Immer noch Vogelgrippe. Das Krankenhaus Deutschland hatte selten so viel Spaß an der gepflegten Panik. Die gute Nachricht: Da nicht mit einem Aussterben des Virus’ zu rechnen ist, können wir ewiglich seine Reise beobachten, Tabletten horten, uns gegen Krankheiten impfen lassen, die niemand hat, zittern und beten. Dabei wäre Prophylaxe so einfach:
“Der Bürger kann zurzeit nicht mehr tun, als die wichtigsten Ratschläge zu befolgen: in Rumänien und der Türkei keine Hühner streicheln” (http://www.zeit.de/2005/43/01___leit_2_43?page=2).
Ganz schön happig, was da verlangt wird, und irgendwie undemokratisch. Aber in Zeiten der Not muß man wohl solche Opfer bringen.
Wie immer lacht auch der Markt: Desease-Design ist groß im kommen! Da wird der Pickel zur Pestbeule, das Hämatom zum Kaposi-Sarkom und der Raucherhusten zur Tuberkolose. Gegen all das lassen sich wunderbar nutzlose Dinge tun und teure Arzneien kochen. Neue Formen der Psychotherapie werden den Menschen helfen, mit ihrer Angst zu leben. Und wenn die Wirtschaft endlich wieder wächst, fährt die Selbsthilfegruppe in die Türkei und streichelt die selbst mitgebrachten Hühner angstfrei ins Koma.