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Februar 2013


 
labyrEin unangefochtenes Totschlagargument ist jenes, die Alternative zum Kapitalismus sei “Planwirtschaft”. Diese muss nur genannt werden, sie gilt als das Grauen schlechthin, eine Art Terror der permanenten Fehlfunktion, der nur durch den Ritter “Marktwirtschaft” in die Flucht zu schlagen wäre. Wie so vieles, was die Priester der Alternativlosigkeit predigen, ist es gelogen, in diesem Fall sogar doppelt. Vor allem deshalb, weil der Kapitalismus ohne Planung nicht denkbar ist und diese in der Realität längst alle Züge der historischen pseudosozialistischen Staatswirtschaft angenommen hat.

Für viele ist es ohnehin wie eine Erzählung aus dem Mittelalter, wenn sie “sozialistische Planwirtschaft” hören, ein Spuk, von dessen Wirklichkeit sie nichts wissen. Tatsächlich war es so, dass die Bürokratie der Ostblockstaaten den Bedarf der Bevölkerung vorausplante und damit in vielen Bereichen vollkommen danebenlag. Das lag auch daran, dass es kein realistisches Feedback gab, für das ja im Kapitalismus angeblich schon der Umsatz sorgt. Bricht der ein, muss sich der Betrieb ändern. Ich kenne aus der Sowjetunion die Geschichte von dem Autowerk, das die Erfüllung des Plansolls dem Parteifunktionär bewies, indem die ‘vielen’ Autos an ihm vorbei paradierten, die dort hergestellt worden waren. Er bemerkte nicht, dass es immer dieselben Karren waren, die vorn aus der Halle heraus und hinten wieder hinein fuhren.

Sie haben Ihr Ziel nicht erreicht

Im Kapitalismus passiert so etwas nicht. Hier funktioniert Verknappung anders, der Vorgang ist komplexer. Vor allem aber wird in den Firmen und Konzernen geplant, und zwar haarsträubend falsch, nur in dem Sinne ‘erfolgreich’, als dass das Spiel auf Kosten der Mitarbeiter geht und die Shareholder genau wie früher die Bonzen nichts davon wissen wollen. Das geht so: Im unteren und mittleren Management ist ein Teil des Gehalts – der ganz erheblich sein kann – meist als Bonus vorgesehen. Diese Boni sind dabei von der Erreichung der Zielvorgaben abhängig. Diese Zielvorgaben wiederum werden in vielen Konzernen immer illusorischer. Sie haben keinerlei Bezug zur Entwicklung der Vorjahre oder einer realistischen Einschätzung der Marktentwicklung. Es ist das schiere Wünschdirwas, ausgelöst durch die Gewinnerwartungen, die bei den Aktionären erzeugt wurden.

Der Druck geht von den brutalsten “Marktteilnehmern” aus, die ihre dominierende Rolle dazu ausnutzen, optimistische, aber erreichbare Ziele vorzugeben, um damit Kapital anzulocken. Bleibt die Konkurrenz hinter diesen Versprechungen zurück, kann sie gleich einpacken, also verspricht sie das Blaue vom Himmel herunter. Unterhalb der Ebene derjenigen, die wissentlich solche Luftschlösser bauen, müssen aber alle ernst nehmen, was dort beschlossen wird. Dabei kommt es zu einer gnadenlosen Ausbeutung der Arbeitskräfte, aber zu keiner auch nur halbwegs zukunftsweisenden wirtschaftlichen Planung. Am Ende überleben nur die Stärksten dieses Spiel, es bilden sich Monopole.

Der Misserfolg der auch so genannten Planwirtschaft hat nichts damit zu tun, dass sie auf Planung beruht und “Marktwirtschaft” ist nicht effizienter, weil sie nicht plante. Beide Systeme zerbrechen unter anderem daran, dass sie sich gegen Feedback abschotten. Die Herren wissen nicht oder ignorieren, wie die Wirklichkeit der Massen aussieht. Geht man davon aus, dass auch eine Gesellschaft, die nicht in Herren und Diener unterteilt ist, auf Planung angewiesen bleibt, so bleibt die wichtige Erkenntnis, dass systemübergreifend das Gelingen des Feedbacks an die Planung notwendig ist. Dazu müssen die Informationen sowohl eine möglichst breite Basis haben als auch möglichst unverfälscht ankommen. Das Filtern der Informationen über Bedarf und Erfolg ist daher der Schlüssel zu einer guten Planung. Parteibürokratie war dazu ebenso wenig in der Lage wie der ‘Markt’ es ist. Was also dann?

 
skullAch ja, einen hätte ich dann doch noch nach dem gestrigen Kurzbericht: Wenn knapp einhundert Nazis aufmarschieren, um gegen die Greuel der alliierten Besetzung zu demonstrieren, stellt die Staatsmacht gern Rekorde auf (in Form von 1600 Polizisten), um diese Bürger in der Wahrnehmung ihrer demokratischen Rechte zu schützen. Dazu gehört ganz routiniert auch die Bildung eines sogenannten “Kessels” um die Antidemokraten, welche Gegendemonstrationen bilden. Das macht bei Minusgraden besonders viel Spaß. Hervorgehoben werden muss bei dieser Gelegenheit die Rolle der sogenannten “Sozialdemokraten” – ihr wisst schon: Die Antifaschisten mit dem Hang zu Rassismus, Antikommunismus und Hass auf arbeitsscheues Gesindel.

Deren Pforzheimer Bürgermeister Hager stellt sich nämlich gegen die Nazis, während Genosse Gall (Innenminister) das Bild zurechtrückt und schwadroniert: “Es darf nicht sein, dass Extreme, ob rechts oder links, diesen Gedenktag an die fürchterlichen Folgen des Angriffskrieges der Nazis für ihre Zwecke missbrauchen.” Gedenktage sind nämlich für die Mitte® reserviert, und diese Mitte® wiederum will einmal darüber reden dürfen:

Sozialdemokratische Volks- und Rassekunde

Es muss erstaunen, dass eine so hoch entwickelte Stadt wie Bremen ihre Liebe zu Roma und Sinti entdeckt, die, sozial und intellektuell, noch im Mittelalter leben, in einer uralten patriarchalischen Gesellschaft. (…) Es ist ein Patriarchat, dessen Männer keine Hemmungen haben, die Kinder zum Anschaffen statt zur Schule zu schicken, ihren Frauen die Zähne auszuschlagen und sich selber Stahlzähne zu gönnen. Viele der jungen Männer schmelzen sich mit Klebstoffdünsten das Gehirn weg.”

Der Abgeordnete der Bremer Bürgerschaft, der seine Homepage mit solchen Expertisen derzeit stillgelegt hat, gehört nicht der NPD an. Er ist vielmehr ein Mann der Mitte®, ein “Sozialdemokrat”. Wie es sich gehört, erhält er für seine ‘Thesen’ großen Zuspruch aus dem Volkskörper, sogar von Frauen, die er wiederum einteilt in gute Weibchen und “Luxusweibchen”. Dies, liebe Kinder, ist also das, was die “SPD” unter “Widerstand® versteht. Diesmal widerstehen sie der Verblödung durch Fremdrassen, der Verweichlichung durch Verweiblichung und natürlich Mauer und Stacheldraht®.

Neulich sagte mir einer, beim Lesen meines Blogs bekomme man schlechte Laune. Ich nehme mir das nicht nur zu Herzen, es geht mir selbst gar nicht anders. Aber Schnauze halten is nich, Leute, und an Tagen, an denen ich tief genug schießen kann, werde ich mich auch gern wieder ums Entertainment bemühen. Bis dahin überlasse ich das überlegenen Journalisten wie Lanz und Jauch. Letzterer stellt immerhin gelegentlich die richtige Frage.

Es ist wie es ist, es kommt wie es kommt und das mit Sicherheit. Amüsant, dass die Architekten der Inneren Sicherheit® tatsächlich zu glauben scheinen, willfährige Milizen könnten einen Zustand aufrecht erhalten, der im Einsatzfall längst keiner mehr ist. Gar nicht amüsant, dass das auf eine Infrastruktur trifft, die von braunen Uniformträgern* und Niedriglohnsklaven geprägt ist.

*Da lernt man gerade das Wichtigste: Amazons Ex-Nazitruppe mit dem unauffälligen Namen “Hess” wird künftig auf Kleidung umsteigen, die nicht für jeden Deppen erkennbar die Gesinnung des Trägers offenbart. Baseballschläger mit Blümchenmustern haben Konjunktur. “Negerklatschen” heißt fortan “Aufhellung der demographischen Struktur”.

 

Deutschland muss mehr Verantwortung übernehmen

Schritt für Schritt sollten sie die Verantwortung übernehmen und für die Sicherheit und die Stabilität im Land sorgen.

Die Bundesregierung sollte sich in Sachen Mali nicht aufs Hinhalten verlegen. Stattdessen sollte sie mehr Verantwortung übernehmen

Mißfelder: Deutschland übernimmt politische, humanitäre und materielle Verantwortung in Mali.

Europäer müssen künftig mehr militärische Verantwortung übernehmen.

Deutschland muss Verantwortung übernehmen!

 

Das sind nur Treffer der ersten Seite von ixquick, letzterer ist sogar ein “Leserkommentar”; die Lehre kommt also an. Eine Frage hätte ich da aber noch.

Wenn das “Verantwortung“® bedeutet:

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ist das dann Eigenverantwortung®?

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Finde den Fehler im Bild! Ja gehört das Fahrrad denn da hin?! Für meinen Geschmack kann das jetzt mal wieder tun, wozu es eigentlich geschaffen wurde. Meine verklingende Röchelhustverschnupfung mit Bleiknochensyndrom hat sich strategisch sehr schön in die Jahreszeit eingefügt, wozu ich ihr und dem Rotzgör, das mir seine Bazillen lizenzkostenfrei zur Vermehrung übereignete, herzlich gratuliere. Die Zeit, in der man so schlapp, fett und träge ist wie in keiner sonst und in der sich der Schönwetterspochtler auf die zehn Monate freut, in denen er sich das wieder abtrainieren darf, was binnen sechs Wochen nach Ende der letzten Saison zu drei Vierteln schon wieder heimtückisch die Hosen enger genäht hat.

Ich habe mir erlaubt, der Gerät abzubilden, ohne dafür eine Genehmigung einzuholen oder auch nur Werbeeinnahmen zu generieren, obwohl die Marke deutlich sichtbar ist und Experten sogar das Modell erkennen. Zu den Lizenzgebühren nämlich fiel mir ein, dass da noch eine ganze Menge geht. Das unentdeckte Land lässt ganz wunderbare Wertschöpfungskellen entstehen, die man jedem geben kann, der sich noch irgendwie öffentlich äußert. Der Plan ist folgender: Wer ein Produkt in Bild oder Ton darstellt oder es eindeutig identifizierbar auch nur erwähnt, hat dafür entweder einen Vertrag mit dem Produzenten i.e. dem Urheber im Sinne des Verwertungsrechtes abzuschließen. Entweder – die Zuckerbrotvariante – er erhält einen Werbevertrag; dann wird die Darstellung oder Erwähnung des Produkts je mit einem gewissen Obolus entgolten.

Marke ist Person, Person ist Marke

Oder eben nicht, dann wird alles gnadenlos abgemahnt und eingeklagt, was das Produkt in unbefugter Weise berührt. Das wäre dann die Peitschenvariante. Diese ist bereits hinlänglich bekannt, ihre Anwendung ist allerdings beschränkt auf das Kopieren von Produkten oder die missbräuchliche Nutzung einer Marke. Wozu diese Beschränkung? Natürlich ist es ein Verbrechen, ein Foto zu zeigen, an dem man keine Rechte hält. Was aber ist mit dem darauf Abgebildeten? Hat der Autohersteller nicht ein Recht auf die Kontrolle darüber, in welchem Zusammenhang seine Erfindungen dargestellt werden? Es ist höchste Zeit, dass lizenzierte Produkte den vollen Schutz der Persönlichkeitsrechte genießen. Es werden diesbezügliche Abwägungen ohnehin meist zugunsten der Wertschöpfung entschieden. Wenn man also endlich Urheber- Patent- und Persönlichkeitsrecht gleichberechtigt nebeneinander stellt, ist Demokratie® und Rechtssicherheit damit nur gedient.

Man muss die Wertschöpfungskette schützen, gerade in solch schweren Zeiten, in denen anderswo das Recht bereits auf breiter Fläche generell in Zweifel gezogen wird, wo Regierungen gestürzt werden, weil sogenanntes “Volk” zum Beispiel glaubt, die Strompreise diktieren zu können. Wie man hört, glauben immer mehr der dort Aufgestachelten, sie hätten gar eine Art Urheberrecht an ihrer Arbeit – so sieht es nämlich aus, das Urheberrecht ohne Verwertungsgesellschaften und rechtsstaatliche® Regelung: Der völlige Zusammenbruch der Wertschöpfung, an dessen Ende Mauer und Stacheldraht stehen. Es geht um nicht weniger als den Erhalt der Zivilisation gegen die kommunistische Umsonstgesellschaft.

 
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Wenn das Höchstmaß an Ausbeutung erreicht ist, wenn die aus dem Ausland angeheuerten kasernierten Lohnsklaven obendrein von Nazis eines sogenannten “Sicherheitsdienstes” bewacht werden – das ruft natürlich die Gewerkschaft auf den Plan. Und was sagt die Gewerkschaft dann angesichts solcher Zustände, die selbst in China kritische Erwähnung finden?
Amazon schafft Arbeitsplätze“ und
Amazon ist in der Lage, gute Arbeitsplätze zu schaffen.” (Zitat “ver.di”).

Es ist der gelebte Albtraum einer kapitalistischen Welt, die es sich gefallen lassen muss, ein neuer Faschismus genannt zu werden, denn der fängt nicht bei Konzentrationslagern an, dort endet er nur. Nein, es wütet auch hierzulande nicht die stählerne Diktatur, der keiner entgeht, der nicht mitmarschieren will. Es ist nur die Maschinerie, die genügend Menschen so arm hält, dass sie sich gezwungen fühlen, das alles zu erdulden. Die Angst vor dem blanken Hunger haben, im Jahr 2013, inmitten einer unfassbar effizienten Infrastruktur und ebensolchem Reichtum. Reichtum, der für die Massen ausreicht, sie aber abschneidet, unterteilt und den Bodensatz ausbeutet wie seit jeher, im finsteren Mittelalter, der Vor- oder Nachkriegszeit oder sonstigen Zeiten, in denen man sich noch leidlich mit der Not hätte rausreden können.

Des Tigers Recht im Zoo

Die Nazis mussten die Gewerkschaften noch verbieten. Diese sind inzwischen von korrupten Funktionären geführte Truppen von Helfershelfern für das Kapital, denen das Schicksal der arbeitenden Menschen so eiskalt egal ist, dass sie angesichts übelster Mißstände immer noch die Phrasen der Propaganda nachplappern – der Propaganda des Kapitals wohlgemerkt. Die Gewerkschaften sind im Klassenkampf angekommen. Sie helfen extrem wirksam dabei, die Arbeiterschaft zu knechten.

Beizeiten kommt es noch vor, im Rahmen eines bizarren Rituals, dass sie sogar “streiken”. Am Rande sogenannter “Tarifverhandlungen”, bei denen sie seit Jahrzehnten für Lohnsenkungen einstehen, dürfen sie auf der Straße ein wenig auf- und ablaufen wie ein Tiger im Käfig. Dabei kommt es manchmal zu gewissen Produktionsausfällen, weil die zum Trillern abgestellten Mitarbeiter nicht gleichzeitig Mehrwert schaffen können. Früher haben die Fabrikbesitzer dann Streikbrecher gekauft, damals die schlimmsten Feinde der Streikenden. Heute läuft das anders ab. Da diese Praxis im Streikezoo nämlich illegal ist, besorgen die “Gewerkschaften” gleich selber die Streikbrecher. Das können sie, weil sie selbst Lohnsklaven halten. Glaubt ihr nicht? Dann lest das hier!

Man könnte hysterisch lachen, wenn man sich deutlich macht, dass einmal Leute gestorben sind für das Recht der Arbeiter, sich in Gewerkschaften zu organisieren. Wer aber braucht solches “Recht”, wenn es einzig darauf hinausläuft, dass sich eine Truppe von Verrätern an die Spitze stellt, um im Sinne derer, die es besser haben wollen, den Klassenkampf von oben zu organisieren? Das ist es, was legal zu haben ist in dieser “Demokratie”. Wer wirklich etwas erreichen wollte, müsste sich illegal organisieren. Man würde das vermutlich eine “kriminelle Vereinigung” nennen. Schließlich ist das Deutschland hier, und Deutschland ist ein Rechtsstaat®.

 
Peer Steinbrück ist also prompt in diese Falle getappt. Kaum hatten einige Freunde, die aus Sicherheitsgründen im Internet nicht bekannt werden wollten, das Peerblog “Peerblog” unter der Adresse “Peerblog.de” eröffnet, da wurde es bereits von mehreren Internetnutzern wahrgenommen, darunter mutmaßlich auch Hacker. Diese sorgten binnen weniger Tage für die völlige Überlastung der Diener (englisch “Server”) des Blogs, so dass dieses unter jener Last zusammenbrach. Dazu brauchten die Angreifer nicht einmal einen Computer. Die Hacker werden immer raffinierter!

Wie auch die Öffentlichkeit allmählich feststellt, hat ein “Hackerangriff” im Internet gar nicht stattgefunden, was ja auch offenbar nicht nötig war. Vielmehr wurde durch Wahrnehmung, die wiederum in die Öffentlichkeit getragen wurde, eine verdeckte Parteienfinanzierung aktiv, die als höchst schädlich gilt. Aus dem Untergrund twitterte der Fachexperte Avirus Kaperski, verd.Part.finz sei weitaus schlimmer als ein Netzstunk wie Stuxnet. Die Betreiber des Peerblogs “Peerblog” unter peerblog.de zogen daraufhin sofort den Stecker und brachten alle Daten durch mehrfaches Überschreiben in Sicherheit.

Doch damit nicht genug: Auch das Innenministerium wurde am Wochenende von einem furchtbaren Infekt befallen. Der von Minister Friedrich sofort rückwirkend identifizierte 9-Megabyte-Hackerangriff sorgte für weitere unerklärliche Datenverluste in einer Behörde, deren Abteilungen im vergangenen Jahr bereits dutzendfach von spontanen Aktenvernichtungen durch selbsttätig in Gang gesetzte Schredder heimgesucht worden waren. Nunmehr müssen unbekannte Hacker dafür gesorgt haben, dass das Ministerium auf dem technischen Stand der 90er Jahre eingefroren ist. Nur so sei zu erklären, dass Daten aus seinem Ressort der Vorabhetze überantwortet wurden. Er habe auch niemals so dreist gelogen, hätte er gewusst, dass er das hätte wissen müssen, beteuerte Friedrich in einem Interview mit [an dieser Stelle endet die Email aus den Innenm].

 
Der folgende Artikel ist bereits einige Wochen alt und entstand aus Anlass einer persönlichen Begegnung. Die ‘Diskussion’ bei Klaus neulich unter reger Beteiligung gewisser Hanswurste ist weder Anlass noch Hindernis, ihn jetzt zu publizieren. Eher schon die erbärmliche Empörung derer, die glauben, man habe für drei Euro das Kilo ein Recht auf “Qualitätsfleisch vom Rind” und sich ernsthaft wundern, dass ihnen da etwas vom Pferd erzählt wurde. Die diesbezügliche Bemerkung habe ich natürlich aktuell hinzugefügt.

hoellEin Wort zu Vegetariern und dem, was sie tun respektive nicht tun. Sie essen kein Fleisch. Ihre Argumente dafür sind so stichhaltig, unwiderlegbar, richtig und überzeugend, dass man sie gar nicht wiederholen muss. Ich sage das ohne jede Ironie. Die Gegenargumente sind peinlich und windschief, falsch sowieso und eben das, was geliefert wird, wenn die kognitiven Dissonanzen versuchen, eine Golden Gate Bridge zu konstruieren, um ihre Eseleien darüber in die Gemütlichkeit des rustikalen Steak Houses zu führen. Ich erlaube mir an dieser Stelle eine gewisse Häme, was nicht klug ist, aber Spaß macht – so wie Fleisch essen eben. Ich kenne das nur zu gut – von mir selbst.

Man kann das alles zum Ersten entspannter haben, indem man mal aufs Argumentieren verzichtet. Da ist nichts zu rechtfertigen, außer mit der schlichten Gewohnheit, antrainiertem Verhalten, Konditionierung. Es gab immer Fleisch bei uns, das war das Hauptgericht am Hauptgericht, wir konnten uns das leisten. Für die Generation unserer Eltern etwas, das ihnen Reichtum bedeutete, für uns einfach lecker und selbstverständlich. Wer jeden Tag dasselbe genießt, will darauf nicht verzichten, kann es gar nicht und lässt sich äußerst ungern sagen, er sei deshalb verkommen. Schlimmer noch: Allein der Hinweis darauf, dass das irgendwie nicht selbstverständlich ist, treibt ihm das Adrenalin ins Blut. Kenne ich. Das ist völlig in Ordnung.

Ewige Verdammnis ausgesetzt

Es ist auch in Ordnung zu kapitulieren vor solcher Konditionierung. Festzustellen, dass man das nicht wird überwinden können und sich nicht ändern. Das ist aber absolut kein Grund, diejenigen zu diskreditieren, die in dieser Hinsicht – was können sie dafür – die besseren Menschen sind. Die meisten Vegetarier, die ich kenne, haben keinerlei Ambitionen, uns Fleischfresser abzuurteilen. Dennoch müssen sie sich (!) ständig dafür rechtfertigen, dass sie keine Tiere vom ersten bis zum letzten Tag quälen lassen, bis diese endlich getötet und zu Ware verarbeitet werden. Absurd. Vollkommen absurd, wenn man Kapitalismus noch kritisieren will. Da macht sich mancher derart zum Lampenputzer, dass man ihm ein Hühnerbein ins Maul stopfen will angesichts des Blödsinns, der ihm da herausquillt.

Dabei gibt es einen Ansatz, mit dem jeder Karnivore gut leben kann, selbst wenn er sich kein Fleisch vom Biohof nebenan leisten kann. Man kann einfach weniger davon essen, das ist ein guter Schritt, und wenn das nicht der einzige bleibt, umso besser. Wer selber kocht und die Zeit dazu hat, kriegt das sogar preiswert hin. Man muss nämlich leider feststellen, dass die widerliche Fleischindustrie so effizient produziert, dass alles andere kaum mithalten kann. Wer es nebenbei bemerkt für einen Skandal hält, dann unfreiwillig mit Pferdefleisch gefüttert zu werden, hat allerdings den Knall nicht gehört.

Seitdem ich also die Angst abgelegt habe, in die Hölle zu kommen, wenn ich Fleisch esse, wird das paradoxerweise immer weniger. Es ist auch kaum mehr Industriefleisch dabei, das ich für mich allein überhaupt nicht mehr kaufe. Vegetarische Küche kann saulecker sein, man kennt nur zu wenig davon, wenn es immer Schnitzel gibt. Auch das geht übrigens: Wenn man mit Menschen zusammen lebt, die andere Entscheidungen treffen, muss man sie gar nicht bevormunden oder in Diskussionen verwickeln. Wenn ein Kumpel das Grillfleisch aus der Kühltheke haben will, kann ich ihm das mitbringen. Was er mit der Erfahrung macht, dass ich mir dann etwas anderes brutzele, ist seine Sache. Vielleicht wird er sich sogar genau die Fragen stellen, die er von mir nicht hören möchte.

Wenn sich Linksradikale, Rechtsradikale und Islamisten in einem Punkt einig sind, dann in ihrer Ablehnung der USA, wenngleich aus unterschiedlichen Motiven.

Come in here, dear boy, have a cigar. You’re gonna go far.

Warren Buffett kauft also Heinz. Nachvollziehbar. Immobilien sind seit Jahren aufgeblasen, wenn auch immer noch beliebt. Wasser ist noch nicht so leicht zugänglich, Energie gehört schon den Monopolen. Also Lebensmittel.
Flieht, ihr Narren!

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