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September 2005


Die Panikmacher haben wieder das Wort: Grönland, größte Eisdiele der Erde, droht zur grünen Insel zu werden. Die Erwärmung der Atmosphäre, vor allem im Bodennähe, geht offenbar schneller als erwartet vonstatten. (http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,377281,00.html) Das mag ja unschön sein, läßt sich aber schwer beweisen, während die Worte des Umweltministers im Angesicht eines Hurricans auch unschön waren, was als bewiesen gilt. Viele forderten seinen Rücktritt. Wer forderte je den Rücktritt von George W.? Wer die Nahostpolitik des Präsidentendarstellers aus Texas für brutal hält, hat sich noch nicht ernsthaft Gedanken zum Klimaschutz gemacht oder ihm gehen zumindest die Vokabeln aus, mit denen man das Vorgehen der Bush-Administration noch beschreiben könnte.
Who cares? In ein- bis zweitausend Jahren hat Halliburton so viel cash gehortet, daß sie Grönland mit Softeis zuscheißen können. Well?
Sicher sind solche Gedanken völlig abwegig und motiviert durch hysterischen Antiamerikanismus. Leugnen will ich lediglich, daß “Hysterie” noch eine zeitgemäße Diagnose sei, da ist sogar die Psychiatrie schon weiter. Antiamerikanismus, gepflegt und wohl reflektiert, ist hingegen ein gutes Stichwort. Ich will darüber nachdenken!

Dresden wählt! Um Gottes Willen, wie konnte das geschehen? Kann er das zulassen?
Nur ein Spaß, denn die Ergebnisse sind völlig bedeutungslos. Wenn man einmal davon absieht, daß unter den gegebenen Umständen eine zu große Mehrheit der CDU für sie zum “Verlust” eines Bundestagsmandats führen kann. Tatsächlich ist natürlich auch das nicht richtig, denn sie können nichts verlieren, was sie nicht haben, und man vergißt leicht: Die Stimmen der gesamten Wahl sind erst ausgezählt, wenn Dresden fertig hat.
Bemerkenswert ist nur der Rummel um nichts, den die Sondierer und Anspruchsteller in Sachsen machen, und delikat obendrein. Man kann sich also einmal in Ruhe anschauen, was Wahlkampf eigentlich bedeutet, in einem gänzlich sinnentleerten Zusammenhang. Dies ist eine Übung, nehmen Sie es nicht zu ernst! Die Sachsen werden es verschmerzen, sie kennen sich zum großen noch Teil noch aus mit Wahlen, die keine sind.
Mich erinnert das an das Bügeleisen von Man Ray, eine geniale Darstellung der Zweckfreiheit, was uns lehrt: Politik ist Kunst!
Große Koalitionen, so darf man daraus schließen, sind große Kunst.

Da waren wir ja ganz visionär beim Thema: 8000 Jobs will die Mercedes-Gruppe “abbauen”. Die Gazetten nennen das einhellig “Sparpläne”, vermutlich, weil eine Nachrichtenagentur so frei war und sich solch alberner Terminologie bedient hat.

“Sparpläne” kenne ich noch als als Konzepte zur Erreichung eines Sparziels, will heißen: Man nahm sich vor, innerhalb einer gewissen Frist einen gewissen Betrag beiseite gelegt zu haben, um damit Waren zu erwerben.
Der Dummquatsch dieser Tage aber verkauft immer wieder Kostenminderung als “Sparen”. Stellen Sie sich vor, wie herrlcih es sein muß, alle Mitarbeiter zu entlassen! Was könnte man damit sparen! Nichts, denke ich Naivling, hege ich doch die Vorstellung, Mitarbeiter hätten die Aufgabe, durch ihr Wirken Produkte herzustellen, mir denen erst Gewinne erzielt werden können, mit denen man dann erst das Sparschwein füllen könnte. Aber es ist wohl anders. Die globalen Sitten werden rauher, und offenbar werden zunehmend Menschen in Schweine gesteckt. Mal sehen, was passiert, wenn man sie da wieder herausholt.

Wer ist eigentlich IFO? Das Institut, das uns den kalten Kaffeesatz liest, befragt regelmäßig “Firmen” (siehe auch http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,376849,00.htm), wie es ihnen geht. Bzw. wie es ihrer Zukunft geht. Als ob das nicht Magie genug sei, wird das “Ergebnis”, dessen Qualität wir anhand der Wahlprognosen der Kollegen Demoskopen erahnen, mit den “Erwartungen” von Volkswirten abgeglichen. Wir dürfen annehmen, daß diese sich nicht an unseriöser Spökenkiekerei beteiligen, sondern ernsthaft ihre Kristallkugeln befragen.

Das sollen sie ruhig tun, denkt man. Allein, dieser Mumpitz hat regelmäßig unerhörte Folgen. So manchem Manager ist schon vor Schreck der Kaffee in den Kristallascher geschwappt, so daß er daraufhin unverzüglich verantwortlich handeln mußte – und flugs ein paar Leute entlassen hat.

Es ist zum Fürchten. Alle Welt spricht davon, jetzt auch noch Feynsinn: Die K-Frage. Welchen Kopf hätten Sie denn gern? Nachdem sich der Amtierende in bester Kokslaune ein letztes Mal seinen Treuen gezeigt und sich damit endgültig aus der Sterblichkeit verabschiedet hat, fällt er leider aus ebendiesem Grunde als sein eigener Nachfolger aus. Wenn es so schön ist, muß man gehen.

Nein, daraus folgt nicht, daß die da das darf! Im Ernst, wenn es denn noch geht: Wie soll sie denn einen Verein zusammenhalten, der die Mobbingprofis aus der ersten Reihe als “Parteifreunde” verkauft und den Erzfeind als “Partner” ?! Neben Koch, Stoiber, Wulff etc. etc. dürfen dann auch Steinbrück, Beck etc. etc. und am Ende der böse Gabriel auf Angela herumtrampeln?

Unterhaltsam wäre das allemal, und damit sind wir beim guten des Bösen. Liebe Spezialdemokraten, verehrter einzig Wahrer!

Laßt sie ran! Ihr habt dafür geasorgt, daß eine Frau Kanzler werden kann. Ihr setzt eure sämtlichen Konzepte durch, wenn die anderen dafür den heißen Stuhl haben dürfen! Ihr geht als großer Sieger aus der Nummer raus, wenn nach zwei Jahren fröhlichen Mobbings jeder endlich begreifen wird: Sie kann es nicht!

Und nur so läßt sich die elende Kopfpauschale verhindern, die, werden wir mal unsachlich, in Verbindung mit diesen Köpfen offenbart, wie teuer sie uns zu stehen kommen wird!