Als ich meinen Hohn über die BND-Leute ergossen habe, die im Kosovo festgenommen worden sind, habe ich mir einen Hieb auf den “Geheimdienst” gegönnt, dessen Sinn und Zweck sich mir nicht eröffnet. Nun schwebt der Auslands-Nachrichtendienst nicht im luftleeren Raum, sondern er ist integriert in eine stümperhafte Außenpolitik, die er quasi im nicht immer ausreichend Verborgenen repräsentiert.
Während einige glauben, der BND sei tatsächlich an einem False-Flag-Anschlag beteiligt, bin ich dezidiert anderer Auffassung. Der “Spiegelfechter” [unbedingt lesen!] legt überzeugend dar, daß es sich vermutlich um ein Machtspiel dreht, welches sich eine mafiöse Struktur leistet, die die BRD jüngst als “Staat” anerkannt hat. Das Kosovo ist weniger Staat als Schalke 04, es schien aber den außenpolitischen Strandhaubitzen Merkel und Steinmeier opportun, ihrer launigen Ahnungslosigkeit freien Lauf zu lassen, um Russen und Serben eins auszuwischen. Die gänzlich schmerzbefreiten Politikverweser der Großen Koalition lassen es beizeiten auf einen dritten Weltkrieg ankommen und verließen sich jüngst auf die Vernunft anderer. Es ist damit noch einmal gutgegangen.
Was ganz sicher nicht gutgeht, ist eine tagesaktuell ausgerichtete Außenpolitik, die von kurzsichtigen Interessen geleitet ist und am Ende an ihrer Inkompetenz scheitert. Was im Kosovo stattfindet, ist pures Chaos. Die “Bemühungen” der EULEX, aus dem Kosovo einen Rechtsstaat zu machen, sind an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Eine Einwohnerzahl vergleichbar mit Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern, ein Mehrvölkerstaat mit explosiver Mischung, jederzeit geeignet, Konflikte zwischen Albanien und Serbien, Russland und dem “Westen” auszulösen, völlig lebensunfähig und von äußerst militanten mafiaähnlichen Organisationen “beherrscht”, ohne jede legale Infrastruktur. Ein feiner “Staat”.
Der BND hat dort nichts zu suchen, aber das ist quasi irrelevant. Die Anerkennung des Kosovo war reine Provokation, der Versuch, dort irgendwie Fuß zu fassen, ist zum Scheitern verurteilt. Mit dem Kosovo haben sich Deutschland und die EU ihren eigenen Mini-Irak geschaffen, mit der Einschränkung, daß dort nichts zu holen ist. Das furchtbare Resultat der Stümperei ist für die Bevölkerung des Kosovo eine Geiselhaft. Für jede Laune bekannter und unbekannter Mächte werden die Menschen dort leiden, ohne jede Aussicht auf ein annähernd ziviles Leben. Ein Drittel der Einwohner sind unter 16 Jahre alt, sie werden sich zum großen Teil vom Acker machen. Einige der Älteren werden sich fürs Dableiben bezahlen lassen, in dem Glauben, sie hätten etwas davon. Die Alten werden sterben, der Rest wird auch bald auswandern. Oops, das war’s dann für die Kosovaren. So etwas nennt man gemeinhin “Völkermord”, wenn es jemanden gibt, der eine solche Entwicklung wissentlich hervorruft. In diesem Falle ist es ein postmoderner Völkermord. Eigentlich wollte das niemand, aber es geschieht halt. Der finale politische Genickschuß besteht letzlich darin, daß das Kosovo irrelevant ist. Niemand wird die Opfer auch nur zur Kenntnis nehmen. Brutaler kann Dummheit nicht zuschlagen.