkeit aber sowas von Spaß machen!
Anmerkung vom Admin: Dat war Migräne!
Quatsch! Dann hätte ich das ja öfter.
Admin: Dat kann ja noch kommen!
Sei still, meine Eltern kommen beide vom Niederrhein!
Admin: Äh, wat??
Ich habe keinen Migrationshintergrund.
Admin: Sehr witzich. Bisse sicher, dat dat enn Argument is?
Mist, jetzt, wo du’s sagst – mein Opa kam aus Schlesien. Meinst du, es könnte daran liegen?
Admin: /logoff.

Es tut mir leid, das Sommerloch scheint sich tief in mein Hirn gebrannt zu haben. Vielleicht sollte ich demnächst mehr Selbstreferenzielles bloggen, das geht ja immer.
Einen hätte ich allerdings noch, vom Spocht: Wenn nichts mehr geht, geht bei mir immer TV-Sport. Heute ganz nett Dortmund gegen Bayern. Es war zu erkennen, daß Jürgen Klopp die Weisheiten offenbar umzusetzen weiß, die er in seinen Kommentaren stets von sich gab. Vor allem die Arbeit im defensiven Mittelfeld, doppeln vor dem Strafraum etc., sahen gut aus. Bayern hat verloren, ein schöner Tag.
Der Grund, das Ereignis zu erwähnen, ist freilich ein anderer. Das Fußballspiel war das des Deutschen Meisters gegen den “Pokalsieger”. Da die Hoenesse nicht gegen sich selbst spielen wollten, mußte halt der Finalgegner noch einmal ran. Und wie hieß die Veranstaltung?
“T-Home-Supercup im Signal-Iduna-Park”. Kapitalismus ist so bescheuert, daß man ihn manchmal herzen und knuddeln möchte. Die Trophäe (ein Bild von dem Ding kann man hier bewundern) paßt übrigens hervorragend zum Titel. “Scream” fällt mir dazu ein. Nur nicht ganz so laut, bitte!

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