Hintergrund


Es ist nicht ungefährlich, bei Google bestimmte Schlagworte einzugeben und dann klickiklicki das Angebot heimzusuchen, das scheinbar liefert, was man sucht. Man hinterläßt nämlich Spuren. Und es gibt Grenzen des schlechten Geschmacks. Ich mußte eben zur Keramik sprinten, weil meine Perestaltik nicht recht wußte, wohin mit dem Frühstück.
Andrea Nahles Titten” ?! Wer sucht denn sowas?

Ein schönes Wörtchen, nicht wahr? Ich beanspruche fortan, als Quelle dieses Begriffs zu gelten. Einsprüche werden nicht akzeptiert, frühere Nennungen sind hiermit annuliert.
Nun, was ist Q-Journalismus? Er ist der Rest des Qualitätsjournalismus, der er noch immer zu sein behauptet. Er ist die Attitüde von Berufskommunikatoren, die qua Standeszugehörigkeit, beinahe möchte man sagen “Amt”, als Hüter der freien und gerechten Informationsvermittlung auftreten. Tatsächlich ist von der behaupteten “Qualität” gerade noch ihr möglicher Ursprung erkennbar. Der so entstehende Begriff ist nicht zufällig phonetisch identisch mit “Kuhjournalismus”. Denn die Tätigkeit, die dahintersteckt, ist nichts anderes als unbeteiligtes Wiederkäuen, in diesem Fall von Agenturmeldungen. Wenige vermögen die Kuh noch einigermaßen geschickt zu melken und aus der Rohmilch einen halbwegs brauchbaren Käse zu produzieren.

fuckbugs
Eigentlich wollte ich einen Satz über den neuerlichen Alarm bezüglich uiuiui al-Qaida und “wir-werden-alle-sterben” posten. Selbigen gedachte ich mit einem netten Bild zu illustrieren, das ich noch hätte einscannen müssen. Blöderweise mag XP mit Service Pack 2 und meiner neuen Hardware am Rechner mit dem Scanner aber die Software nicht mehr. AGFA-Scanner? Gibt’s nicht, der ist zu alt!
Sicher bekäme ich den Kram noch unter GNU/Linux zum laufen, aber ich habe jetzt keinen Bock mehr. Gar keinen Bock? Nicht ganz. Die beiden Süßen hier sind schon digital aufgenommen. Hauptsache Bildken, ne?

Ach, wär doch immer Karneval! Nicht, daß ich mit dem aufgesetzten Treiben der Kamellejäger irgend etwas am Zettel hätte. Leute, die das ganze Jahr über umherlaufen, als hätten sie einen Stock gefressen, um einmal im Jahr die Sau rauszulassen, sind mir suspekt. Alte Säcke, die glauben, weil es im Kalender steht, dürften sie jedem “lecker Mädtsche” unter den Rock greifen, widern mich an. Aber, ihr ahnt es schon, das lichtschnell betäubende Gewäsch deutscher, insbesondere bayrischer Politprominenz am Aschermitttwoch macht mich zittern. Daß sie den Bayern den Westerwelle auf den Hals hetzen, ist ja nur gerecht. Der soll mal fein da bleiben und sich wohlfühlen unter all den Flachzangen seiner Qualität. Und zwar so lange, bis er merkt, daß die da unten sich mächtig besaufen, um so so trübe zu denken, wie er da oben redet.
Unschlagbar aber, immer unschlagbarer, sind die Granden der CSU und ihre Werbung für alles, was der Giftschrank des Psychiaters hergibt. Daß ihr Publikum vor Eintritt ins Festzelt den Kopf tief ins Faß steckt und bis 100 zählt, ist dessen Glück, denn nur die Gnade der konservierten Synapsen macht erträglich, was Huber und Beckstein da in die Mikrophone nuscheln. Wahrlich ein Wunder, daß die CSU zwei (!) Kandidaten gefunden hat, die das Niveau von Ääh-ääh- Edmund noch unterbieten. Der rhetorische Limbo unter der Türkante, den die zwei da hingelegt haben, ist bislang einmalig in der Geschichte rednerischer Naturkatastrophen. In jedem anderen Bundesland wären diese Pfeifen die Lichthupe auf der Überholspur der Verliererstraße. Nicht so in Bayern. Da holen sie die absolute Mehrheit. Was gäbe ich dafür, wenn man mir jemand den Trick verriete!

Meine Tochter nannte mir eben auf Zuruf (“Sag mal ein seltsames Wort!”) dieses feyne kleine Wörtchen. Es handelt sich dabei eigentlich um einen Napfkuchen, Tochter nannte ihn auch “Vanillevieh”. Vanille gehört nicht unbedingt zum Gugelhupf, aber als “Vanillevieh” ist der Googlehupf, auch “Googlehoopf”, eine Kreation, die bahnbrechende Theorien zu erzeugen imstande sein dürfte. “Napfkuchen” seinerseits kann vieles sein – etwa eine Süßspeise, die als Ausschuß der Konsumgesellschaft in Futtertrögen landet. Wenn das Volk nicht einmal mehr Kuchen fressen kann, muß der Hund eben ran.
Der echte Googlehupf aber, der wie so oft zuoberst auf Wikipedia verweist, ist die “Herstellungs- und Prüfungsbeschreibung für eine universelle Feuerwehrschutzkleidung”. Hupft man also von Link zu Link, landet man statt am Kuchenbuffet bei den Helden des Alltags, denen ich auf diesem Wege eine virtuelle Köstlichkeit zukommen lassen möchte. Es sei ein Vanillevieh, das aus dem Napf sich nährt, dem es entstammt. Ein kleines Küchenwesen, daß mit großen treuen Augen über uns wacht, auf das nichts anbrennt. Ein scheues Etwas, das viel zu oft viel zu schnell und achtlos verdrückt wird, das sich selbstlos für uns verkrümelt, ohne daß ihm je eine Kirche geweiht würde.
Liebenswert, umso mehr, als daß es tapfer die Last trägt, schamlos benutzt zu werden. Nicht zuletzt als Zeilenschinder eines uninspirierten marginalen Bloggers.

Habe ich gelacht! Döpfners Dumpfbrigade schürt heute die Angst vor dem “Links-Staat”. Vom Titel oben rechts herab lächeln die Top-Dämonen Lafontaine und Gysi. Der Links-Staat: Folterkeller für Leistungsträger, Waffenfreiheit für jugendliche Ausländer, alle Grenzen offen. Sicherheit wird vollständig angeschafft. Wer die meisten unbescholtenen Bürger hinterrücks niederschlägt, bekommt eine Rente. Vor allem brutale Attacken auf Alte, Kranke und Kleinkinder werden gefördert. Alles gehört allen. Die Industrie wird aus dem Land gejagt. Hyperinflation, Hunger, Cholera und Internet werden herrschen. Über all dem das diabolische Grinsen des Linksparteimanns und finstere Blicke aus sieben mal sieben Augen unter sieben mal sieben Hörnern.
Hättet ihr doch Roland Koch gewählt! Die Welt wäre voller Freude und Anmut, Zuversicht und Reinheit. Aber ihr mußtet es ja besser wissen! Was ab sofort Tag für Tag über euch ergehen wird: Sehet, ihre Rache wird furchtbar werden! Sie wird euch ins Mark treffen, und Eure Milz wird die Galle durch den Leib treiben, auf daß sie Euer Hirn aufschäumt.
Ihr könnt natürlich auch einfach ignorieren, was das Springergesocks da vor sich hin deliriert.

Ein stinknormales kleines Virus, keine Influenza, keine -itis, und ich liege seit Tagen auf der Schnauze. Nicht mal Appetit ist vor Ort, und den habe ich sonst immer. Das ist ungerecht! Ich will sofort einen Anwalt! Ich will auf den Aarm! *istdochwahrkannichnichleidennörgel*

Mehr Kontrolle tut not:
Die Bundesagentur für Arbeit wird nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung künftig [2005] mit einer elektronischen Rasterfahndung nach Betrügern forschen, die unberechtigt das neue Arbeitslosengeld II beziehen“.
“Kontrollen wie beim Zoll” nannte die Bundesregierung Anfang 2006 die Maßnahmen zur Enttarnung von Hartz-Parasiten. Ein eifriger Zoll, meine ich, wenn Miss Marple von der ARGE schon 2005 wußte, wo der Grauschleier saß:
Sie lässt sich das Schlafzimmer zeigen. Sie interessiert sich vor allem für Schränke und Kommoden. Wenn darin Herrenunterhosen und Damenunterwäsche nebeneinander liegen, könnte das auf ein Paar hindeuten“.
Mitte 2007 bezogen mehr als 7 Millionen Menschen Leistungen nach dem ALG II. Je nach Schönschreibe sind es mindestens 5 Millionen. Nimmt man also jedem dieser Betrüger 1000 Euro ab, die sie zu unrecht bezogen haben, kommt ein erklecklich Sümmchen zusammen: 5 Milliarden Euro.
Die kann man dann in den EU-Fonds für notleidende Banken einspeisen und die Société Générale retten. Die französische Bank wurde just um 4,9 Milliarden betrogen – von einem Mitarbeiter der unteren Ebene. Man kann die Tränen des Mitleids kaum unterdrücken: Den armen Banken, von Bürokratie und staatlichen Schikanen gebeutelt, fehlen die Mittel, um ihre eigenen Geschäfte zu kontrollieren. Wenn die freie Marktwirtschaft weiter so unterdrückt wird in Europa, muß man sich nicht wundern, wenn das Kapital abwandert.

Die “Zeitung” von Doofen für Doofe macht heute mit einem Schlager auf: Udo Jürgens will kriminelle ausländische Jugendliche abschieben. Jeder Durchfall braucht halt einen mutigen, der ihn löffelt. Daß Ronald Koch durch weitere Haßtiraden auch nicht mehr zu retten ist, haben die Herren wohl noch nicht geblickt. Traurig ist nicht nur das, sondern auch die Methoden, derer sie sich bedienen. Wollen sie wirklich, daß ein Österreicher uns erzählt, wer in den Volkskörper gehört und wer nicht? Und woran erinnert mich das?

Er hilft uns. Er macht uns besser. It’s just “boom” “blasting”.
Tom Cruise, dessen Filme ich schon scheiße fand, ehe ich sie scheiße fand, weil Tom Cruise mitspielt, erklärt Scientology. Diese Gehirnwäscheanstalt zur Finanzierung notleidender Milliardäre ist eine gute Alternative zu Selbstmordattentätern und dem Humor islamistischer Analphabeten. Etwas teurer freilich, aber dafür friedlich. Ein paar Zichmilliarden für Koraninterpreten, und schon ist die Welt besser. Oder wenigstens ein paar Milliönchen für jeden Schlagerinterpreten des Jihad. Ich werde bei der nächsten al-Qaida-Sammlung das kleine Schwarze von Chanel für den Weltfrieden opfern. Merke: Fanatismus macht Spaß, wenn die Kasse stimmt.
Was mich stutzig macht, ist allerdings die Behauptung, Scientology mache drogenfrei. Wenn Cruise diese Nummer drogenfrei hingelegt hat, mache ich mir ernsthaft Gedanken, ob ich nicht doch die Fronten wechsle.

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