Hintergrund


atom
“Alles roger, wir müssen nur den Kompressor abkühlen!”

Das Startup des Monats, zafikal (immer in ultra-hipper Kleinschreibung und fett bitte), erfreut sich eines fantastischen Übernahmeangebots von Feynsinn. Die Verhandlungen verlaufen noch zäh, aber es wird erwartet, daß es in absehbarer Zeit zu einer Einigung kommt. Unabhängige Beobachter stellen fest, daß Feynsinn seine Zurückhaltung bezüglich blogosphäreninterner Kommunikation jegliche Zurückhaltung aufgibt. Dem Betreiber “flatter” soll bereits der Linkspeichel aus dem Hundwinkel triefen.

Eine einzigartige Karriere geht zu Ende: Zehn Jahre nach dem Erscheinen des ersten Bandes kommt in Kürze der letzte Band über den talentfreien größten Zauberer aller Zeiten heraus. Gleichzeitig kommt die Verfilmung des faschistoiden Gothicschinkens “Der Orden des Phönix” in die Kinos. Es ist also bald überstanden.
Im Film wie in den Büchern entwickelte sich Harry ähnlich wie seine Autorin: Er wurde immer spießiger, unsympathischer, verkniffener. Es fehlt ihm zusehends an Kreativität, Mut und Verstand, aber er ist eben wer, darum bleibt er auch wer. Was als kitschige Geschichte mit Liebe zum Detail entstanden war, geriet immer tiefer in den Strudel von Schacher, Depression und Darmkrankheit, so daß die Bezeichnung “Kinderbuch” schon längst nur noch Marketing ist, genau wie die ganzen überflüssigen Tässchen, Schulranzen, Bleistifte, T-Shirts, Kappen und was sich sonst noch so verhökern läßt. Schon bei der Kinopremiere des ersten Bandes fiel den Lesern auf: Der Typ hat nichts mit dem Harry aus dem Buch zu tun. Der war nämlich eine Art Punk unter der Treppe, und geboten wurde ein Streber mit Attitüde. Daniel Radcliffe wird inzwischen zurechtgebürstet wie ein Schleimer von der Schülerunion, und man wartet nur darauf, daß er du-weißt-schon-wem mit dem Anwalt droht. Mal sehen, wie’s ausgeht. Wahrscheinlich werden auch die letzten Sympathieträger noch entlassen, und Harry besiegt nach einer Orgie blutrünstiger Qualen, die er lieber erträgt, als aufzubegehren, seinen Peiniger mit einem neuen Zauberspruch: “Steuern runter!”

War es eigentlich schon immer so, daß politische Veranstaltungen umso heftiger bejubelt wurden, je erbärmlicher die politischen Inhalte waren?
Das Kasperletheater dieser Tage zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß sich die Darsteller permanent selbst feiern und feiern lassen, egal, was sie bewegen oder nicht. Zwei abscheuliche Beispiele dieser Tage: Angela Merkel und Guido Westerwelle, die möglichen Chefschocker im nächsten Berlliner Gruselkabinett.
Was Westerwelle jüngst seinem geplagen Auditorium zumutete, war frei von Sinn und Verstand, ohne Schmerzmittel nicht zu ertragen und nur noch aus parteitaktischem Kalkül gutzuheißen. Der Parteitag und das ZK applaudierten fleißig und pflichtbewußt, aber ich wette, daß niemand, der das anhören mußte, heute noch weiß, worum es ging. Na? Wer weiß es? Richtig, es ging um “Freiheit”. Freiheitsstatue, Freiheits statt Sozialismus, Freiheit von Inhalt. Guido will regieren. Dagegen spricht, daß er keine Mehrheit zusammenbekommt. Unter anderem deshalb, weil sich eine dauerhaft stabile Mehrheit von SPD, Linkspartei und Grünen abzeichnet. Nun will die F.D.P. keine komplizierten Koalitionen, mit der SPD und den Grünen schon gar nicht, also könntte es darauf hinaus laufen, daß sich die Linken irgendwann gezwungen sehen, eben doch eine Regierung zu bilden. Für diesen Fall muß vorgesorgt werden. Die F.D.P. hat zwar selbst keine Idee, aber sie weiß, daß die der anderen alle schlecht sind und die der ganz Linken ganz schlecht. Diesen großartigen Ansatz garniert Westerwelle mit ebensolcher Rhetorik, und fertig ist das Elend. Gut für Guido, daß sich niemand findet, der sich als Folgeparodie anbietet, nicht einmal ein Möllemännchen ist in Sicht. So sieht’s aus bei der Fünftstärksten Deutschen Partei.
Vielleicht findet sich aber doch bald wieder eine Mehrheit für die Traumkoalition mit den Christlichen. Die Chancen stehen gut, denn die Kanzlerin ist unerhört beliebt, vor allem bei der Journaille. Kein Wunder, denn was sie anfaßt, ist ein einziges Fiasko und wird nur noch durch das überboten, was sie liegenläßt.
Ihr vielbejubeltes Management des G8-Gipfels etwa: Man konnte in dem, was sie ein Gesicht nennt, beinahe ein Lächeln identifizieren. Großartig! Wer fragt da noch den Resultaten des Gipfels:
-Keine Umweltstandards bis 2050, vielleicht aber auch gar keine.
-Keine wirksame Hilfe für Afrika, schon gar keine Abschaffung der Subventionen, die Afrika konkurrenzunfähig machen.
-Eigentlich nicht Neues, außer:
-International stillschweigendes Einvernehmen über den minderen Wert der Bürgerrechte und
-Zoff in der Bude zwischen Putin und Bush, der absurder nicht zu haben ist.
Aber es ist nicht alles G8, was glänzt. Die äußerst erfolgreiche deutsche EU-Ratspräsidentschaft endet in der möglichen Spaltung der EU, weil Polen nicht will, wie Deutschland und der Rest der EU wollen. Eine klare Stellungnahme dazu? Ein Kompromiß? Wenigestens eine Konfrontation? Fehlanzeige.
Diese glänzende Außenpolitik, immer auf Zehenspitzen von Wand zu Wand, ist aber immerhin noch eine Veranstaltung, die stattfindet. Innenpolitik findet im Kanzelramt nicht statt, nicht einmal für das Kabinett hat Frau Merkel Zeit. Wenn Rock’n Roll Schäuble den Laden schaukelt und die Bürgerrechte überrollt, was geht’s die Chefin an? Sozialpolitik? Was war das noch? Ach ja, irgendwas mit notwendigen Reformen. Hihi… Und während die Jungs in Berlin sich um jeden Kekskrümel käbbeln, ihre Hahnenkämpfe austragen und der Dampfer durchs Polarmeer schlingert, schwebt Madame in höheren Sphären und träumt von Weltpolitik.
Und jetzt bist du dran, Deutschland: Willst du von diesen Genies regiert werden? Willst du diese Freiheit?
Oder vielleicht doch ein bißchen Sozialismus (was immer das sein mag)?

[Mangels Idee heute noch einmal ein Text von 1996, mit kleinen Aktualisierungen]

Es gibt mindestens einen Menschen, der über die Dinge des Alltags schöne Kolumnen schreiben kann. Ich will ihn nicht verunsichern, indem ich einen ähnlichen Versuch unternähme. Ich kann eigentlich nur häßlich fluchen. Die Welt ist ekelhaft. Ein unentschlossen dreinblickender Franzose hat, glaube ich, diesen Umstand zur Philosophie erklärt und sich über mehrere tausend Buchseiten hochgeistig geekelt. Daß sich das gar nicht amüsant liest, ist ihm auch aufgefallen. Deshalb ist er auch, als er ein ekelhaftes Alter erreicht hatte, brav gestorben. Ich habe es da sehr viel schwerer als Herr Sartre, ich muß nämlich noch leben und deshalb immer schlechte Witze über das eklige Leben machen. Beinahe wie in Mythen, die immer lehrreich sind, weil sie nie jemand wirklich versteht, muß ich also um mein Leben kalauern. Immer, wenn ich einen Witz mache, lugt schelmisch das eklige Leben um eine Ecke, und ich muß wieder einen schlechten Witz machen. Zum Beispiel wartete dieser Tage eine Frauenzeitschrift mit tollen Tips auf, für “wenn der Job die Haut kaputtmacht”. “Was müssen das für eklige Jobs sein”, dachte ich also, “die Frauen schon mit fünfundreißig die ersten Fältchen bescheren?”. Und: “Was, wenn die Haut den Job kaputtmacht?” Wenn Frauen etwa solche Falten haben, daß ihnen ständig Tauben darin nisten? Dauernd das Gegurre, und der Chef meint, sie macht sich lustig über ihn. Und dann dieser Fäkalgestank! Selbst, wenn die Taube ihre Wirtin verläßt, bleiben übelriechende Hinterlassenschaften, die jeden Sozialkontakt erheblich beeinträchtigen. Frauen haben es ziemlich schwer.
Das klingt sehr bemüht. Man denkt: “Er versucht, der Bitterkeit des Lebens mit eisernem Humor zu begegnen, der Gute. Ganz sicher ist er an einen Rollstuhl gefesselt. Und wird dabei gepeinigt, bis aufs Blut.” Das ist lieb von meinen Lesern, so viel Mitgefühl in Wohlwollen zu verzaubern, aber ich habe es nicht verdient. Nie ließe ich mich fesseln, schon gar nicht an einen Rollstuhl, den andere viel besser gebrauchen könnten. Ich fände das sogar geschmacklos. Außerdem hätte ich Angst, sofort reaktionären Schwachsinn reden zu müssen, wie der Herr Schäuble aus der Politik. Der Herr Schäuble aus der Politik ist schlimmer als der Herr Kaiser von der Hamburg-Mannheimer. Der Herr Kaiser würde nie so grimmig daherrollen und arme kleine Grundrechte überfahren. Der Herr Kaiser hat auch keinen Grund, verbittert zu sein, sein Leben ist nämlich nie eklig. Er kann immer gut angezogene, saubere, lächelnde Kinder auf den Arm nehmen, während junge, glatthäutige Mütter ihn unaufgefordert bitten, sinnlose Versicherungen abschließen zu dürfen. Herr Schäuble hingegen muß immer Scharen ungewaschener Wähler und Wählerinnen auf den Arm nehmen, während eine biersaure Gesichtsgrätsche aus dem Osten ihm die Richtlinien zieht. Ach, Politik ist saulangweilig. Eine echte Sau würde sich freilich bei einer Rede von Herrn Schäuble selbst in Schweinehälften zerlegen, allein schon, weil sie nichts zu verbergen hat.
Es begibt sich aber derzeit, daß meine Frau mir verboten hat, etwas “Politisches” zu schreiben, weil das nicht witzig sei. Auch so ist das Leben: man schindet sich wie ein Tier und muß dabei noch witzig sein. Wie schaffen die witzigen Kolumnisten das nur? Wie können sie nur in ihren lustigen Glossen fröhlich von Altgirlcontainern etwa erzählen, ohne dabei bittere, politische Manifeste abzusondern, betreffs der Altmenschenrechte zum Beispiel? Was haben die für Frauen, bzw. Männer? Wer steht hinter ihnen, wenn sie an der Tastatur sitzen? “Da drüben wird wieder eine Alte entsorgt, schreib’ ‘mal was Lustiges da drüber!” Der in Leder gekleidete Riese droht mit der Nilpferdpeitsche. “Nein, wie schrecklich!” sagt der Kolumnist. Sein Schreibtischstuhl wird herumgerissen, ein schweres Knie bohrt sich in seine Genitalien, die Peitsche drückt ihm die Nasenlöcher zusammen. “Du sollt was Lustiges drüber schreiben!” preßt der Schinder zwischen seinen faulen Zähnen hervor…
So also entstehen die lustigsten Glossen. Ich aber verbittere – als letzten Akt der Opposition gegen meine unnachgiebige Herrin auch schon mal “was Politisches” schreibend.

Zu den aktuellen Schäublereien rund ums Killerspiel gibt es Argumente bei kiesows und MMsSenf. Während kiesow den Betrunkenen Schützen an der Kirmesbude den Egoshooter um die Ohren haut, weist MM darauf hin daß “River Raid”, ein rührendes Klötzkesspiel, bis 2002 indiziert war. Echtes, womöglich tödliches Ballern einschließlich Zugang zu scharfen Waffen soll weiterhin erlaubt sein, während die lächerlichsten pseudomedientheoretischen Argumente aufgefahren werden, um den Aktionismus der Verbieter und Bestrafer zu untermauern.

Eines kommt allerdings dabei zu kurz, obwohl das Argument von beiden Bloggern gestreift wird: Der Trainingseffekt. Zwar weisen sie zurecht darauf hin, daß die Gewöhnung ans echte Schießen mehr Bedeutung haben dürfte als die Übungen auf virtuellem Terrain. Aber beide verkennen die Situation. Die Gegenseite argumentiert nämlich aus guter Erfahrung. Wem ist noch es noch nicht aufgefallen: Gerade in Deutschland wird der Bürger durch tägliche Konditionierung auf die gnadenlose Vollstreckung geeicht.

Kritiklos und unbewußt lernt er, sich blitzschnell zu bewegen und ohne Rücksicht auf Schäden an Mensch und Material sein Ziel zu verfolgen. Selbst die geschicktesten stoßen dabei stets an ihre Grenzen und versuchen es doch wieder und wieder. Dieses vor allem von der Wirtschaft geförderte Verhalten, das selbst Gemütsmenschen zu hektischen Kämpfern für den Konsum ausbildet, ist äußerst erfolgreich und durchaus erwünscht.

Nur diesem einen Zweck dient das Unverschämtheit überbietende Gebaren deutscher Verkäufer und Verkäuferinnen, die Waren derart über das Band schießen zu lassen, daß es schlicht unmöglich ist, sie heil in den Einkaufswagen zu verbringen. Der Einfall, sie beim Einräumen gleich sortieren zu wollen, kann nur hoffnungslosen Irren in den Sinn kommen. Wäre auch nur einer der Millionen Probanden dieses permanenten Freilichtexperiments in der Lage, sich in dieser Situation bewußt und souverän zu verhalten, man würde davon bald in Funk und Fernsehen erfahren. Vermutlich würde er unverzüglich in einen Schützenverein eintreten, sich eine Knarre besorgen und die Schnalle kaltmachen, die ihm ständig die Saftflaschen zwischen Eier und Joghurt wirft.

Tut aber keiner. Und weil das so tadellos funktioniert, haben sie Angst vor den Killerspielern. Eines Tages könnte einer unter ihnen sein, der schnell genug ist. Der die eine Sekunde Zeit hat, nachzudenken. Der es tut.

Der analfixierte Hobbyinquisitor und Kerkermeister im Bundesinnenministerium hat eine ganz überraschende Idee zum Thema Doping: Er empfiehlt schärfere Gesetze und härtere Strafen. Auf gar keinen Fall dürfe es eine Amnestie geben. Außerdem hatte er bereits im Januar empfohlen, das BKA im Kampf gegen Doping einzusetzen. Man fragt sich, warum die Delinquenten noch auf freiem Fuß sind. Nicht einmal die Wohnungen sämtlicher Telekommitarbeiter werden durchsucht. Macht Schäuble uns etwas vor? Ist dieser Staat gar nicht sicher?
Geben wir den Behörden noch eine Chance und warten den G8-Gipfel ab. Danach erwarte ich aber unverzüglich eine Welle von Verhaftungen und DNA-Stichproben von Rennradfahrern. Von denen gibt’s eh viel zu viele!

Der JU-Vosritzende Mißfelder sieht eine neue RAF aufziehen: G8-Gegner würden Gewalt gegen Sachen und den Springer-Verlag ausüben, womit eine Parallele zur RAF bestehe.
Da müssen wir natürlich sofort Schutzhaft anordnen! Wer aber ist Philipp Mißfelder? Der Mann ist MdB und ging nach eigenem Bekunden schon mit 14 in die Politik, aus Bewunderung für den großen Parteiführer und weil die DDR der Bundesrepublik angeschlossen wurde (Szenebegriff: “Wiedervereinigung”). Bekannt wurde Herr Mißfelder in Film, Funk und Fernsehen, weil er der Meinung ist, 85-Jährige bräuchten kein künstliches Hüftgelenk, früher seien die Leute auch auf Krücken gelaufen.
Mißfelder mag Analogien, geben wir ihm eine: Da macht einer Politik für den großen Führer und den Anschluß, und Krüppel haben bei ihm bei keine Rechte. Das hatten wir auch schon mal.
Aber Spaß beiseite, ich kann verstehen, daß der Philipp alles tut, um möglichst große Sicherheit zu gewährleisten. Schließlich muß er jederzeit mit Anschlägen auf seine Person rechnen – und damit, daß die Krüppel ihm die Krücken um die Ohren hauen.

Die Qualitätsoffensive beim SPIEGEL hinterläßt Eindrücke wie ehedem Attila. Wo er reitet, wächst kein Gras mehr. Quintessenz des Artikels: “Es gibt in Frankreich Menschen“, “Es gibt Franzosen“, “Es gibt ein Frankreich” und Relativsätze, die uns sagen wollen, des Franzmanns neue Deutsche seien “nackt, grob, scharf“. Details:
Es ist dabei gut, dass es links des Rheins immer Deutsche gab, die so ganz anders waren als die gängigen Stereotypen.” Genannt werden: “Karl Lagerfeld, Daniel Cohn-Bendit oder Michael Ballack“. Hamburg und Bad Bramstedt (Lagerfeld) und Görlitz (Ballack) hat Ullrich Fichtner linksrheinisch, und Cohn-Bendit ist Deutscher, wahlweise liegt auch Frankfurt westlich des Rheins. War nich so gemeint? Aha. Weiter:
Diese drei, Lagerfeld, Cohn- Bendit, Ballack, sind ungefähr die berühmtesten Deutschen hierzulande, sie haben Heidegger, Nietzsche, Hegel und auch Hitler abgelöst, es ist eine neue Zeit.” Wie sagte Foucault so treffend: “Das Absurde ruiniert das Und der Aufzählung”. Es ist eine neue Zeit, seit Nietzsche, Hegel und Hitler. Puh!
Aber man schätzt nicht nur die Komödie. Millionen haben Bruno Ganz als Hitler [...] gesehen,” Wen? Achso.
In Berlin lernen die Franzosen, dass eine Metropole nicht unbedingt wie eine Pralinenschachtel aussehen muss.“. Das war dann aber höchste Zeit!
und sie stehen klein am riesengroßen Alexanderplatz oder auf der einstigen Stalinallee und schauen hinein in die eurasische Steppe.” What? Da steh ich klein und staune.
Dass die Deutschen sich seltsam lustvoll verwandeln, weiß man nicht erst seit dem schwarz-rot-goldenen Rausch der Fußball-WM. Schon lange zuvor flimmerten die Bilder der ‘Love Parade’ auch in die französischen Wohnzimmer wie eine Postkarte aus einem verblüffend aufregenden, unerhört sexualisierten Land.” Wenn die Postkarte flimmert, war der Burgunder vielleicht zu schwer, was auch die unerhört sexualisierte WM erklären mag. Bleibt also die Erkärung, daß die Franzosen zu doof sind, zwischen einer Profitparty mit homosexuellem Schwerpunkt und dem echten Leben zu unterschieden.
Von Frankreich aus, wo doch immer die flüsternde Erotik regiert, sieht das Berliner, das Hamburger, das Kölner Nachtleben aus wie ein Porno. Nackt, grob, scharf, solche Sachen verstören Franzosen; ihre Faszination verhehlen können sie nicht.” Jaja, die Franzosen, immer geil, aber im Grunde verklemmt! Zeigens wir’s ihnen!
Schnelldurchlauf:
Ja, die Franzosen schauen anders herüber zu uns.“  Anders als  wer? Alle Franzosen? Ganz Gallien?
Dass die Deutschen nun nicht mit Säbeln, sondern mit Intimschmuck rasseln” Alle Deutschen? Mean me, moron??
Seltsame Leute bleiben sie [die Deutschen] ganz am Ende doch, und eine Liebe wird nicht daraus.” Ganz am Ende keine Liebe? Der Deutsche muß also im Angesicht des Todes ohne die Liebe der Franzosen auskommen. Wem das noch nicht zu traurig ist, der stelle fest: Leider müssen wir auch ohne den SPIEGEL auskommen, es sei denn, wir haben Spaß an bedröhntem Gefasel, wo wir dereinst Information erwarten durften.

So, er ist der Herr über Frankreichs Atomraketen“. Wie wir weiterhin erfahren, tragen diese Herren ihr Gedächtnis gern um den Hals. Dorthin fiel dem Negerhasser von Paris just die Perle der Uckermark (sorry, einmal darf ich das auch so sagen), die womöglich das Medaillon suchte, in dem der Abschußode für die schrottreifen Atombaguettes versteckt sein könnten.
Außerdem teilt die Sueddeutsche mit:
Seine landgestützten Atomraketen hat Frankreich in der Vergangenheit demontiert.” Sich selbst hat der Präsident dieser Prozedur ja auch mehrfach unterzogen, zuletzt im Urlaub und durch die öffentlich gewordene Vertrauensstellung im eigenen Haushalt. Mögen die Restfranzosen ihm alles verzeihen, seine Frau war nicht so blöd, ihn nach seinen Demontagen in der Vergangenheit noch zu wählen.

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