Links

Archiv

März 2007


Eigentlich habe ich keine Zeit zum Bloggen. Ab und an wird mir das ins Bewußtsein geprügelt. Nur noch überfliegen, hektisch tippen und sich nachher wundern – macht manchmal einen blöden Eindruck. Wenn ich heute schon lese: “Schwere Krawatte in Ungarn” und mich ernsthaft frage, was das wohl sei, ist es Zeit für eine Pause. Mindestens bis heute Abend.

Spiegel Online ist sich im Jahr des Schäuble auch für nix zu blöd: Scheich Mohammed, so schreiben sie dort ab, sei für alles verantwortlich. Alles. Garniert sind die angeblichen Geständnisse mit glorifizierenden Äußerungen über Bin Laden, die das Bild des bösen Scheichs abrunden. So wird der Leser zur Quintessenz geprügelt: “Im Detail liest sich das Protokoll an dieser Stelle wie eine Liste des Grauens“. Grusel und Terror – eine feine Kombination, und allemal geiler, als beim Denken ins Schwitzen zu kommen.
Liebe Freunde des Groschenromans: Inzwischen ist man selbst bei Fox News so weit, an den in Guantanamo erfolterten Geständnissen zu zweifeln. Ausgerechnet “SPIEGEL” leistet sich hingegen einen derartigen Schmarrn, ohne auch nur zu erwägen, da könnte vielleicht etwas nicht stimmen. Ganz unzweifelhaft gilt also: Der Terrormoslem ist ja in seinem Fanatismus verlogen bis ins Mark. Aber mit ein bißchen Hilfe, wenn er dann gesteht, dann sagt er die Wahrheit.

Wann werden wir diese Überschrift lesen dürfen? Es ist nicht zu fassen, aber Gaddafi ist jetzt ein guter Diktator  und bekommt sein Atomspielzeug quasi frei Haus geliefert. Die FTD erinnert in diesem Zusammenhang:: “Libyen hatte 2003 nach Geheimverhandlungen auf die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen verzichtet und unter anderem ein Atomwaffenprogramm aufgegeben.” Das aber heißt auch: Gaddafi hat bereits bereits unterschrieben, daß er Massenvernichtungswaffen haben wollte. Daraus wiederum läßt sich ableiten, da er mit einem AKW zumindest die Möglichkeit hat, “schmutzige Bomben” zu bauen, daß er wirklich die Gafahr ist, die Saddam nie war. Sollte er also irgendwann nicht mehr parieren, wie er soll oder sich sonstwie Öl in Libyen vermuten ein guter Grund finden, werden die USA gezwungen sein, dort einzumarschieren. Wer jetzt glaubt, die Amerikaner hätten nichts dazugelernt, ist wohl der Meinung, dahinter stecke kein Kalkül.

Seit die Demokraten den US-Kongreß (und den Senat) erobert haben, darf in den USA wieder gedacht, geforscht und auch das veröffentlicht werden, was der Bush-Administration nicht in den Kram paßt. Wie Wissenschaft zugunsten von Glaubensbekenntnissen zurückgedrängt wurde, wird derzeit öffentlich. Es findet sich kaum ein Gebiet, auf dem nicht gekaufter und zusammengepfuschter Blödsinn als neueste Erkenntnis verbrämt wurde. Noch einige Jahre weiter, und die Amerikaner wären belehrt worden, daß die Sonne sich um die Erde dreht.
Damit sank das Niveau der Forschung in den Staaten auf einen Stand, der hierzulande angestrengt von Beamten und Lobbyisten der Autoindustire verteidigt wird. Fragt sich nur, wann die endlich abgewählt werden.

Es lebe die Analogie! Den Enzensberger (“Saddam=Hitler”) – Preis für die platteste Gleichsetzung verdient sich heute Peter Schneider in der ZEIT. RAF und al Qaida sind doch irgendwie dieselbe Mischpoke, sie stehen nämlich auf Tod und morden.
Sicher gibt es einen Bezug der militanten Todessehnsucht zur Zivilisation, der den “Terror” begünstigt, es mag eine besondere Form der “Mimesis ans Tote” sein, die den Tod im Produktionsprozeß sichtbar macht und die (menschlichen) Körper ganz plastisch und plakativ ‘verarbeitet’, ohne dabei Mehrwert zu erzeugen. Stattdessen erzeugt er ein Maximum an Resonanz, vulgo “Public Relations”. Von daher ist Terror eine der absurdesten Simulationen des industriellen Verwertungsprozesses und gleichzeitig deren drastische Negation. Das träfe für den “muslimischen” Terror ebenso zu wie für den der RAF. Selbst in dieser verschraubten Betrachtung bleibt aber noch einiges an Differenz, etwa, daß die RAF auf Effizienz setzte, wo die Heiligen Krieger auf Flächenwirkung bauen. Auch ist das Konzept “Stadtguerilla” kein wirklicher Terror, denn die Bevölkerung war nie Ziel von deren Attentaten. Die Hysterie zu Zeiten der RAF war von daher ein hundertprozentiges Produkt der PR von Staat und Medien. Auch in dieser Hinsicht laufen die Analogien beim “Feind”, dem verdorbenen Kapitalismus, zusammen. Die Täter von RAF und Dschihad, ihre Motive, hintergründe, der Rückhalt bei ihren Völkern, die Strategie, ihre Verbreitung, die Ideologie… alles dasselbe? Wer keine Unterschiede sucht, findet auch keine, muß sich aber nicht wundern, wenn er in seiner selbstverschuldeten Dunkelheit vor den nächsten Schrank rennt. Was will der Dichter uns denn sagen? “Ob RAF oder al Qaida – Schäuble schützt”? Ein peinliches Detail noch im Nachtritt: Um aus dem RAF-Terror ein globales Phänomen zu machen, muß Che Guevara herhalten, “der gleich nach dem Sieg in Kuba Straf- und Arbeitslager einführte“. Ein bichen Ironie hätte mir an der Stelle gefallen. Wie war das noch mit den Straflagern auf Kuba? Dazu paßt auch folgende Weisheit: “Kein Zweifel: Das Attentat vom 11. September 2001 ist in seinem monströsen Vernichtungswillen einzigartig“. Vergißt man für einen Augenblick, daß den Attentätern gar nicht bewußt war, daß die Türme einstürzen könnten, gehen wir also davon aus, daß sie einige tausend Menschen töten wollten. Einzigartig, nicht wahr? Hiroshima und Nagasaki, das war ja kein Terror, das waren legitime militärische Operationen.
Hundsgemein, solche Artikel beim Wort zu nehmen. Aber wer seine vermeintlich staatstragende “Meinung” in die Welt funkt und es mit den Informationen nicht so genau nimmt, verläßt den Boden des Journalismus und betreibt dumpfe Propaganda.

Frauenförderung vom Feinsten ist deutscher Standard . Das geht zum Beispiel so: Statt Ganztagsschulen gab es hierzulande ein kompliziertes Verfahren, Schulkinder in “Horten” betreuen zu lassen. Dort arbeiteten fast ausschließlich Frauen, die oft selbst Mütter waren. Einige Reförmchen später stellte sich heraus, daß Horte nicht unbedingt notwendig seien, und man schaffte diese ab. Es wurde entschieden, diese Lücke auf ewig klaffen zu lassen zu schließen, indem “nachschulische Betreuung” installiert werden sollte. Diese ist alles andere als flächendeckend, und gern wurden dort Frauen ohne jede pädagogische Ausbildung beschäftigt. Dann wurde eine Notausbildung für Tagesmütter eingeführt, bis man nunmehr feststellte, daß ja viele Erzieherinnen arbeitslos sind, die man auch als Tagesmütter einsetzen kann, und zwar für noch weniger Geld als zuvor, da sie ja inzwischen Sozialschmarotzer sind, denen man Beine machen muß.
Derweil fordert der Wickert, die Kinder gleich vom Staat erziehen zu lassen. Kost’ ja nix mehr, ist also eine gute Idee. Anstatt Eltern besser zu stellen, indem sie eine zuverlässige Betreuung auf einem halbwegs akzeptablen Standard geboten bekommen und ihnen etwa als garantierten Service Elternschulungen anzubieten, sind wir inzwischen so weit, daß als Alternative zur Hausfrauundmutter billigste Verwahrung angepriesen wird, in deren Rahmen der Unterschied zwischen erwerbstätigen Frauen und Kinderbetreuungssklaven verwischt. Vielleicht hat der Mixa ja doch recht, wenn er Kinder quasi als Industrieprodukte bezeichnet.

Laut TAZ wird Gregor Gysi nach wie vor vom Verfassungsschutz beobachtet. Gysi selbst habe das mit den Worten kommentiert, das sei eine “verfassungswidrige Verschleuderung von Steuergeldern”, während Oskar Lafontaine weniger humorvoll von einem “Skandal” sprach. Gysi trifft zwar den Nagel auf den Kopf, wenn er kopfschüttelnd zur Kenntnis nimmt, daß die Superagenten des BVS Zeitungsartikel ausschnippeln, die Gysis politische Betätigung dokumentieren, aber so recht lustig ist die Sache dann doch wieder nicht. Mit der Überwachung von Bundestagsabgeordneten, deren Aufgabe es eigentlich ist, die Geheimdienste zu überwachen, wird ein weiteres Element autoritären Staatsgebarens öffentlich. Um es ganz deutlich zu sagen: Der Staat hat kein Recht dazu, und jede Aktivität gegen einen Mandatsträger hat öffentlich und unter Entzug der Immunität zu geschehen oder eben gar nicht! Auch wenn die NPD irgendwann im Bundestag sitzen sollte, wäre das uneingeschränktes Recht, das zu respektieren ist. Es ist äußerst besorgniserregend, daß von staatlichen Behörden derzeit beinahe gegen jedes Grundrecht verstoßen wird, das sie eigentlich schützen sollen. Woher sollen die Bürger das Vetrauen nehmen, daß solche Rechtsverstöße nicht massiv ausgeweitet werden und zu ernsthaftem Schaden am Rechtsstaat führen? Es ist allein ihr Desinteresse, das es den Verfassungsfeinden in den Behörden derzeit so leicht macht, ihre überwachungsstaatlichen Phantasien frei auszuleben.

Ein tolles Motto im Jahr des Schäuble, nach dem offenbar im Fall Kurnaz gehandelt wurde. Ich habe lange gezögert, mich zu diesem Thema zu äußern, weil die zugrunde liegenden Informationen zu widersprüchlich waren. Inzwischen komme ich zu dem Schluß, daß darin der Kern der Sache besteht. Derzeit wird natürlich einiges getan, um Steinmeier nicht zu belasten. Es ist fraglich, ob in bezug auf die Qualität seiner Arbeit im Fall Kurnaz das Informationschaos unter den Geheimdiensten eine Empfehlung für höhere Weihen ist. Für einen Rücktritt wird es nicht ausreichen.
Was aber deutlich wird, ist, wie der “Fall Kurnaz” verwaltet wurde. Im Vordergrund stand immer die Frage, was im Hinblick auf eine korrekte Behandlung der Angelegenheit auf Basis der Aktenlage zu tun sei. Es wurde erwogen und eingeschätzt, was dem Staate zum Vorteil oder zum Nachteil gereichen könnte und ggf. ob die zu treffende Entscheidung mit deutschem oder europäischem Recht im Einklang stünde. Als ginge es um ein Touristenvisum.
Niemand der Zuständigen hat die Angelegenheit unter dem Aspekt betrachtet, daß ein Mensch unter Bedingungen inhaftiert war, die eines Rechtsstaates unwürdig sind. Niemand hat sich klar gemacht, daß unzureichende Informationen in einem solchen Fall nicht hinnehmbar sind und daß alles getan werden muß, um zu einer klaren Einschätzung der Sachlage zu kommen. Der Mensch Kurnaz spielte keine Rolle, und die Menschenrechtsverletzungen durch die US-Administration spielten keine Rolle. Zu diesen Aspekten stand nichts im Manual der Beamten. Sie taten ihre Pflicht, zwar unengagiert, aber im Großen und Ganzen korrekt. Exakt darin besteht der Skandal, der sich täglich tausendfach wiederholt.

Das Schweinesystem ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Brigitte Mohnhaupt nutzt es, um unter die Abmahner zu gehen und sich ihre Website einzuklagen. Den militanten Antikapitalismus hat sie offenbar hinter sich gelassen. Überhaupt ist die RAF voll in der Fun Generation angekommen. Bislang war Hotte Mahler der einsame Star der ehemaligen Stadtuerilla. Wer aber dachte, sturzdumm und rechtsradikal wäre schon alles, was nach der Revolution kommen kann, sieht sich nunmehr ganz neuen Perspektiven gegenüber. (Wie sieht man sich einer Perspektive gegenüber? Es gibt gebrochene Metaphern, die ein Recht auf Leben haben! Aber weiter…) Christian (nicht mehr ganz) Klar zieht mit Sahra Wagenknechts tapferen Stalinisten um die Häuser, um seine Begnadigung zu erzwingen. Coole Strategie, denn wer so blöd ist, muß harmlos sein. Allerdings kommt er so nicht in die Charts. Warten wir auf die nächsten Folgen: Karl Heinz Dellwo als meuchelnder GI in Bagdad, Eva Haule (an der mir der verlustig gegangene Frimpong immer am besten gefiel) als Bundesvorsitzende vertriebener katholischer Mütter oder Pitter Boock als Bundesinnenminister? Letzterer Vorschlag ist natürlich Unsinn, denn dafür wäre der Mann nicht radikal genug. Außerdem käme dafür nur noch Margit Schiller in Frage. Ob sie reaktionär genug ist, wäre eine Frage der Ausbildung. Ansonsten ist sie qualifiziert wie zuvor schon Schönbohm, Schill, Schily, Schünemann und Schäuble. Anyway: Wer nicht komplett auf den Kopf gefallen ist, kann nur fordern, daß die letzte Schlacht endlich geschlagen wird und die Reste der RAF ihrer verdienten Lächerlichkeit preiszugeben.

cool
Heute will ich einmal über etwas schreiben, das meine Leser schon immer wissen wollten: Daß der neue Kühlschrank aus dem Hause Cool&Supercool nämlich ein echt geiles Ding ist. Man kann Essen darin kühlen und sogar Getränke! Bier zum Beispiel schmeckt wirklich besser, wenn es kühl ist, und dazu ist der Cooly genau das Richtige. Man kann es hinein stellen oder legen – das ist dem Cooly egal, macht ihm gar nix. Ich bin ja echt kritisch, aber das Ding ist eine Wucht. Einzig Blöde ist, wenn die Putzfrau mal längere Zeit keine Zeit hat. Aber selbst dann macht er das Bier noch echt kalt!
Also, wer sich dafür interessiert, kann ja mal bei Cooly 202o direkt reingucken, da steht alles über das tolle Ding. Und laßt ruhig einen Kommentar da. Darf auch echt kritisch sein!

« Vorherige SeiteNächste Seite »