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April 2013


Das ist ekelhaft, unaussprechlich, entlarvend. Wer mir immer noch erzählen will, die BRD sei eine Demokratie, ein Rechtsstaat, irgend etwas anderes als ein Vehikel zum bedingungslosen Erhalt der herrschenden Macht, sollte tunlichst mindestens eine Kampfsportart beherrschen. Natürlich ist alles “Terrorismusbekämpfung”, was Diktaturen gleich welcher Art und Lage im Sattel hält. Dabei wäre es arg kurz gegriffen nur zu glauben, dass hier Despoten unterstützt worden wären, deren Regime außenpolitischen Interessen entgegenkam. Es wäre widerlich genug gewesen, wenn die zuständigen Pfeifen vom Auslandsgeheimdienst BND beim Bespitzeln der Völker Nordafrikas geholfen hätten. Das BKA ist aber dem Bundesinnenministerium untergeordnet, und wer nicht erkennen will, dass diese sprichwörtliche Übung die Zukunft der bundesdeutschen und europäischen Herrschaftstechniken ist, glaubt auch noch an das Christkind. Ihr seid alle Terroristen, macht euch nichts vor!

Die Zeit freundlicher Kritik und ständiger Mahnung, bei der Terrorismusbekämpfung Augenmaß zu wahren, geht zu Ende. Nun ist Widerstand geboten. Unter der neuen „Sicherheitsarchitektur“, die der Innenminister Schäuble plant, verbirgt sich die Verwandlung der Bundesrepublik in einen Überwachungsstaat.

Burkhard Hirsch, 04.04.2007; passend dazu ein Vortrag von ihm (Youtube Audio) zur Vorratsdatenspeicherung vom 10.02.2009.

Daraus: Was früher “Wanze” hieß, heißt heute “Aufzeichnen des nichtöffentlich gesprochenen Wortes mit technischen Mitteln ohne Kenntnis des Betroffenen“. Da möchte man doch die Zuführung einer unteren Extremität in den sensiblen Bereich des Körperzentrums der Autoren exekutieren.

Auch daraus: Bloß weil seit dem preußischen Belagerungsrecht die Polizei nicht mehr das Recht hatte, ohne Anlass Bürger (in der Öffentlichkeit) zu identifizieren und ihre persönliche Habe zu durchsuchen, ist das doch kein Grund zur Kritik! Man kann auch an allem herumnörgeln, oder? Fragen Sie mal die demokratisch Vertretenen, ob das je anders war. Die werden die Hacken zusammenknallen und sagen, das sei doch selbstverständlich, dass man den Befehlen der Polizei nachkommt, wenn die welche erteilt.

Ach so, auch sehr schön: Besonders verdächtig ist bei potentiell kriminellen Ausländern (also Unschuldigen, die nie für etwas verurteilt wurden), dass sie’s sind – nicht nur unschuldig, sondern unverdächtig. Das können doch nur Schläfer sein!!1!

Und schließlich: Das hier (Bestandsdatenauskunftsgesetz) ist das jüngste Gericht, äh, der neueste Entwurf einer Erweiterung der Diktatur. Mehr dazu beim Max.

 
Ede und die Vollbeschäftigung

Die Phasen werden länger und die Tage häufiger, da ich denke, mich lässt das alles kalt da draußen, weil es immer dasselbe ist. Heute die Nachricht über Isländer (btw: wieso heißen die eigentlich nicht “Isen” wie die anderen Bankopfer, die Iren?), die das Wahl-Pingpong auf die Spitze treiben und diejenigen belohnen, die sie zuletzt so bestraft haben, indem sie diejenigen bestrafen, die sie zuletzt “gewählt” haben. Es stimmt definitiv: Wer zu solchen Wahlen geht, hat nachher kein Recht, sich über die Regierung zu beschweren. Interessiert mich aber eigentlich nicht.

Dann schlage ich hier im Büro auf, die Lage an der Kinderfront äußerst entspannt und habe also einige Minuten, um mich im Netz umzuschauen. Prompt kriege ich erst Puls und dann Hals: Inmitten einer Katastrophe von Arbeitslosigkeit – in Südeuropa ist eine ganze Generation sprichwörtlich verloren – erblödet sich die FAZ zu einer Jubelserie über die kommende “Vollbeschäftigung”. Das passt zum Ehrentage von Karl Eduard von Schnitzler. Der wäre heute 95 geworden und ein prima Kollege für die hirnentkernten Propagandisten der dortigen “Wirtschaftsredaktion”.

Wo ist nur die Stasi …

Während der Amoklauf der bürgerlichen Presse gegen angeblich islamistischen Terror® aus dem All weitergeht und sie sich lächerlich machen mit Geschichten von “Massenvernichtungswaffen” wie Schnellkopftöpfen, wo auf der anderen Seite ‘Drohnen’ als Vehikel göttlicher Gerechtigkeit angepriesen werden (so, hier jetzt mal Luft holen …), während also dem Heiligen Krieg mit dem Heiligen Kreuzzug begegnet wird, gerät die Unterstützung des echten Terrors zu einer immer krasseren Farce. Wer etwas gegen Nazis hat, wird bespitzelt. Auch in dieser Hinsicht kann die DDR selig bald nicht mehr mithalten, so blöde, dreist und unbelehrbar waren bei denen nur die Härtesten. Die haben aber immerhin gewusst, was lief, also streichen Sie bitte “blöde”.

Kretsche macht die Grätsche

Der grünkarierte Ex-Pseudokommunist und Minipräsident von Baden und Schwaben, Kretschmann, hat eine neue Leidenschaft entdeckt: Steuern runter! Die ‘Basis’ hat dieses Programm vorläufig abgelehnt, was den Funktionär natürlich nur anspornt. Zuerst muss erarbeitet werden, wie man die Entlastung der Leistungsträger als “Linksrutsch” verkauft, dann dürfte auch die Zustimmung der zuständigen Gremien sicher sein. Der Rest darf dann wie immer abstimmen bis es passt.

Wie euch nicht entgangen sein wird, ist wieder ein Banner in der Sidebar – nach all den Jahren. Ich probiere das mal aus, das läuft auf Provisionsbasis und ist mein Provider, mit dem ich seit Jahren sehr zufrieden bin. Wer ne Domain braucht, kann über den Link eine bestellen und derart auch gleich nen Gruß von mir.

 
Zwei Minister schlagen sich gegenseitig für einen Orden vor – das “Bundesverdienstkreuz” – und wollen sich damit vom eigenen Ministerpräsidenten behängen lassen. Aus gewissen “Kreisen”, wie es heißt, also aus den Hinterstübchen irgendwelcher Kaschemmen wie dem Café Einstein, in denen korrupte Politiker und deren Gehilfen aus der Journaille sich treffen, um auszubaldowern, was “der Zuschauer nicht wissen” [Link geht zu Youtube] muss, aus solchen Kreisen also wird lanciert, das gehe so nicht – nicht “im Wahlkampf”. Sonst aber schon, oder was, ihr Arschgeigen? “Verdienstkreuz”, das heißt für euch Besserverdienstkreuz, richtig?

Diese grandiose Idee kommt dabei aus der Riege derer, die gerade ihren Fraktionsvorsitzenden abgestoßen haben, weil der für die angeblichen Dienste seiner Frau nach Berechnungen aus Feynsinn-Kreisen circa 1,5 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt hat. So verfährt man in Kreisen, die einem ständig mit Gott, Vaterland und Moral kommen, versteht sich ganz nebenbei. Kreise, die sich für “Leistungsträger” halten. Kreise, die “Kriminalität” nicht scharf genug anprangern, verfolgen und bestrafen lassen können, soweit es nicht ihre eigenen Gaunereien betrifft.

Wisst ihr was …

Man kann schauen wohin man will: Die Nomenklatura von Griechenland bis Spanien, die auf Befehl Deutschlands ihre Völker auszehrt, ist korrupt bis ins Mark und das ist auch bekannt. Dort reicht das immerhin für die eine oder andere empörte Demonstration. In der Zentrale der europäischen Sklavenverwaltung, sprich: des Kapitals und seiner Politik, ist das Ganze aber unübersichtlicher, denn hier gibt es ja keine Korruption, jedenfalls juristisch nicht, also gibt es auch keine öffentliche Empörung. Erschwerend hinzu kommt nämlich die Mentalität der hiesigen Untertanen, die noch immer nicht bemerkt haben, dass sie seit 1945 eigentlich keine mehr sein müssten. Die katzbuckeln selbst noch in ihrem Genörgel und halten es für ein Naturgesetz Gottesurteil, dass diejenigen, die sich immer schamloser die Taschen vollstopfen, fröhlich weiter über die anderen herrschen.

So kommt es, dass solche, die man hie noch immer für “Intellektuelle” hält, dort zwangsweise in einen üblen Jargon verfallen, so sie überhaupt noch willens sind sich zu äußern. Man liest dann Wörter wie “Kotzen”, “Scheiße” und “Arschgeigen” und eben all das, was der Stammtisch authentischer in die Welt zu spucken weiß. Wohin soll das also führen? Zu nichts, wenn nicht irgendwann die feuchten Träume der Linken wahr werden, der Stammtisch ebenfalls über sich hinaus wächst und endlich die Worte findet, in denen er sich seine Situation realistisch zu beschreiben vermag – und seine Schlüsse draus zieht. Darauf aber können wir lange warten, und deshalb lassen wir uns lieber weiter von Arschlöchern unterjochen und gehen uns allenthalben gegenseitig an die Gurgel, weil die nicht so hoch hängt. Ach wisst ihr was … leckt mich doch alle!

 
Als ich jüngst schrieb, man möge sich bitte einmal die Tabelle der Fußball-Bundesliga anschauen und deren Stand mit Monopolbildung in einen Zusammenhang bringen, wusste ich noch nichts vom neuesten Coup des Paten Hoeneß und seiner gelehrigen Unterfunktionäre. Kenner der Szene erinnern sich noch an Del’Hayes Schicksal, des ersten Spielers, den Hoeneß für mehr als eine Million (DM) nach München geholt hat, weil er woanders zu gut gespielt hatte. Mit dem konnten die Bayern nicht einmal etwas anfangen und ließen ihn auf der Tribüne versauern. Seitdem weiß jeder, der es wissen möchte, dass die Bundesliga ein Geschäft ist und nur sehr bedingt etwas mit Sport zu tun hat.

Der Chef des durch gnadenlose Anwendung wirtschaftlicher Macht auch “sportlich” erfolgreichsten Clubs ist jetzt durch Steuerhinterziehung in Millionenhöhe aufgefallen, die er selbst angezeigt hat – bekanntermaßen kann das im Einzelfall vor Strafe schützen. Was sagt uns das? Und was sagt es uns, dass gleichzeitig ein ‘Transfer’ bekannt wird, nämlich des besten Fußballspielers des einzigen Konkurrenzclubs? 37 Millionen wechseln die Aktiengesellschaft, damit das Jahrhunderttalent Mario Götze nicht mehr für Dortmund spielt. Interessiert nicht, ist ja bloß Fußball?

Die FDP des Sports

Tatsächlich hat das übrigens auch noch mit Fußball zu tun, denn die Basis bröckelt nicht. In Deutschland spielen und schauen Millionen zu, ohne die das alles nichts wäre. Denen wird nun wie im richtigen Leben einmal mehr deutlich gemacht, dass nichts anderes zählt, wenn genug Geld fließt. Der Deal verstößt gegen alles, was im Geschäft irrelevant ist: Menschliche Werte, Emotionen, Identifikation, Fairness, eben alles. Das ist in diesem Fall auch nicht mehr alltäglich und nicht ‘normal’, weil es als symbolische Handlung brachiale Machtausübung präsentiert wie man es selten in dieser Deutlichkeit erlebt.

Egal. Warum tut der Hoeneß das? Weil er’s kann. Die “Fans” des FC Bayern, fürwahr fanatische Claqueure kapitalistischer Macht, finden das super, denn sie sind die FDP des Sports. Schwache bleiben halt auf der Strecke, wenn die Elite marschiert. Da hat es bestenfalls noch Platz für Almosen, mit großer Geste hingeworfene Gaben an einzelne Opfer, die man nicht zur Konkurrenz zählt. Ob bei der Charity Gala, auf der von den ergaunerten Millionen ein paar Hunderter fliegen oder bei Hoeneß, der sich gern mal als “Retter” feiern lässt, wenn er einen Club vor der Pleite bewahrt, den er selbst mit hineingetrieben hat durch seine Monopolpolitik.

Das sind Zusammenhänge, die einem draußen im Alltag kaum mehr auffallen oder die man nicht kennen will. Anlässlich dieses scheinbar banalen Vorgangs – es ist ja nur Entertainment – gibt es aber einen Aufschrei, den man bis weit übers Stadion hinaus hört. Was kann man daraus lernen? Das kommt darauf an, ob die Masse auch das wie immer ohnmächtig hinnimmt oder ihre Verachtung nachhaltig pflegt und zum Ausdruck bringt. Dann wird aus einem Fall Hoeneß vielleicht irgendwann einmal der Fall ‘Kapital’.

 
vebratio

Einem “mutmaßlichen” Attentäter wird alles Mögliche nachgesagt und angedichtet. Einem. der noch nicht einmal sprechen kann, der lediglich verdächtigt wird – was angesichts der Praxis nach Anschlägen nicht einmal bedeutet, dass er auch verdächtig ist. Was ihn zu einer Tat bewogen habe (die er womöglich gar nicht begangen hat), welche Strafe ihn erwartet (natürlich muss er bestraft werden, der wird ja verdächtigt?); kurzum: Es wird ausschließlich über ihn kommuniziert, als sei er bereits überführt und verurteilt.

Niemand interessiert sich auch nur für die These, er könnte unschuldig sein. Niemand geht auch nur der Spur nach, die deftig nach Rechtsterror riecht. Niemand fragt auch nur nach der Rolle der Geheimdienste, die inzwischen auch für Zeitungsleser ersichtlich fast immer ihre Flossen im Spiel haben. Das ist kein Narrativ mehr, das ist ein Holzschnitt. Wer wissen möchte, wie das funktioniert, sollte sich einfach einmal vorstellen, er arbeitete in einer beliebigen Medienredaktion und täte seinen Job. Er täte seinen Job so, dass niemand behandelt wird wie ein Verurteilter, bis er verurteilt wird. Er stellte die Fragen, die naheliegen: Wem nützt es, gibt es Bekennerschreiben; wenn nicht, warum nicht; wenn ja, könnten es Trittbrettfahrer sein oder anders Motivierte. Noch einfacher: Er stellte wirklich Fragen, ehe er zu einem Urteil käme.

Nur Spinner stellen Fragen

Ich fürchte, mit einer solchen Einstellung und entsprechendem Vorgehen wäre man ganz schnell draußen. Recherche, Zweifel, Gründlichkeit, das sind inzwischen Hindernisse, die den Karriereweg völlig verbauen. Es könnte nicht bizarrer sein: Wer sich dieser Tugenden bedient, wird quasi automatisch mit “Verschwörungstheoretikern” auf einen Grill gehauen, denn wer an der Wahrhaftigkeit jener zweifelt, die sich immer häufiger beim Lügen erwischen lassen, muss ein Spinner sein.

Die Kontinuität dieser Kloake eines Restjournalismus ist dabei nicht bloß positive Propaganda für alles, was zufällig gerade herrscht und die Autoren der NATO-PR, sondern ebenso zermürbend für die Kritiker. Man kann sich nicht andauernd empören. Hinzu kommt, dass die Goldfisch-Mentalität der Journaille, für die mangels Erinnerung jede Runde in ihrem Glas die erste ist, nur durch Erinnerung zu durchbrechen wäre. Die aber ist heimtückisch, denn dazu bedarf es der Beispiele aus der Vergangenheit. Das Problem damit ist: Es gibt hunderte, aber man kann bestenfalls eine Handvoll benennen, ehe die Zuhörer abschalten. In dieser Zeit bringt die Reaktion locker ein oder zwei Beispiele von falschen Vermutungen oder Verschwörungstheorien oder erfindet sich zur Not welche. Das sieht dann aus wie “unentschieden”, und der Schwarze Ritter verschwindet schnell hinter den Kulissen.

Ich frage mich beizeiten, ob so etwas wie Aufklärung überhaupt funktionieren kann, zumal in einer Atmosphäre, die längst durch Barbaren geprägt ist. Solche, denen man nicht mehr beibiegt, dass selbst ein Verurteilter bis zum Richterspruch unschuldig war.

 
fend

Ich war in den letzten Tagen sehr mit Menschen beschäftigt, die mir am Herzen liegen und für den Rest mit Musik. Macht mich alles ein bisschen wirr, nicht zuletzt das Gitarrenwürgen, das nach 25 Jahren in neue Dimensionen vorstößt, die noch relativ frei von Struktur sind. So isser.
Derweil bastele ich am Blog mit der Überlegung, das Layout zu verändern, um ein Plätzchen für kurze Kommentare zu aktuellen Themen und Meldungen einzurichten. Davon ist allerdings noch nichts sichtbar.

Auch mache ich mir in dem Zusammenhang Gedanken um eine Möglichkeit, Relevantes und Irrelevantes, Menschliches und Allzumenschliches hier zu präsentieren. Damit meine ich nicht Privates, das ich nach wie vor weitgehend für mich behalten werde, sondern einen Ausweg aus dem Dilemma zwischen Boulevard und Depression. Da draußen braut sich ein Sturm zusammen, tobt hier und da bereits gnadenlos, während der Deutsche in seinem sicheren Hafen der Braven und Fleißigen bei 10 Grad im Juni nur ein Sommergewitter sehen will. Das zu kommentieren, da überhaupt noch etwas Relevantes zu finden, fällt schwer.

Only the Blues

Die Kritikaster hauen es einem ohnehin um die Ohren: Die einen können das alles nicht mehr hören und wollen es schon gar nicht lesen, wie schlymm die Welt der linken Verbesserer aussieht, die anderen zücken schon die Arschkarte, wenn zur Auffrischung einmal geblödelt wird – wie kannst du nur, wenn das Böse gerade in alle Ritzen kriecht?!

Vielleicht sollte ich über die Snooker-WM berichten, frei vom Verdacht, Massensport und großes Ablenkungsmanöver zu sein (jedenfalls hierzulande), um von allen Seiten Prügel zu beziehen. Ich habe kurz damit geliebäugelt. No Shit ist TV-Sport politisch wie eh und je, siehe den Präsidenten, der schon immer so sympathisch war wie der Club, dem er vorsteht. Ginge mir bloß das Boulevardgekeife nicht schon deshalb auf den Senkel, weil es so ohrenbetäubend ist und auch sonst an Dummheit nicht zu überbieten. Man möge sich bitte einmal abseits dessen die Tabelle der Fußball-Bundesliga anschauen (Tordifferenz beachten!) und deren Stand mit Monopolbildung in einen Zusammenhang bringen.
Was gewisse Delikte anbetrifft, dazu habe ich mich bereits geäußert (der Link zu destatis dort führt ins Leere, die haben ihre Datenbank reorganisiert).

 
Weiber im Chefsessel?

Ich habe die Lösung für den Konflikt um die Frauenquote, diese kann man auf alle Bereiche übertragen, in denen Frauen nichts zu sagen haben / wollen / sollen:
Die Quote kommt sofort; 50% aller Aufsichtsratsposten zum Beispiel werden mit Frauen besetzt, diese bekommen allerdings kein Stimmrecht. Das müsste eigentlich von Grün bis Schwarz konsensfähig sein. Man kann das noch durch eine Petition oder dergleichen ergänzen, in der die Frauen gegen ihr Wahlrecht votieren können. Es dürfte kein Problem sein, die Mehrheit davon zu überzeugen, dass diese Lösung alternativlos ist.

Kapitalismus könnte so schön sein

Merkwürdig: Es läuft da ja quasi eine Wette zwischen Marxisten oder Kapitalismuskritikern einerseits und den Elchen Befürwortern einer sogenannten “Marktwirtschaft”, die sich für Kritiker des Neoliberalismus halten, andererseits. Gerade hat Flassbeck wieder einmal die bekannten Arzneien verordnet und wurde davon wie immer von den Nachdenkseiten i.e. Albrecht Müller gelobt. Ich habe versucht durch die Diskussion mit Jens Berger einmal diesen Konflikt anzureißen (an dessen Fortführung offenbar kein Interesse besteht), aber was ist eigentlich da draußen los?

Die Flying Flassbecks setzen ja darauf, dass ein Zaun um das Gute der Marktwirtschaft dieses vor dem Bösen der Gierigen schützt. Marxisten und andere grundsätzliche Systemkritiker sind da entschieden anderer Meinung, und zwar aus guten Gründen. Wo also bleibt die Erklärung, warum “Regulierung” auch nur eine Option sein soll, wenn gerade die Ignoranz der Global Player gegenüber solchen Ideen schon völlig ausreicht um zu belegen: Wenn die Profitraten zu mager erscheinen, werden Gesetze zu Klopapier? Ihr könnt diese Wette nicht gewinnen, und je länger ihr darauf beharrt, man müsse ja nur wieder Regeln einführen, desto mehr spielt ihr denen in die Hände, die es sich leisten können, auf eure Regeln zu verzichten.

Kraus-Maffei liefert Panzer nach Katar.

Die Börsen in Bombenstimmung. In ein paar Jahren spielen wir dann wieder “Entwaffnet den Hurensohn“, “Befreien Sie xyz von al Qaeda” und bringen echte, wahre sowie Original Demokratie®.

Breitmaulfrösche?

Es gibt hier das “Uno-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung” und dort die freie Meinungsäußerung eines deutschen Politikers. Das ist jetzt offiziell unvereinbar, denn sonst wäre Sarrazin ein Rassist, und das kann nicht sein. Sagt die Staatsanwaltschaft. Sagt die SPD. Sagen die Islamkritiker, die Nationalbewussten und der Verfassungsschutz. Dann wird das ja wohl stimmen.

 
Die Reaganomics und der Thatcherismus markieren die scharfe Kurve hinein in die Endphase des Kapitalismus, das neoliberale Fanal und das Ende aller Hemmungen. Zu ihrem wohl kaum zu fassenden Glück ging auch die Systemalternative unter, just als diese sich zu reformieren begann. Ökonomisch wie politisch wurden die Menschen endgültig zu einer Verfügungsmasse, die man atomar verdampfen, foltern, vor allem aber ausbeuten darf. Niemand hat so aggressiv für den ‘Einsatz von Nuklearwaffen’, also den Weltkrieg gestritten wie Reagan und seine Administration, der bereits die Bush-Familie und deren Hintergrund angehörten. Durch die entschlossene (wenn auch teils aus wirtschaftlichen Gründen vorangetriebene) Abrüstung Gorbatschows hat die Menschheit diese Phase überlebt.

Seine Freundin Maggie Thatcher führte derweil ebenfalls ihre Kriege, die bis auf das übersichtliche, aber sinnlose Scharmützel um die Falklands mit ökonomisch-politischen Mitteln geführt wurden, vor allem gegen Gewerkschaften und Unterschicht. Für ihren gnadenlosen und von Verachtung geprägten Kurs wurde sie zu Lebzeiten bereits sprichwörtlich geadelt, jetzt wird für diese widerliche Machtpolitikerin ein absurdes Zeremoniell veranstaltet, das bis hin zum Anhalten der Glocke von Big Ben geht. Ich schlage vor, wir stellen die Atomuhren für diese Zeit ebenfalls ab und benennen einen Kontinent nach ihr. Burn in hell!

Burn in Hell, Hilda!

Die Verlängerung der Ideologie gegen Menschenrechte und für brutalst mögliche Durchsetzung der Interessen jener Gesellschaft, die sich das seitdem leistet, hat der Sohn von Reagans Vizepräsident und dessen Nachfolger mit Hilfe von Vaters Bankern und Großindustriellen vorangetrieben. Die Menschenrechte wurden dabei endgültig außer Kraft gesetzt. Seitdem wird wieder gefoltert, und wer sich jetzt wundert, daß das nicht die Idee einer Lynndie England war, sondern von Bush und seiner Bande höchstselbst, der wird den Knall nicht hören wollen. Es sind unsere gewählten demokratischen Vertreter, die ausgewählte Quälereien und Morde zur Verteidigung ihrer Demokratie vollstrecken lassen. Man wünscht ihnen ein weniger pompöses Begräbnis.

Eine Frage hätte ich da allerdings noch: Der Retter der freien Welt und ihrer Demokratie, Hoffnungsträger der Versklavten und Entrechteten, wie weit ist der eigentlich mit der Erfüllung seines Versprechens gewisser Selbstverständlichkeiten? Oder ist Obama auch nur ein blöder Affe?

 
Geht mir eimerweise auf die Murmeln, dieser Quatsch, es gebe kein “Rechts” und “Links”. Ganz einfach, zum Mitschreiben: Der eisklare Gegensatz zwischen Rechts und Links ist, dass rechts ausschließt und Links einschließt. Das schlechthin Rechte ist die Diskriminierung. Es müssen sich immer Gruppen und Individuen finden, die nicht dazugehören, die minderwertig sind, die Schuld tragen, die bis zur Vernicnhtung gemaßregelt gehören.

Deshalb ist und bleibt auch die SPD eine rechte Partei, weil sie nur auf die Streber und Systemträger fokussiert, die sich mindestens für Mittelschicht halten, glauben, sich etwas “verdient” zu haben und zu noch zu viel Besserem berufen seien. Daher brauchen sie auch den Popanz der ‘faulen Säcke’, die man drangsalieren muss und die “nicht essen müssen”. Diese Diskriminierung ist inzwischen Markenkern der Spezialdemokraten, und dass sie, nachdem sie selbst die Lohnabhängigen verelendet haben, endlich für einen Mindestlohn zu sein vorgeben, passt auch. Es ist nämlich viel zu spät für solche Ideen und nimmt den Druck von den Arbeitslosen in keiner Weise. Die Faulpelze werden sie weiter mit Füßen treten.

Linksrutsch nach rechts

Ein Blick nach Südeuropa und damit in die Zukunft zeigt überdies, dass die nationale Diskriminierung ohnehin zum Programm gehört. Was nützt es der arbeitslosen Mehrheit, auf die sie zusteuern, wenn die Minderheit wenigstens noch ein Auskommen hat von ihrer Plackerei? Aber diese Gedanken kommen den von der Systempresse einmal mehr zum “Linksrutsch” Verurteilten gar nicht, denn die internationale Solidarität, die einmal Kennzeichen der Linken war, ist längst eingemotttet und vermutlich kommunistische Ketzerei.

Wer mehr Einfluss des Staates fordert, ist damit noch lange nicht “links”, im Gegenteil sind das Versuche, den Kapitalismus auf Kosten der Mehrheit zu retten. Der ‘Staat’ seinerseits ist in dieser Bedeutung das Vehikel einer überkommenen Vorstellung von Staatssozialismus, auf das sich die noch Rechteren so gern beziehen. Dabei war genau das alles andere als links: Ein diskriminierender “Sozialismus”, der alles verfolgte, was nicht konform ging. Jeder kann, keiner muss, das wäre das Motto der linken Utopie. Wenige herrschen, alle müssen mitmachen, die meisten dürfen nichts, einige nicht einmal leben – das ist der rechte Alptraum.

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