Schäuble! Jetzt will er das Internet beobachten lassen, um Terroristen ausfindig zu machen, die ihre Pläne in Foren besprechen. Spezialisten suchen dabei nach Domains wie “Terrormuslime.de”, “Dschihadtrainig.com” und “72-Jungfrauen.net”. Dort wird man sie schon bei der Planung ihrer Anschläge ertappen.
Der Justizminister von Schleswig-Hosltein (SPD) legt noch einen drauf, er will Kryptographie verbieten lassen. Wer glaubt, solche Forderungen seien dämlich und naiv, hat die Begründung noch nicht gehört:
“Was einst aus positiven Gründen zu Gunsten des Datenschutzes gemacht wurde, ist heute geradezu eine Einladung an Kriminelle etwa im Bereich Kinderpornografie und an Terroristen, sich dieser Sache zu bedienen.”
Terroristen und Kinderficker, wer kann dazu schon neinsagen? Aber vielleicht darf man einen Augenblick innehalten und trotz solch starker Argumente gegensteuern. Denken wir an die Feinstrumpfhose und das Auto. Was einst aus positiven Gründen zu
Gunsten der Erotik und der Mobilität erfunden wurde, ist heute geradezu eine
Einladung an Kriminelle etwa im Bereich Bakraub und Prostitution, sich dieser Sachen zu bedienen.
Und noch einmal: Verbote helfen nicht, aber sie verändern eine Gesellschaft. Wer meint, Kommunikation müsse immer den Fahndern zugänglich sein, muß zuallererst das Briefgeheimnis aufheben. Wer konspirative Treffen verhindern will, muß die Unverletzlichkeit der Wohnung abschaffen. Wer behauptet, ein einziger Anschlag wäre verhindert worden, wenn Kryptographie verboten wäre, erzählt Bockmist. Genau das sind auch diese Vorschläge: Einerseits wird versucht, in völlig offener Kommunikation die Nadel im Heuhaufen zu finden, anderseits wird vorgegaukelt, es gäbe eine dunkle Welt verschlüsselter Kommunikation, aus der das Böse tropft. Ja was denn nun? Klar ist offenbar nur eins: Verbieten, überwachen, Freiheiten einschränken sind die Strategien, die uns die Betonköpfe anbieten. Sie schmieden so einen Staat nach dem Geschmack der fanatischen Vollidioten, die sie angeblich bekämpfen. Welch ein Irrsinn!