bribeMit einem noch immer wachen Ekel habe ich zur Kenntnis genommen, dass Günther Jauch in die ARD geholt wurde, um ganz ungehemmt Propaganda zu machen, zunächst für Frau Merkel, dann für die Finanzdienstleister der SPD, allen voran Peer Steinbrück. Der wurde wieder einmal von seinem konsenilen Mentor Helmut Schmidt begleitet, dem Maskottchen der alten Mitte, um den Weihrauch wie Trockeneis über die Bühne wabern zu lassen. “Wählt den gefälligst”, so ist die Message, denn wir wollen ihn.

“Wir”, das sind vor allem die Seeheimer, jene treuen Transatlantiker und Freunde der Einflussreichen, deren Intrigen noch jede zarte Blüte einer Demokratisierung der SPD zertrampelt haben. Nimmermüde ist der Hans Dumpf in allen Gossen der Medien, Johannes Kahrs, der nie von irgendwem gewählt wurde, weder intern noch extern. Der Mann wird entsprechend von der Rüstungsindustrie gepampert wie kein anderer. Er lässt über seine Freunde des Springer Verlags verkünden, wer Kanzler werden dürfe, nämlich Steinmeier oder Steinbrück. Interessant, dass ihm nicht nur keine Befragung der Gremien in den Sinn kommt, sondern auch der Vorsitzende sich scheinbar dem Votum der Parteirechten zu fügen hat – zumindest in deren Wahrnehmung.

Deutsche Vermögensbewahrungs-Aktionärsgesellschaft

Nun wollen sie also Steinbrück installieren, den zynischen Vertreter der ‘Agenda’, den fleißigen Redner, der schon mal eine Bundestagsdebatte auslässt und stattdessen Vorträge hält, mit denen er jährlich mindestens sechsstellige Summen einheimst, am liebsten natürlich von der Finanzwirtschaft. Jener Steinbrück, den auch noch nie jemand gewählt hat, es sei denn -ab. Wenn es so etwas wie den ‘unabhängigen Abgeordneten’ gibt, dann verkörpern Leute wie Steinbrück, Kahrs und das Konglomerat darum herum das krasse Gegenteil. Na klar: Der Mann muss Kanzler werden!

Man weiß nicht, wie man das interpretieren soll, was da derzeit passiert. Soll da ein Strohmann verbrannt werden? Nehmen da welche einen langen Anlauf, um einen durchzupauken, der nicht einmal der eingemitteten Rest-SPD zu vermitteln ist? Ist das ein Test, wie weit die Finanziers einer unwürdigen Show gehen können? Soll das ein albernes Geschacher werden nach dem Motto: Wenn schon nicht der Steinbrück, dann bestimmen wir aber den anderen? Und muss dieses einer Bananenrepublik würdige Theater auch noch vom Gebührenzahler finanziert werden?

Es erinnert stark an Putin und Medwedew, wenn die Sargnägel jeder linken Hoffnung sich im Staatsfernsehen gegenseitig beweihräuchern. Schmidt und Steinbrück sind mir ebenso lupenreine Demokraten und vertrauenswürdige Staatenlenker in einer Finanzkrise wie ihre russischen Genossen im Geiste. Es ist Endzeit, Freunde. Wenn sie damit durchkommen, ist alles möglich. Dieses letzte Aufgebot einer korrupten Kasperletruppe hat ein Gutes, auf sie ist Verlass: Sie beschleunigen eine Krise, die eh nicht mehr aufzuhalten ist.